„Zirkus ist nie langweilig“

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Dompteur Dominic Fischer ist beim Zirkus Althoff unter anderem für die Pflege von Tiger James zuständig.

Neuenrade -  Die Fahnen flattern im Wind, aus dem Raubtiergehege ertönt lautes Gebrüll. Der Zirkus René und Patrizia Althoff gastiert in Neuenrade, direkt auf dem Hügel am Ortseingang.

Oben auf der Anhöhe thront das große Zirkuszelt, davor stehen einige Wohnwagen und Gehege. Durch ganz Europa seien sie schon getourt, berichtet Tigerdompteur Dominic Fischer. Und auch der Besuch in Neuenrade währt nicht ewig. Am kommenden Montag ist die letzte Vorstellung, danach wird zusammengepackt. Dann geht es in die nächste Stadt, um dort den Menschen eine Zirkusshow zu bieten.

Doch Fischer möchte das Leben im Zirkus nicht missen. Es sei abenteuerlich. Und außerdem lerne man viele Leute kennen. „So ständig an einem Ort, das könnte ich gar nicht“, meint der Dompteur und lacht. In der Sommerpause, wenn er zuhause sei, wäre ihm immer langweilig.

In dem Zirkus leben und arbeiten insgesamt 40 Menschen. „Das ist wie eine große Familie“, erklärt Fischer. Trotzdem gebe es eine Privatsphäre, jeder habe seinen eigenen Wohnwagen.

Er selbst sei in den Zirkus hineingeboren worden, der auf eine lange Tradition zurückblicken könne. Für die Kinder in dem Zirkus, die zur Schule gehen müssen, gebe es eine eigene Zirkusschule. „Dort findet ganz normaler Unterricht statt“, betonte der Dompteur.

Eine Besonderheit habe der Zirkus auch. „Das ist Europas größter Raubtierzirkus“, bemerkt Fischer. Acht Tiger und fünf Löwen leben bei den Althoffs, außerdem noch mehrere Miniponys, ein paar Ziegen sowie ein Esel und ein Känguru. Mit einigen Hühnern und Tauben kämen so um die 40 Tiere zusammen.

Fischer ist für die Tiger zuständig, die, ebenso wie die Löwen, pro Tier um die zehn Kilogramm Fleisch am Tag fressen würden. Die Arbeit mit den großen Raubkatzen vollzieht der Dompteur zwar mit viel Erfahrung, dabei bleibt er aber sichtlich respektvoll vor den Großkatzen.

Allerdings gibt es in dem Zirkus nicht nur Tiere zu sehen. „Wir haben ein richtig buntes Programm“, erklärt der Dompteur. An den vorherigen Besuch in Neuenrade vor vier Jahren hat Fischer noch gute Erinnerungen. Die Zuschauerränge seien bei jeder Vorstellung voll gewesen. „Schließlich kommt so ein großer Zirkus nicht so oft hierher“, meint er.

Nachteile an der Tätigkeit im Zirkus sieht der Raubtierbändiger nicht. „Es wird nie langweilig, wenn man auf Reise ist“, betont Fischer abschließend.

Von Julian Kühn

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