Winterdienst viel teurer als erwartet

Viel zu räumen gab‘s im vergangenen Winter.

NEUENRADE ▪ Der Schnee ist weg. Der Frühling lässt gleichwohl immer noch auf sich warten. Doch der lange Winter hat auch langfristige Folgen, die zuvor niemand absehen konnte.

Bei der Sitzung des Stadtwerke-Verwaltungsrates am Montagnachmittag bezifferte Vorstandsmitglied Gerhard Schumacher die finanzielle Belastung, die die Witterung der vergangenen Monate für die Stadt Neuenrade mit sich brachte: Der Winterdienst verschlang demnach 216  350 Euro. Veranschlagt gewesen waren im Stadtwerke-Haushalt für die Räumung der Straßen gerade einmal 139 000 Euro. „Der Mehrbedarf kann aber durch Rückstellungen der Vorjahre abgedeckt werden“, beruhigte Schumacher die Verwaltungsrats-Mitglieder. Im Klartext: In früheren Jahren musste Neuenrade weniger Geld für den Winterdienst ausgeben als geplant, das eingesparte Geld stand nun zur Verfügung.

Doch es hätte auch noch schlimmer kommen können: Aufgrund eines Lieferengpasses der Streusalzproduzenten konnten einige Straßen wochenlang nicht mit Auftausalz bestreut werden. Autofahrer und Fußgänger waren deshalb genervt, die Stadtwerke mussten so aber weniger Geld ausgeben.

Aus gegebenem Anlass skizzierte Anke Seeling, Kämmerin der Stadtwerke, Grundsätzliches zur Gebührenkalkulation: Ein grundlegendes Problem sei, dass die Gebühren im Vorfeld erhoben würden. Ihre Höhe beruhe auf Prognosen, und Naturereignisse, wie eben ein langer oder harter Winter, seien eben nicht prognostizierbar. Zwar müssten die Gebühren den Aufwendungen entsprechen, doch dürften aus wichtigem Grunde die errechneten Kosten überschritten oder ein Einnahme-Überschuss erzielt werden. Überschüsse oder Rückstellungen dürften jedoch nicht von vornherein in die Kalkulation einfließen. Zudem müssten sie im Laufe von drei Jahren ausgeglichen werden.

Zur Erläuterung ging Seeling speziell auf die Personalkosten ein: In die Kalkulation gehöre nur der Teil, der die aktiven Mitarbeiter betreffe. Rückstellungen für Pensionen hätten keinerlei Einfluss auf die Höhe der Gebühren.

Schwierig sei auch die Prognose der Abschreibungen von Anlagegütern (vom Fahrzeug bis zum Computer): Die Höhe werde ermittelt nach dem „aktuellen“ Wiederbeschaffungswert. Dieser werde stets zum Ende eines Kalenderjahres ermittelt. Als nun in der zweiten Jahreshälfte 2009 die Gebühren für das Jahr 2010 festgelegt wurden, waren die neuesten Wiederbeschaffungswerte folgerichtig von Ende 2008 datiert. Das Jahr 2009 war zu dem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen.

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