Großer Infotag

16 Touren für Fahrrad-Fans: Von zehn bis 99 Kilometer

Das Interesse am Fahrradfahren ist in Plettenberg groß – das zeigte auch die Resonanz beim Filmtag des ADFC am Weidenhof-Kino am Samstag.
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Das Interesse am Fahrradfahren ist in Plettenberg groß – das zeigte auch die Resonanz beim Filmtag des ADFC am Weidenhof-Kino am Samstag.

Besser hätte der Informations- und Filmtag zum Thema „Fahrradfahren rund um Plettenberg“ nicht laufen können: Rund 150 Besucher kamen am Samstag ins Weidenhof-Kino, um mehrere Filme über die Fortentwicklung des Radwegenetzes im südlichen Westfalen zu sehen.

Plettenberg - Um möglichst viele Interessierte zum Zuge kommen zu lassen, wurden zwei Termine in beiden Kinosälen angeboten. Alle vorhandenen Plätze wurden vergeben – bis auf einen. Wegen der coronabedingt geltenden Drei-G-Regel habe ein Besucher abgewiesen werden müssen, bedauerte Sebastian Rittner vom ADFC.

Dieser freute sich nach der Veranstaltung aber sehr über das große Interesse, ausschließlich positive Rückmeldungen und lachende Gesichter der Besucher: „Die Veranstaltung war einfach nur klasse.“ Sein Mitstreiter Zoran Grete begrüßte neben den Radlern auch einige fachkundige Referenten und Lokalpolitiker. Der ADFC war mit einem Info-Stand und vielen Faltblättern vor Ort, die Buchhandlung Plettendorff stellte einen Büchertisch mit Literatur zum Fahrradfahren zur Verfügung. Wolfgang Sudhaus, ehemaliger Leiter der Polizeiwache Werdohl, stellte in seinem Vortrag Sicherheitstechnik für Fahrräder vor – vom Airbag bis zur ausgefeilten Beleuchtung.

Thema Stadtradeln

Zum Auftakt der Veranstaltung stellte Vivien Böhmer von der städtischen Kultour GmbH die Aktion „Stadtradeln“ vor. Noch bis zum 7. September können alle, die in Plettenberg wohnen, arbeiten, einem Verein angehören oder eine Schule besuchen, ihre geradelten Kilometer registrieren lassen. Der Einsatz für Gesundheit, Umwelt und Mitbürger wird mit der Chance auf verschiedene Gewinne belohnt.

Eine erst kurz vor dem Aktionstag vollständig fertiggestellte Sammlung von 16 Fahrradtouren rund um Plettenberg gab mögliche Antworten auf die Frage, wohin man denn radeln könne. Mitglieder der ADFC-Ortsgruppe hatten die Touren in den vergangenen 18 Monaten erkundet.

Die Fahrrad-Experten und -Fans diskutierten ausgiebig über die verschiedenen Themen – ob vor dem Kino oder im Foyer des Weidenhof-Kinos.

Einer der Flyer beschreibt eine reizvolle Tour von Plettenberg über Herscheid und die Versetalsperre nach Werdohl, von wo aus die Fahrt auf dem weitgehend fertiggestellten Lenneradweg zurück in die Vier-Täler-Stadt geht. Die längste Tour ist 99 Kilometer lang, die kürzeste ist eine nur zehn Kilometer lange Geschichtstour. Auch eine Aquamagis-Tour ist dabei. Manche Strecken sind auch mit einem blitzsauberen E-Bike oder Pedelec gut zu fahren, andere führen Mountainbike-Enthusiasten auf der „Drei-Kreise-Route“ (MK, Olpe und HSK) mitten durch die südwestfälischen Wälder.

Radtouren per QR-Codes

Zur Orientierung liefern die Strecken-Infoblätter die QR-Codes für die Sauerland-App. Ein mitgeführtes Smartphone wird dann zum Fahrrad-Navi. Ingo Starink, Geschäftsführer des Unternehmens „Media4web“, programmiert derzeit noch Informationen und Ergänzungen, die dann ebenfalls über die App abgerufen werden können. So soll auf der Geschichtstour etwa der große Stadtbrand akustisch erlebbar werden.

Viel Recherche investierten Ingo Starink und der ADFC auch in den Film über die Radstrecken an „Ruhr-Lenne-Achter“, die sich durch das Grenzgebiet von Sauerland und Ruhrgebiet schlängeln. Auftraggeber war der Kreis.

Vortrag über Bahntrassen

Bernhard Lubeley informierte in seinem Vortrag „Alte Bahntrassen im Sauerland“ über die zunehmende Erschließung solcher Wege, die keine großen Höhenunterschiede aufweisen können. Zehn solche Strecken versammelt der ADFC-Radausflugsführer mit diesem Titel.

Trasse durch das Elsetal

Eng mit diesem Thema verbunden war eine Filmpremiere, die ein besonderes Anliegen des ADFC-Ortsvereins dokumentierte: eine Fahrradstrecke auf der Bahntrasse zwischen Plettenberg und Herscheid durch das Elsetal. Erste Teilstrecken in Herscheid sind bereits fertig oder beschlossen. Der Film zeigte unter anderem Aufnahmen vom letzten Personenverkehr auf dieser Strecke.

Eine Konkurrenzsituation zwischen der Museumseisenbahn und dem geplanten Radweg gebe es nicht. Im Gegenteil: Udo Feldhaus, Vorsitzender der Märkischen Museumseisenbahn (MME), sieht neue Chancen für die Erweiterung der Strecke: „Wir ergänzen uns touristisch.“ Denn die Strecke soll zukünftig sowohl von der Eisenbahn als auch von den Fahrrädern genutzt werden können – alles zu seiner Zeit. Die Wiedereröffnung des Rammberg-Tunnels und die Wiederherstellung einer Brücke hätten dann doppelten Nutzen.

Die Faltblätter mit den Informationen zu Radwegen rund um Plettenberg sind im W9 (Wilhelmstraße 9) zu bekommen. Die Sammlung mit den 16 Tourenvorschlägen kostet 2,50 Euro. Im W9 kann auch ein E-Bike für 25 Euro pro Tag ausgeliehen werden.

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