„Wir Jäger werden uns wehren“

Diese Jäger hatten die besten Trophäen mit in den Kaisergarten gebracht.

NEUENRADE ▪ Gertrud Solzbacher hat mit dem Gehörn des von ihr erlegten Rehbockes den ersten Platz bei der Trophäenschau des Hegerings Werdohl-Neuenrade belegt.

Knapp 120 Mitglieder nahmen am Freitag an der Jahreshauptversammlung und der Schau im Kaisergarten teil, die durch die Bläsergruppe musikalisch eröffnet wurde.

Anschließend standen die Jagdtrophäen im Mittelpunkt. Das 232 Gramm schwere Gehörn, das Gertrud Solzbacher mitgebracht hatte, erhielt von der Jury die beste Benotung und 77 Punkte. Auf dem zweiten Platz landete das Gehörn von Robert Stäritz (76 Punkte), auf dem dritten Platz die Trophäe von Peter Zahn. Die beste Keilerwaffe – die Zähne eines männlichen Wildschweins – hatte Helmut Eick im Gepäck, Rainer Midderhoff konnte sich den zweiten Platz sichern.

Klaus Kermes, der stellvertretender Hegeringleiter in Meinerzhagen-Valbert, überreichte den erfolgreichen Jägern die entsprechende Auszeichnung. Anschließend fasste er das Jagdjahr in Zahlen zusammen: 371 Rehe hatten die Werdohler und Neuenrader 2011 zur Strecke gebracht, die Ausstellungsbeteiligung liege bei erfreulichen 98 Prozent. Den Abschlussplan hätten die Jäger mit 101 Prozent erfüllt, bei 7200 Hektar Jagdfläche seien das pro Hektar 5,12 Tiere.

Der Jahresbericht des Vorsitzenden Jörg Sommer, der ebenso wie Schriftführer Oliver Krönke wiedergewählt wurde, befasste sich unter anderem mit den Abschusszahlen: Beim Schwarzwild hatten die Hegeringsmitglieder 80 Tiere erlegt – 2010 waren es mehr als doppelt soviel. „Es geht da immer bergauf und bergab, dafür gibt es keine Erklärung – außer vielleicht einen harten Winter“, erklärte Sommer. Neben 137 Füchsen und 137 Rabenvögeln und Stockenten hätten die Jäger auch 16 wildernde Katzen geschossen. Aber: „Wir haben kein einziges Karnickel geschossen. Das ist erschreckend“, meinte Sommer. „In zwei Revieren sollten Karnickel neu eingebürgert werden, das Ergebnis sehen wir jedoch erst im nächsten Jahr“, führte er weiter aus.

Der Vorsitzende verlas auch aktuelle Mitteilungen des Landesjagdverbands (LJV) und des Deutschen Jagdschutzverbandes (DJV), die unter anderem das Jagdrecht betreffen. So stehe eine Novellierung des Jagdgesetzes an, die der Grünen Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz angestoßen habe. Die Waidgenossen wollen jedoch gegen die Pläne von Johannes Remmel vorgehen: „Wir Jäger werden uns wehren“, betonte Sommer, „lasst uns alle daran arbeiten, dass er seine Ziele nicht erreicht.“ Das neue Gesetz sehe beispielsweise vor, dass die Anzahl der jagdbaren Tiere begrenzt werde – auf Tiere, die verzehrt werden können, wie Wildschwein oder Reh. Wildkatzen, Otter, Luchse und Greifvögel sollen demnach nicht mehr geschossen werden dürfen. Remmel wolle ein Gesetz, das „nachhaltiger ist und den Tierschutz stärker berücksichtigt“. Jörg Sommer meinte dagegen, dass das Jagdrecht seit jeher mit Grund und Boden verbunden sei.

Einen Kursus zur Jagdhundevorbereitung soll es in diesem Jahr nicht geben. Er bemängelte zudem, dass die Einladungen zum Hegeringschießen auf dem Schießstand in Lüdenscheid im++mer ohne große Resonanz verhalle. Das gelte auch für die Treib- und Rückkehrjagden.

Um zu informieren und über das Jagen aufzuklären, schenkt der Hegering allen dritten und vierten Klassen in Neuenrade und Werdohl ein Malbuch. Diesbezüglich dankte Jörg Sommer den Sponsoren Gerd Middendorf senior und junior.

Im Anschluss gab Dr. Jobst-Ulrich Trappe vom Kreisveterinäramt Lüdenscheid aktuelle Informationen zur Schweinepest und dem Schmallenberg-Virus. Zur Schweinepest sagte er: „Sie ist fast vorbei“, so der Tiermediziner. Den letzten Ausbruch habe es Ende Juli 2009 gegeben, seitdem hätten großflächige Impfungen Wirkung gezeigt. Anders sehe es beim Schmallenberg-Virus aus, einer Infektion, die durch Stechmücken übertragen werde und „schreckliche Fehl- und Missgeburten bei Schafen, aber auch Rindern“ hervorrufe. „Was jetzt kommt, wissen wir nicht“, zeigte sich Trappe diesbezüglich ratlos. Schließlich standen noch Ehrungen auf der Tagesordnung: Seit 60 Jahren ist Karl Sönnecken bereits im Hegering aktiv, Arnold Noelle seit einem halben Jahrhundert. Jeweils 40 Jahre sind Horst Röttger Graf sowie Christopher Schwarz im Verein aktiv. Der wiedergewählte stellvertretende Vorsitzende Dietrich Etzler bereits seit 25 Jahren. ▪ anke

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare