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„14 Millionen Euro unangemessen“: Grüne weiterhin gegen die Entlastungsstraße

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Von: Georg Dickopf

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Die neue Grünen-Fraktionsvorsitzende Katharina Rittinghaus (stehend) leitete die Jahreshauptversammlung.
Die neue Grünen-Fraktionsvorsitzende Katharina Rittinghaus (stehend) leitete die Jahreshauptversammlung. © Dickopf, Georg

Die Grünen sind weiterhin gegen die Elsetal-Entlastungsstraße. Die Kosten in Höhe von 14 Millionen Euro beschrieb Fraktionsvorsitzende Katharina Rittinghaus als unangemessen.

Plettenberg – Der Ortsverband der Plettenberger Grünen traf sich am Montag zur Jahreshauptversammlung im Holthauser Saal, wo mit elf Mitgliedern mehr als die Hälfte der Parteimitglieder persönlich anwesend waren.

Katharina Rittinghaus berichtete über den Wechsel des Fraktionsvorsitzes, den Carina Hennecke aus persönlichen Gründen Mitte März an sie weitergegeben habe. Heidi Schmidt-Adler bleibe weiterhin die stellvertretende Vorsitzende, so Rittinghaus, die sich bei Carina Hennecke für deren bisherige Arbeit bedankte.

Im letzten Jahr haben sich die Grünen laut Rittinghaus intensiv mit der Entwicklung der Schullandschaft beschäftigt. Besonders die geplante Schließung der Teilstandorte der Grundschulen in Ohle und im Oestertal hätten der Partei Bauchschmerzen bereitet. Aber die enormen Investitionen in Neu- und Umbauten der Schulen stellten eine erhebliche finanzielle Belastung dar, weshalb eine Fortführung der Teilstandorte nicht tragbar sei.

Der Stimme enthalten

Kritisch sah Rittinghaus die aus ihrer Sicht zu spät erfolgte Beteiligung der Eltern. Bei der Verabschiedung des Haushaltes 2022 habe man sich der Stimme enthalten. „Die Höhe der Investitionskosten in einer Krisenzeit erscheint uns viel zu hoch und dürfte zu einer Vervielfachung der Pro-Kopf-Verschuldung von insgesamt 4 000 Euro führen“, so Rittinghaus. Dabei sei man mit den Ausgaben für den Schulumbau und für die Feuerwehrgerätehäuser einverstanden.

„Aber die Kosten von 14 Millionen Euro für die Elsetal-Entlastungsstraße – wenn auch auf fünf Jahre verteilt – halten wir in einer Zeit, die geprägt ist von Corona, den Folgen des Klimawandels und nun auch noch dem Krieg in der Ukraine, für unangemessen. Stattdessen brauchen wir alternative Lösungen zur Entlastung der Herscheider Straße, auch damit haben wir uns intensiv befasst“, so Rittinghaus.

Im Rat habe man sich für eine Vollzeitstelle Klimaschutzmanagement eingesetzt, doch es sei nur eine halbe Stelle beschlossen worden. Zudem habe es fast ein Jahr gedauert, bis der Klimaschutzmanager eingestellt worden sei.

Auch zwei Erfolge konnten die Grünen laut Rittinghaus verbuchen. Der Antrag zur Teilnahme an der Aktion Stadtradeln sei vom Rat angenommen worden. Gleiches gelte für den Antrag zur Errichtung einer Photovoltaik-Anlage auf dem Rathaus. Die PV-Anlage werde zu 90 Prozent durch das Land gefördert und sei mit einem Speicher kombiniert, damit der Strom direkt im Plettenberger Rathaus genutzt werden könne.

Dass die Fraktions- und Parteiarbeit der Grünen auch in der Corona-Situation über die Videokonferenzen funktioniert habe, sei erfreulich gewesen. „Wir haben zusammen viel diskutiert, Meinungen, Erfahrungen und Informationen ausgetauscht und hin und wieder haben wir auch zusammen gelacht, denn Spaß an der Sache gehört einfach dazu“, so die neue Fraktionsvorsitzende, die zugleich auch Sprecherin der Grünen ist und von Heidi Schmidt-Adler vertreten wird.

Bei den anstehenden Wahlen ergab sich eine Verkleinerung des Vorstandsteams, denn die bisherigen Beisitzer Carina Hennecke und Karin Gutschlag erhielten angesichts einiger Enthaltungen nicht die notwendige Stimmenzahl.

„Damit haben wir den Vorstand aber auch der Mitgliedergröße angepasst“, sah Rittinghaus den Wahlausgang positiv, würde sich aber auch mit Blick auf die anstehende Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen über neue Mitglieder freuen.

Während Kassierer Jan Wölkerling bei den Wahlen im Amt bestätigt wurde, wählten die Mitglieder Sonja Büsing an der Seite von Marc Störmann zur zweiten Kassenprüferin.

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