Händler zufrieden mit dem Umsatz

Wochenmarkt: Darum kommen in Corona-Zeiten mehr Kunden

Der Stand von Birgit Radtke ist weihnachtlich geschmückt. Die Markthändlerin lobt ganz besonders die Disziplin der Neuenrader.
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Der Stand von Birgit Radtke ist weihnachtlich geschmückt. Die Markthändlerin lobt ganz besonders die Disziplin der Neuenrader.

Einkaufen unter freiem Himmel – das steht auch für viele Neuenrader in diesem Corona-Jahr an erster Stelle. Dementsprechend beklagen sich die Markthändler nicht, die dienstagvormittags auf dem Bürgermeister-Schmerbeck-Platz Lebensmittel anbieten. Im Gegenteil.

„Für mich ist das Jahr aus geschäftlicher Sicht positiv verlaufen, trotz Corona. Es läuft jetzt sogar besser als die Jahre zuvor“, sagt Michael Rittmeier. Er bietet Backwaren aus eigener Herstellung – unter anderem Brot, Kuchen und Plätzchen – auf den Wochenmärkten in Neuenrade und Schmallenberg an. „Die Menschen sind jetzt lieber an der frischen Luft, anstatt im Supermarkt einzukaufen.“

Das kann Hans-Joachim Redix nur bestätigen. Der Landwirt aus Holzwickede hat vor allem Kartoffeln aus eigenen Anbau im Angebot, außerdem Eier, die momentan sehr gefragt sind: „Viele Leute backen Plätzchen und für die Feiertage Kuchen.“ Redix gehört zu den dienstältesten Markthändlern in Neuenrade. Er ist sicher, dass nicht nur die Angst vor der Ansteckung mit dem Coronavirus ein Grund zum Besuch des Wochenmarktes ist. „Kantinen sind geschlossen, Restaurants ebenfalls. Da wird eben mehr zuhause gekocht“, stellt er fest.

Händler haben von den Entwicklungen profitiert

Im Grunde könne man also sagen, dass die Entwicklungen für die Händler auf den Wochenmärkten in diesem Jahr gar nicht so verkehrt gewesen seien. „Viele andere haben aber eine Menge einstecken müssen. Sie sind in ihrer Existenz bedroht, zum Beispiel die Schausteller. Oder Markthändler, die Textilien und Kurzwaren anbieten, und jetzt auch nichts mehr verkaufen dürfen. Denen kann man nur die Daumen drücken, dass es bald wieder aufwärts geht.“ Seine Grundstimmung sei optimistisch, erklärt der Landwirt. „Ich denke, dass wir Corona besiegen. Und ich hoffe, dass wir in einem Jahr um diese Zeit mit einem Lächeln zurückblicken können und sagen: ,Das haben wir geschafft.’“

Landwirt und Markthändler Hans-Joachim Redix blickt optimistisch ins Jahr 2021.

Für ihn persönlich habe sich durch die Pandemie nicht besonders viel verändert: „Als Landwirt arbeitet man nicht mit vielen Kollegen zusammen und man ist an der frischen Luft.“ Vielen Neuenradern merke man dagegen schon an, dass sie die Einschränkungen und die Gesamtsituation als sehr belastend empfinden würden. „Viele sind muffelig“, hat Redix festgestellt.

„Fischhans“ macht die Pandemie geschäftlich zu schaffen

Das bestätigt Münür Yildiz. Der Obst- und Gemüsehändler sagt: „Es ist eine schwierige Zeit für die Menschen. Doch die Geschäfte laufen gut.“ So sieht es auch Joachim Brinker, besser bekannt als „Fischhans“. „Auf allen Wochenmärkten kommen mehr Kunden als vor der Corona-Krise“, resümiert er. Dennoch mache ihm die Pandemie auch geschäftlich zu schaffen: „Die Hälfte des Jahresumsatzes ist weggebrochen, da keine Veranstaltungen stattfinden.“ Brinker ist normalerweise unter anderem auch auf Kirmesplätzen im Einsatz.

Stadtmarketing-Geschäftsführerin Sandra Horny hat am Dienstag jedem Markthändler einen süßen Weihnachtsgruß und eine Karte überreicht.

Birgit Radtke, die Wurst- und Schinkenspezialitäten anbietet, lobt die Neuenrader: „Sie sind sehr diszipliniert und halten die Abstände ein.“ Im Gegensatz zu ihren Kollegen empfindet die Markthändlerin die Stimmung der Neuenrader eher als gut: „Sie sind froh, wenn sie hier auf dem Wochenmarkt sind und so mal rauskommen.“

Am 29. Dezember soll der letzte Wochenmarkt in diesem Jahr stattfinden. Allerdings werden dann voraussichtlich nicht alle Markthändler in Neuenrade ihre Stände aufbauen.

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