„Wir machen wohl einfach Rockmusik“

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Die Band The Jack Pints: Wolf Luca Zimmermann (17, zweite Gitarre und Vocals), Robert Schulte (17 Jahre, Drums), Jamie Kerkenberg (19, Bass und Vocals), Rémy Bournizel (19 Jahre, Gitarre und Vocals).

NEUENRADE ▪ Die Band The Jack Pints spielt am Samstag, 19. Mai, beim Six-String-Festival im Neuenrader Kulturschuppen auf. Vor ihrem sechsten Auftritt haben wir die vier Musiker im Rahmen der SV-Serie „Heimische Bands“ besucht und mit ihnen über ihre Musik gesprochen.

Langeweile hatten die beiden heute 19-jährigen Rémy Bournizel, Gitarrist, und Jamie Kerkenberg, Bassist. Es war der 19. April 2011. Und die Beiden beschlossen, eine Band zu gründen: Gesagt, getan. Jamie spielte noch in einer Band. „Aber da hat es musikalisch einfach nicht mehr gepasst.“ Jamie und Rémy fuhren kurzerhand zu Gitarrist Wolf Luca Zimmermann. Der 17-Jährige fühlte sich in der Band, in der er bis dahin noch mit Jamie spielte, auch längst nicht mehr wohl.

Rémy kannte noch einen Drummer. Der fehlte schließlich noch. Also fuhren die drei dann weiter zu Robert Schulte. Der ebenfalls 17-Jährige erinnert sich: „Die drei haben mich noch an der Tür mit der Idee einer eigenen Band überfallen.“ Derart überrumpelt begab sich Robert jedoch mit den anderen in den Proberaum. Und noch am selben Abend entstand der erste Song: „The Deep Forest.“

Zwar erklärt Jamie gut ein Jahr später: „Wir sind die besten Freunde.“ Doch Robert gesteht: „Manchmal diskutieren wir bei einer Probe mehr, als wir wirklich spielen.“ Wolf Luca fasst es so zusammen: „Diese Band ist pure Demokratie.“ So sind im Laufe der vergangenen dreizehn Monate einige Songs, die das Quartett schrieb, auch wieder im Papierkorb gelandet. „The Deep Forest“ gehört aber immer noch zum Set der Truppe, die sich mittlerweile auf 16 Lieder geeinigt hat.

Komponiert werden diese immer von allen gemeinsam. Nur für die Texte ist hauptsächlich Rémy verantwortlich. Jamie lobt seinen Kollegen: „Er ist da ganz kreativ.“ Rémy selbst erklärt, dass ihm Texte mit persönlichen Inhalten „nur so aufs Blatt fließen“. So schrieb er über eine Trennung von seiner vorherigen Freundin die Worte zu „Broken Pieces“. Wolf Luca lobt: „Wenn ich den Refrain von diesem Song höre, kriege ich immer noch eine Gänsehaut.“

Schwieriger gestaltet sich die Arbeit an Texten, wenn Rémy über die Gesellschaft als Solches schreibt. „Coming Home“ ist ein Song, der länger brauchte, um zu reifen. Und dann bedauert der 19-Jährige auch, „dass die Leute bei englischen Lyrics einfach nicht so genau hinhören“. Aber er relativiert gleich: „Die Musik ist uns aber wichtiger.“

Die Welt verändern wollen die Vier nicht. „Wir sind auch nicht auf Erfolg fixiert“, erklärt Jamie. „Wir schauen einfach mal, wo es uns hintreibt.“ Gegen Ruhm und Reichtum wehren würden sie sich dann auch nicht. Entscheidend ist aber der Zusammenhalt und der Spaß der Vier: „Wenn einer von uns ausstiege, hätte ich keinen Bock mehr auf die Band“, stellt Wolf Luca klar.

Und so raufen sie sich bei ihren Diskussionen auch immer wieder zusammen. Das ist schwierig, denn ihre musikalischen Vorlieben passen auf den ersten Blick nicht wirklich zusammen. Jamie steht auf AC/DC und Rammstein. Rémy hört am liebsten Jazz und Blues. Robert bevorzugt Led Zeppelin und Wolfmother. Wolf Luca hat Slash, Jimi Hendrix, Jack White, Kasabian und auch Led Zeppelin im Plattenschrank stehen.

Nach dem Genre gefragt, welches ihre eigenen Songs umschreibt, zucken alle vier Musiker dann auch mit den Schultern. Wolf Luca meint, es wäre Hardrock. Jamie findet eher, es sei Alternative. Robert erinnert sich an einen Punksong im Programm. Rémy fasst zusammen: „Wir machen wohl einfach Rockmusik.“

So schwierig es ist, musikalisch zueinander zu finden – der Name der Band hatte noch längere Geburtswehen. Anfangs nannte sich der Vierer The Wankers. Angesichts dessen, dass das übersetzt „Die Wichser“ bedeutet, befanden die Vier doch, „dass wir uns später für so etwas Pubertäres schämen würden“, erklärt Jamie. Einen Monat lang verwarfen die Vier einen Bandnamen nach dem anderen. Am Ende stand im November 2011 fest: „Wir heißen The Jack Pints.“

Eine eigene CD haben die Musiker noch nicht produziert, jedoch gibt es ein Demo. „Das hat Jens Krämer für uns aufgenommen“, sagt Wolf Luca dankbar. Damit schafft die Band es vielleicht auch, Auftritte außerhalb des Sauerlands zu ergattern. Doch zunächst aber steht erst einmal der sechste Auftritt von The Jack Pints am Wochenende in Neuenrade an. Die Musiker hoffen auf zahlreiche Fans. ▪ Von Michael Koll

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