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Zum 180. Geburtstag: Mit Karl May können viele Schüler nichts mehr anfangen

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Von: Markus Wilczek

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Wenn Deutschlehrer Jens Paschkewitz sich mit seinen Schülern im Unterricht mit den Karl-May-Klassikern beschäftigt, ist das Interesse meist groß. Bekannt sind vielen Schülern Mays Werke aber nicht mehr.
Wenn Deutschlehrer Jens Paschkewitz sich mit seinen Schülern im Unterricht mit den Karl-May-Klassikern beschäftigt, ist das Interesse meist groß. Bekannt sind vielen Schülern Mays Werke aber nicht mehr. © Hönnequell-Schule

Karl May. Ein Name, den viele Menschen aus Büchern und Filmen kennen - sollte man denken. Denn auf viele Schüler aus Neuenrade trifft das nicht mehr zu.

Der Schriftsteller, der vor allem durch seine Winnetou-Werke Berühmtheit erlangte und dessen Werke weltweit eine geschätzte Auflage von 200 Millionen erricht haben, wäre am Freitag 180 Jahre alt geworden. Anlässlich dieses runden Geburtstags hat sich die Schülerredaktion der Hönnequell-Schule auf dem Schulhof umgehört, was Schüler und Lehrer mit dem Namen Karl May verbinden. Dabei sind sehr interessante Ergebnisse herausgekommen.

„Wer soll das denn sein?“, oder „Habe ich noch nie gehört!“, war aus einigen Mündern zu vernehmen. Besonders die jüngeren Schüler konnten mit dem Namen Karl May nicht viel anfangen. Einige gaben auch zu, dass Lesen nicht zu den größten Hobbys zählt. Aber auch die Verfilmungen seiner bekanntesten Werke schienen nicht bekannt zu sein.

Ausflüge nach Elspe

Unter den Schülern der älteren Jahrgänge fanden sich vereinzelte, denen Karl May ein Begriff ist. „Der hat doch diese Indianergeschichten geschrieben”, sagte eine Gruppe von Zehntklässlern. Schüler Leon Schmitt aus der Klasse 9.2 erinnerte sich gerne an schöne Familienausflüge nach Elspe zu den Karl-May-Festspielen: „Wir sind in den letzten Jahren sehr oft nach Elspe gefahren, um die Aufführungen auf der Freilichtbühne anzuschauen. Man könnte sagen, dass ich mit Winnetou und Old Shatterhand groß geworden bin. Man bekommt eine Mischung aus Comedy, Action und Western geboten, auch heute schauen wir uns gerne noch die Filme an.“

Unter den Lehrern gab es einen deutlich höheren Anteil an Karl-May-Kennern. Alexandra Wirth, Fachvorsitzende Deutsch, erinnerte sich: „Als Kind habe ich die Filme über Winnetou, den Häuptling der Apachen, begeistert geschaut und nachher mit meinen Freundinnen und Freunden versucht nachzuspielen. Wir haben Pfeile und Bögen aus Stöcken gebaut und uns durch den Sauerländer Wald gejagt.“

Verständnis für die jüngere Generation

Deutschlehrer Jens Paschkewitz bedauerte zwar das fehlende Wissen über Karl May, zeigte aber auch Verständnis für die jüngere Schüler-Generation: „Es ist schade, dass seine Werke bei der jüngeren Generation so langsam in Vergessenheit geraten. Man selbst verknüpft viele schöne Momente mit den Büchern und Filmen von Karl May. Letztlich muss man Verständnis haben, da die Interessen der Schüler sehr breit gefächert sind.“ Sobald man jedoch mit einer Klasse mal wieder einen von Karl Mays Klassikern anschaut oder liest, merke man, dass diese trotz ihres Alters nichts von ihrer Faszination und Spannung verloren hätten.

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