Gewinn wird investiert

Die Gebühren für Frischwasser bleiben gleich. - Symbolfoto: von der Beck

NEUENRADE - Wie erwartet stimmten die Mitglieder des Verwaltungsrates der Stadtwerke für die vorgeschlagenen Gebührensatzungen. Erfreulich für den Bürger: Damit bleiben die Neuenrader von Erhöhungen verschont, denn unter dem Strich bleiben die Gebühren für Wasser, Abwasser, Abfall-Entsorgung gleich oder sinken gar.

Einzig die Grundgebühr bei der Abfallentsorgung steigt um 1,80 Euro (pro Jahr) auf 27,60 Euro. Die Straßenreinigungsgebühren werden gar erheblich günstiger.

Die Gebührensituation war nicht das einzige Thema der Verwaltungsratssitzung. Der Haushalt der Stadtwerke wurde mit einem Jahresgewinn von 561.000 Euro eingebracht und „zur Beratung in die Fraktionen gegeben“. Der Gewinn der Stadtwerke werde, so Kämmerer und Vorstand, Gerd Schumacher, für die Investitionen genutzt. Alle Maßnahmen würden ohne Kreditaufnahme erfolgen, das diene am langen Ende der schrittweisen Entschuldung. Der Stadtwerkegewinn werde eben nicht zur Sanierung des Kernhaushaltes genutzt, betonte Schumacher.

In Sachen Gebühren kam allerdings noch ein Einwurf von FWG-Mitglied Detlef Stägert. Der hatte sich intensiver mit der Niederschlagsgebühr befasst und auch mal geschaut, was man denn so bei anderen Städten als Niederschlagsentwässerungsgebühr bezahlt. Ergebnis: Neuenrade gehört offenbar zumindest in dieser Hinsicht zu den teuersten Städten im Kreis. So bezahlt man in Iserlohn 64 Cent pro Quadratmeter, im Balve werden 71 Cent fällig – in Neuenrade sind es allerdings 1,29 Euro.

Seitens der Verantwortlichen wurde dabei auf die unterschiedlichen Gegebenheiten verwiesen, die Städte seien nicht ohne Weiteres vergleichbar. So spiele sicherlich der Grad der Verstädterung genauso eine Rolle wie die Vielzahl der Anschlüsse bei der Berechnung der Sätze. Hier in Neuenrade benötige man mehr und besondere Anschlüsse. Zudem verwies die Verwaltung darauf, dass das Thema Gebühren und Straßenbaulastträger keine Rolle bei der Berechnung der Quote spiele. Das sei in der Vergangenheit ohnehin immer isoliert abgerechnet worden.

Auch die Abfallbeseitigung war wieder einmal Thema. Da griff man die Berichterstattung unserer Zeitung zu einem Fall von Mülltourismus auf, bei dem angeblich ein Neuenrader seinen Unrat in Werdohl entsorgt hatte. Bürgermeister Klaus Peter Sasse verwies dabei allerdings auf einen Fall, dem er mal nachgegangen war. Da hatte jemand Müll im öffentlichen Müllbehälter entsorgt, jemand hatte sich die Autonummer gemerkt. Aber: Am Ende war der angebliche Übeltäter ein Umweltfreund, der Müll gesammelt und dann eben entsorgt hatte. Mit dieser kleinen Anekdote wolle er sagen, dass man eben hier kein pauschales Urteil fällen könne, betonte Sasse. Thomas Wette von der SPD betonte noch einmal, dass man nichts vom aktuellen Müllsystem Neuenrades halte, aber nicht opponiere, weil die Stadt ohnehin noch vertraglich gebunden sei.

Bürgermeister Sasse verwies auch noch auf die Tatsache, dass man in Neuenrade Biotonnen habe, in fast allen anderen Städten des Kreises nicht. Das werde sicher nicht so bleiben. Seitens des Kreises werde man noch zu den anderen Städte tingeln und wegen der Einführung der Biotonnen vorsprechen. - vdB

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare