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Zahl wächst seit Kriegsbeginn: 132 Ukrainer wohnen in Neuenrade

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Von: Peter von der Beck

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Immer mehr Flüchtlinge kommen auch in Halver an. Und die Prognosen gehen von deutlich mehr Menschen aus der Ukraine aus.
Immer mehr Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine kommen auch in Neuenrade an. 132 sind es seit Ausbruch des Krieges mittlerweile. © Jan Woitas

Adnan Esentürk hat in diesen Tagen gut zu tun. Er arbeitet bei der Stadtverwaltung Neuenrade und muss sich unter anderem um das Thema Flüchtlinge und Asyl kümmern.

Er hat deshalb den aktuellen Sachstand für Flüchtlinge aus der Ukraine parat und auch die anderen Zahlen im Blick

Demnach sind seit Kriegsbeginn in der zehnten Kalenderwoche 132 Ukrainer in Neuenrade angekommen. Darunter sind jene zusammengefasst, die in Neuenrade beim Sozialamt plötzlich vor der Tür standen oder eben auch zugewiesen wurden. Dabei nahmen nur rund 30 Prozent der Ukrainer das Wohnungsangebot der Stadt Neuenrade in Anspruch: 39 wohnen in den städtischen Unterkünften, 93 sind privat untergekommen und drei gehen nach Werdohl.

Ukrainer werden „besonders behandelt“

Die Ukrainer würden dabei – sobald sie als Flüchtlinge auftauchten – durchaus „besonders behandelt“, sagt Esentürk. Rasch würden sie nach sieben bis zehn Tagen einen Termin beim Ausländeramt bekommen und hätten in der Regel dann auch gleich einen entsprechenden Status. Übergangsweise würde die Kommune die Versorgung der Ukrainer übernehmen. Dann komme schon das Jobcenter MK in Frage. Hier gebe es sofort eine Reihe von Maßnahmen, mit denen versucht werde, die Kriegsflüchtlinge in Lohn und Brot zu bringen. Im Rahmen des Sozialgesetzbuches II gebe es zum Beispiel eine Reihe von zum Teil verpflichtenden Integrations- und Sprachkursen, die auch vom Staat finanziert würden.

Weniger Möglichkeiten hätten die Geduldeten: Sie müssen derartige Kurse selbst bezahlen oder haben zumindest im Zentrum für Lesen, Integration und Sprache (Zelius) in der Stadtbücherei die Möglichkeiten, sich hier sprachlich weiterzubilden, erläutert Esentürk. Auch könnten sie sich in Eigeninitiative beispielsweise bei VHS-Sprachkursen einschreiben, müssten das aber selbst bezahlen, sagt Esentürk.

Nicht nur Ukrainer kommen nach Neuenrade

Nicht nur Ukrainer kommen derzeit nach Neuenrade. Zugewiesen wurden Afghanen, Syrer, Angolaner, Flüchtlinge aus Guinea und Marokko. Aktuell hat die Stadt Neuenrade 71 Geflüchtete zu betreuen. Davon sind 29 Geduldete, die von der Stadt versorgt werden. 42 befinden sich im Asylverfahren. Unter den 71 befinden sich auch elf Ukrainer, deren Status noch nicht geklärt ist.

Bürgermeister Antonius Wiesemann hatte sich die Zahlen aufbereiten lassen und präsentierte die aktuellen Daten im Ausschuss für Schule, Sport, Jugend und Soziales am Dienstagabend. Wiesemann bewertet die Wohnsituation für dieses Ressort als noch gut. Es gibt freie Kapazitäten. 44 Plätze sind demnach verfügbar und die Stadt weise eine Erfüllungsquote von 91 Prozent auf. „Es ist noch nicht ganz so angespannt wie in anderen Kommunen,“ sagt er. Man versuche zudem, die Menschen schnell auf dem normalen Wohnungsmarkt unterzubringen. Da tun sich immer mal Möglichkeiten auf. Auch die Sprachförderung laufe. Da habe die Stadt immer noch viele Ehrenamtler im Einsatz. Der Bürgermeister ist sich sicher: „Die Neuenrader stehen dahinter.“

Menschliche Schicksale hinter den Zahlen, Daten und Fakten

All die Zahlen, Daten und Fakten. Adnan Esentürk betont, dass hinter all dem auch immer menschliche Schicksale stehen würden und für die Mitarbeiter der Behörde alle Menschen gleich seien. Und abseits der Vorschriften schaue man immer, wie man helfen könne. So achte man bei der Wohnungsbelegung darauf, dass die Menschen zueinander passten.

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