Wolfram Dorn traf John F. Kennedy und Martin Luther King

NEUENRADE ▪ Er hat die wohl charismatischsten Persönlichkeiten der 1960er Jahre persönlich kennengelernt: John F. Kennedy, Robert Kennedy und Martin Luther King. Der US-Präsident, sein Bruder und der Freiheitskämpfer der Schwarzen haben den gebürtigen Altenaer Wolfram Dorn tief beeindruckt. Der 86-Jährige bot seinen Zuhörern am Freitagabend im Rahmen einer Lesung in der Villa am Wall tiefe Einblicke in sein damaliges politisches Leben.

Zahlreiche Bücher hat Dorn im Laufe seines Lebens verfasst. In der Villa am Wall ließ er das Publikum an historischen Ereignissen teilhaben, „die mich selbst sehr beeindruckt haben“, stellte der Senior eingangs klar – nämlich: „Der weite Weg von Martin Luther King über die Kennedy Brüder zu Barack Obama.“ Auf einer seiner mehr als 30 USA-Reisen wurde Wolfram Dorn in den 1960er Jahren vom damalige Justizminister Robert Kennedy begleitet. „Mit dabei war auch Martin Luther King.“ Hautnah erlebte Dorn die Rassenunruhen mit. „Das ist gar nicht so lange her.“ Den Einsatz des US-Präsidenten und des Freiheitskämpfers für Gleichberechtigung würdigt Dorn: „Es gibt Persönlichkeiten, die schon zu Lebzeiten zu Legenden wurden.“

Für eines seiner Bücher, eine Ausgabe mit 40 Kirchen, war für Dorn deshalb klar, dass die ursprüngliche Wirkungsstätte von Martin Luther King nicht fehlen dürfe. Im März 1986 flog er also ein weiteres Mal in die Staaten – mit dem Ziel Atlanta. „Erst Tags zuvor waren zwei kanadische Touristen von Jugendlichen vor der Kirche von Martin Luther King krankenhausreif geschlagen worden“, erinnert sich Dorn. Um sich dieser Gefahr nicht auszusetzen, bat Dorn einen Taxifahrer, die Jugendgruppe, die sich erneut vor der Kirche aufhielt, auf seine Kosten in einen Diner einzuladen. 38 Dollar kostete ihn diese Einladung. Doch: „Ich verließ Atlanta mit dem Gefühl, etwas Besonderes erlebt zu haben.“

„Wer glaubt, dass der Klassenkampf in diesem Jahrhundert beende ist, der irrt. Erst kürzlich musste US-Präsident Obama beweisen, dass er gebürtiger Amerikaner ist“, berichtete Dorn. „Wir haben gelernt, wie die Vögel zu fliegen, wir haben gelernt, wie die Fische zu schwimmen, doch wir haben die Kunst verlernt, wie Brüder zu leben“, resümierte Dorn und ergänzte: „Wenn Martin Luther King und der Familienkreis der Kennedys sich über Jahrzehnte nicht so engagiert hätten, hätte Obama keine Chance gehabt.“ ▪ sr

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