Motte: Die Seitenwände stehen schon

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Schon jetzt wirkt die Burg imposant.

NEUENRADE ▪ Ein gutes Stück gewachsen ist am Montag die Motte: Alle Seitenwände der Aussichtsplattform sind aufgestellt und bieten dem Betrachter einen Eindruck, wie die Motte später einmal aussehen wird.

Geliefert werden die Seitenwände jeweils in einem Stück. Mittels Kran werden sie auf die Höhe der Plattform gehoben und dort in Empfang genommen. Um die nötige Stabilität zu gewährleisten, werden die Seitenwände untereinander und mit dem Boden verschraubt. „Dafür verwenden wir keine Lochbleche oder andere übliche Verbindungen“, erklärt Eckhard Roß von der gleichnamigen Zimmerei. „Wir benutzen M16 x 500 Schrauben.“ Roß zeigt eine der Schrauben, sie ist einen halben Meter lang. „Im Baumarkt gibt es die nicht“, kommentiert er. Im Mittelalter seien vor allem Holznägel verwendet worden.

Die Männer auf der Baustelle tragen dicke Arbeitskleidung gegen die Kälte, Schnee fällt auf die offene Plattform, mit Vorschlaghämmern bringen die Arbeiter die Wände in Position, fixieren sie mit Spannhaken und befestigen sie dann mit Pressluftschraubendrehern.

Aufbau der Motte in Neuenrade

Die Kälte scheint den Männern nicht viel auszumachen. „Solange es nicht windig wird, oder regnet, können wir weitermachen“, sagt Roß, das Wetter würde auch dem Holz nicht schaden. „Das ist der Vorteil des Holzbaus, das wir auch bei diesem Wetter arbeiten können, Maurer und Betonbauer haben da schon ihre Probleme“, kann Roß sich einen Seitenhieb auf die Konkurrenz nicht verkneifen.

Bisher steht nur der Rohbau der Motte, ein Gerüst aus unzähligen schweren Balken. Diese werden noch mit Bretterwänden verkleidet, die bereits auf den Zwischenböden der Motte gelagert sind, um vor Ort verarbeitet zu werden. Wie schon in Herne soll die Motte (auch Turmhügelburg genannt) auch in Neuenrade eine Wohnburg darstellen. Daher wird bei der Verschalung auch auf Dichtigkeit geachtet. Alle Bretter sind mit einer Pfalz ausgestattet, damit selbst wenn sich das Holz zusammenzieht, keine Spalten entstehen. Für das Holz hat Roß nur Lob übrig. 50 Zentimeter breit sind die Bretter, einer Größe, die oft dazu führe, dass sich das Holz verzieht. Im Fall der Bretter für die Motte geschehe das nicht. „Die Bäume müssen wohl aus dem Sauerland kommen“, scherzt Roß. Nächster großer Bauabschnitt ist das Aufsetzen des Spitzdaches. Aufgrund der zusätzlichen Höhe, muss der schwenkbare Teil des Kranes in einem 45 Grad Winkel aufgerichtet werden, um die zusätzlichen Meter zu bewältigen. „Alles kein Problem“, versichert Roß. Wenn das Wetter so bleibe, könne in zwei bis drei Wochen Richtfest gefeiert.

Von Sebastian Berndt

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