"Janni" feiert im Bistro Jubiläum

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„Janni“ Ioannis Loizidis hat das Bistro Zur Mühle vor 25 Jahren übernommen. Es war damals eine spontane Idee.

Neuenrade - Ioannis "Janni" Loizidis, der Inhaber des Bistros Zur Mühle im Mühlendorf, hat am Samstagabend offiziell frei: Anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums im Bistro haben seine Stammgäste eine Party für ihn organisiert.

Los geht es am 31. März um 19.30 Uhr. Im Laufe des Abends soll „DJ Stefan“, den die Bistro-Gäste engagiert haben, Hits aus den vergangenen 25 Jahren auflegen. Ioannis Loizidis blickt auf diese Zeit zurück, und erinnert sich an die Anfänge in Neuenrade. Er sagt: „Eigentlich wollte ich mir damals nur in Deutschland ein Auto kaufen.“ 

1991 kam der gelernte Kfz-Elektriker aus seiner griechischen Heimat in der Nähe von Thessaloniki nach Deutschland. Nachdem er in Meinerzhagen in einer Fabrik gearbeitet hatte, und auf der Suche nach größeren Herausforderungen war, hörte er 1993 von einem Bekannten, dass das Bistro zur Mühle in Neuenrade zu verpachten sei. 

„Das mache ich“, beschloss er spontan – und nach einem Austausch mit dem Eigentümer stellte er sich prompt dieser Aufgabe: Am 1. April 1993 empfing er zum ersten Mal seine Gäste im Bistro Zur Mühle. „In der ersten Zeit war ich aber nur Zuhörer“, weiß der 48-Jährige noch genau, dass ihm die deutsche Sprache anfangs Probleme bereitete. Und auch die Abläufe im Bistro waren ungewohnt; dass es für jedes Getränk ein anderes Glas gibt, musste er lernen. 

Nach neun Jahren als Pächter nutzte Ioannis Loizidis dann die Gelegenheit, das Bistro zu kaufen: „Von diesem Zeitpunkt an habe ich für mich und meine Familie gearbeitet“. Seitdem steht er fast jeden Tag selbst hinter der Theke – den Montag gönnt er sich als Ruhetag. Und sonst läuft das Tagesgeschäft mit einem Koch und am Wochenende mit Aushilfen im Service. 

„Damals bin ich ins kalte Wasser geworfen worden“, denkt er an die Anfänge zurück. Bei der Eröffnung 1993 war es richtig voll. „Zu voll“, betont Loizidis, der damals als Neu-Gastronom an seine Grenzen kam. Einige Monate hat es gedauert, bis die Abläufe in der „Mühle“ aufeinander abgestimmt waren.

Inzwischen sei alles Routine für ihn geworden. Mehrmals im Jahr treten Bands und DJ’s auf; der Wirt kennt seine Stammgäste, und weiß: „Eine Karnevalsfeier in Neuenrade läuft einfach nicht.“ Dafür sei hier kein Publikum vorhanden. Auch die Jugendlichen fehlen inzwischen im Bistro. „Die Kneipenkultur hat sich geändert“, weiß „Janni“, dass vor 25 Jahren noch zehn Kneipen in Neuenrade existierten. „Doch die Gäste werden weniger.“ Dazu trägt nach Ansicht des Gastronoms auch das Rauchverbot bei. 

Ioannis Loizidis hat sich als Bistro-Inhaber in Neuenrade einen Namen gemacht. Darauf ist er stolz, gibt aber auch zu: „Das war eigentlich nicht mein Traumberuf.“ Nachdem er ins Gastronomiegeschäft eingestiegen war, sei die Zeit ein Stück weit davon gelaufen.

„Jannis“ große Leidenschaft sind Autos. Als begeisterter BMW-Fan hat er viele dieser Modellreihen instand gesetzt, aber auch andere Fabrikate wieder in Schuss und durch den TÜV gebracht. „Ich könnte mir für meine Zukunft auch was anderes als Bistro vorstellen“, ist er offen für neue Aufgaben.

Seine „Mühle“ will Ioannis Loizidis aber nicht mehr abgeben. Und natürlich bedankt er sich bei allen Gästen für die Unterstützung in den vergangenen 25 Jahren. Ob er allerdings selbst noch viele Jahre hinter der Theke stehen will oder das irgendwann einem Pächter überlässt, lässt „Janni“ offen.

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