So wollen die Anwohner die Verkehrsprobleme in der Altstadt lösen

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Parkplätze sind in der Altstadt sowohl für Besucher der Innenstadt als auch Anwohner ein knappes Gut.

Neuenrade – Dicht gedrängt saßen am Donnerstagabend gut 40 Bewohner der Neuenrader Kernstadt in der Gaststätte Zur Linde.

Engagiert sprachen sie auf Einladung der Altstadtgemeinschaft über die Verkehrs- und Park-Situation in ihrem Wohnviertel. Die Emotionen, die dabei zutage traten, schwankten zwischen Frust, Wut und Sarkasmus. 

Gleichwohl ging es konstruktiv bei dieser Diskussion zu. Am Ende der fast zwei Stunden hatten sie miteinander ein Konzept entwickelt. Die Veranstalter dieser Bürgerversammlung erhielten deshalb den Auftrag, die Ergebnisse der gemeinschaftlichen Erörterungen zusammenzufassen. Als bürgernahe Eingabe sollen diese Thema im nächsten Bauausschuss am 3. Dezember werden. 

Ergebnisse zu Papier gebracht

Damit will sich die 2006 gegründete Altstadtgemeinschaft in die Planungen für ein Integriertes kommunales Entwicklungskonzept (Ikek) einbringen. Noch in der Nacht würden sie die Diskussionsergebnisse zu Papier zu bringen, versprach Thomas „Tom“ Hoffmann, der den Abend moderierte. 

Zu Beginn der Veranstaltung hatte er zunächst Wortbeiträge in der überfüllten Gastwirtschaft gesammelt, die die wichtigsten Wünsche der Anwesenden für ein Altstadt-Verkehrskonzept zusammenfassten. Da war zu hören, dass die Besucher eines Fitnessstudios mit ihren Autos die knappen Parkplätze blockierten. „Mit dem Auto zum Sport, das ist schon schizophren“, sagte eine Frau. Auch vor der Landarzt-Praxis stünden quasi ständig Fahrzeuge. Auswärtige Fahrzeuge mit Kennzeichen etwa aus Soest, die in der Altstadt abgestellt seien, würden über Wochen nicht bewegt. 

Pflasterung "schlicht desolat"

Bei Veranstaltungen – wie dem Wochenmarkt – parkten etliche Besucher rücksichtslos und derart nah an den Wohnhäusern, dass die Anwohner nicht mehr in der Lage seien, aus der Haustür herauszukommen. „Wenn man sich dann beschwert, wird man angemeckert: ,Nun haben Sie sich mal nicht so, in zehn Minuten können Sie ja wieder raus’“, verriet ein genervter Altstadt-Bewohner. 

Volles Haus: Insgesamt rund 40 Bewohner der Kernstadt nahmen an der Diskussionsrunde teil.

Die Pflasterung der Altstadtstraßen sei vielerorts schlicht desolat. Allüberall befänden sich gefährliche Stolperkanten. Regenwasser fließe kaum irgendwo problemlos ab. Und an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halte sich kaum ein Fahrer. Die Beschilderung sei überwiegend nicht einsehbar, was Ortsunkundige ein wenig entlaste. Zugelassene Höchstgeschwindigkeit in der Altstadt sind sieben Kilometer pro Stunde. 

Mit Tempo 80 durch die Gassen

Doch: „Viele rasen hier mit 70 oder 80 Sachen durch die Gassen“, schilderte ein frustrierter Anwohner. Ein anderer erklärte, es sei keine Seltenheit, dass ihm Schläge angedroht würden, wenn er Autofahrer darauf aufmerksam mache, dass sie zu schnell unterwegs seien. „Bringen wir es auf den Punkt“, fasst Moderator Hoffmann schließlich zusammen. „Die Altstadt wird stiefmütterlich behandelt.“ 

So entwickelten die 40 Teilnehmer ein Konzept für die Altstadt. Dieses sieht eine Einbahnstraßenregelung vor. Das habe den Vorteil, dass eine geringere Fahrbahnbreite ausreichend sei. So verführe der fehlende Gegenverkehr auch nicht zum zu schnellen Fahren. Vielmehr werde derart Platz geschaffen für weitere Parkplätze. Schnell wurde auf einer Karte skizziert, wo weiterer Parkraum entstehen könne und am Ende hatte das Viertel 16 weitere Gelegenheiten zum Abstellen eines Autos. Kombiniert mit der Ausgabe von Bewohner-Parkausweisen sorge das für eine massive Entlastung der Verkehrssituation, prognostizierten die meisten Anwesenden. Auch die Situation für beispielsweise Fahrzeuge der Müllabfuhr und von Paketdiensten werde sich durch eine Einbahnstraßenregelung deutlich entspannen. 

Wiedersehen zu "Weihnachten am Brunnen"

Zufrieden gingen viele der Diskussionsteilnehmer am Abend auseinander. Wieder sehen sie sich wohl spätestens am Samstag, 21. Dezember, wenn die Altstadtgemeinschaft „Weihnachten am Brunnen“ veranstaltet. Vielleicht können sie sich dann bereits über erfreuliche Ergebnisse aus der Sitzung des Bauausschusses austauschen.

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