Auf dem Weg zur Schule

Zehnjährige strandet alleine an Haltestelle im MK

+
Ganz alleine an der Haltestelle am Neuenrader Bahnhof: Das zehnjährige Mädchen aus Affeln ist nicht nur einmal an dieser Stelle gestrandet.

Affeln/Neuenrade – Die Zehnjährige steht kurz nach 8 Uhr morgens ganz alleine an der Bushaltestelle in der Nähe des Neuenrader Bahnhofs.

Nachdem sie von Affeln mit dem Bus bis zu dieser Haltestelle gefahren ist, wollte sie eigentlich umsteigen, um zur Waldorfsschule auf dem Remmelshagen zu gelangen. „Aber der Anschlussbus war nicht mehr da“, berichtet die Mutter der Schülerin. Nicht zum ersten Mal habe sie ihre Tochter am Bahnhof abholen müssen, erzählt die berufstätige Affelnerin. 

Und nicht nur der Weg zur Waldorfschule bereitet der Familie Probleme, auch nachmittags auf dem Heimweg ist die Zehnjährige schon gestrandet – und zwar in Küntrop an der Wendestelle. Dort soll sie in den Bus nach Affeln umsteigen. Allerdings: „Wenn in diesem Bereich, der ja etwas zurückgesetzt ist, ein Fahrgast steht, sehen das manche Busfahrer entweder zu spät oder gar nicht“, weiß die Mutter der Waldorfschülerin aus Erfahrung. Theoretisch könne das Mädchen auch an der Haltestelle Küntrop Mitte aussteigen – diese befindet sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite – aber Mutter und Tochter ist die Wendestelle einfach lieber: „Dort steht mein Kind geschützter und nicht wie auf einem Präsentierteller.“ 

Schon mehrfach Kontakt mit der MVG

Einige Male habe sie bei der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) angerufen, berichtet die Affelnerin: „Dort war man immer sehr freundlich und hat mir erklärt, man würde meine Beschwerde weiterleiten. Passiert ist aber nichts.“ 

MVG-Pressesprecher Jochen Sulies bedauerte die Verbindungspannen gegenüber der Redaktion und sagte, ihm sei das Problem bisher nicht bekannt. Sulies verwies auf den zuständigen MVG-Mitarbeiter, der sich um den Schulbusverkehr bemüht. 

Tochter soll den Busfahrer ansprechen

Auch diesen kontaktierte die Affelnerin. „Er hat mir dann gesagt, dass meine Tochter den Busfahrer sofort ansprechen soll, wenn sie einsteigt. Der Fahrer soll dann seinem jeweiligen Kollegen sagen, dass er auf jeden Fall warten soll, damit sie umsteigen kann.“ Das, so berichtet die Mutter, habe die Zehnjährige aber schon immer so gehandhabt. 

Dennoch hoffte sie zunächst, dass sich nach dem letzten Anruf bei der MVG etwas verändern würde. Doch einige Tage später rief die Zehnjährige schon wieder an, dieses Mal hatte sie in Küntrop vergeblich auf den Bus gewartet. „Der Fahrer hat nicht einmal zu ihr rüber geschaut, er ist einfach weitergefahren“, ärgert sich die Affelnerin. 

"Das ist mir unbegreiflich"

Um ihrem Ärger Luft zu machen, rief sie direkt bei einem der Busunternehmen an, die im Auftrag der MVG die Schülerbeförderung übernommen haben. „Der Busfahrer hat sich dann mehrfach entschuldigt. Er hatte meine Tochter nicht gesehen“, berichtet die Mutter der Waldorfschülerin. Allerdings habe sie bei diesem Gespräch eher zufällig erfahren, dass die Märkische Verkehrsgesellschaft noch keine ihrer Beschwerden weitergeleitet habe: „Das ist für mich unbegreiflich.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare