Windräder: „Wie es ausgeht wissen wir auch nicht“

Die Versammlung war gut besucht. ▪

NEUENRADE ▪ Zwei Themen dominierten den 3. Altenaffelner Zirkel, der am Mittwochabend im dortigen Bürgerhaus stattfand: Die Windräder und das Jubiläum. „Es ist nicht ganz erfreulich, aber ich kann nichts daran ändern“, sagte Ortsvorsteher Andreas Wiesemann zu den geplanten Windkraftanlagen.

Man müsse abwarten, was da komme. Am 4. September 2006 stand eben dieses Problem schon einmal zur Diskussion, nachdem im April 1999 die Vorrangflächen in Affeln ausgewiesen wurden. „Das war ähnlich wie jetzt“, erinnerte sich Wiesemann zurück.

Aktuell sind vier Anlagen geplant; bei der Sitzung am Mittwoch diskutierten Rat und Bürger das Thema ausführlich (wir berichteten).

Auch wenn der Ortsvorsteher diese Problematik nicht zum Hauptthema machen wollte, interessiert das die ratlosen Bürger: Sie fühlen sich hintergangen. Als „Holzhammermethode“ und „Rattenschwanz“ bezeichnen sie die Pläne; ein Bürger ist „von der hektischen Eile irritiert – das ist doch jahrelang geplant gewesen“, ist er sich sicher. „Diese Nacht- und Nebelaktion erschließt sich mir nicht“, äußert ein weiterer Altenaffelner seinen Unmut. Ein anderer interessiert sich dafür, wie es verwaltungstechnisch bestellt ist. Da gäbe es doch die Möglichkeit, vor das Verwaltungsgericht zu ziehen, denn das sei ein belastender Verwaltungsakt. Diverse Ideen kamen während der Versammlung auf: Zum Beispiel die Windenergieanlage als Bürgerwindrad zu nutzen oder eine Bürgerklage einzureichen.

Auch der Rat ist ratlos: „Wir haben ganz große Fragezeichen im Kopf“, gab CDU-Fraktionsvorsitzender Marc Hantelmann in diesem Rahmen zu. Antonius Wiesemann schloss sich dem an: „Von der Politik waren wir auch wie vor den Kopf geschlagen. Aber wir werden alles möglich tun, um das in vernünftige Bahnen zu lenken. Wie es ausgeht, wissen wir auch nicht.“, ist die Zukunft nach Wiesemann erst einmal ungewiss. Aber: Durch den Bebauungsplan hätten sie Zeit gewonnen; ein Jahr wird das Verfahren zurückgestellt.

Fakt ist: Man will sich wehren. Durch den Bebauungsplan solle die Öffentlichkeit mit einbezogen werden, so Antonius Wiesemann. Seit gut einem Jahr suchten sie bereits andere Flächen. Allerdings könne auf der Vorrangzone auf jeden Fall momentan gebaut werden. Das sei der Stand der Dinge, so Antonius Wiesemann. „Wir haben einen Antrag auf Zurückstellung der Bebauung gestellt, um Flächen zu finden, bei denen keine Menschen beeinträchtigt werden“, so auch Marc Hantelmann. Auch Schlagschatten am frühen Morgen und am frühen Abend spielt dabei eine Rolle: Verursacht eine Anlage mehr als 30 Minuten Schatten am Tag, muss sie der Betreiber in der entsprechenden Zeit abschalten. 30 Minuten Schlagschatten am Tag, bis zu 30 Stunden im Jahr, damit müsse man rechnen. Auch hieß es, dass die Idee zur Begrenzung der Höhe nicht zwingend fruchte: Das könne für die Firma so unwirtschaftlich sein, dass das Gesuch abgelehnt werden könnte.

„Wir werden hier keine Lösung dafür finden“, beschloss Ortsvorsteher Andreas Wiesemann schließlich die Diskussionen, „wenn der Bebauungsplan aufgestellt ist, müssen wir das Verfahren abwarten.“ Allerdings müsse dafür gesorgt werden, dass alle vernünftig informiert würden.

Im Anschluss befasste sich Wiesemann mit erfreulicheren Dingen: Der Rückblick auf den zweiten Zirkel machte den Zusammenhalt des Dorfes deutlich. An den Glascontainern stellten die Bürger eine Infotafel auf – das verschönerte den Dorfanblick. Zudem kaufte Altenaffeln einen Baum für den Schützenplatz in Affeln. Da das geplante Areal für den Dorfplatz – hinter der Kapelle – von der Bezirksregierung als nicht förderungsfähig eingestuft wurde, ist als Dorfplatz nun die Stelle zwischen Schule und Kapelle angedacht. Ein weiteres Thema war der Streetsoccerplatz: Zwischen Schulspielplatz und Kapelle wird er liegen; eine alte Hütte haben Männer dafür schon abgerissen, die Ausschachtung ist bereits erfolgt: 400 Kubikmeter Erde hoben die Helfer aus. „Das hat super geklappt“, so Wiesemann stolz.

Eine große Sache ist das Jubiläum: Von Mitte 2010 bis Mitte 2011 fand die Findungsphase statt; aktuell ist das Gremium in der Konzeptphase, und das noch bis April. Bis zum 700-jährigen Jubiläum am 30. August und 1. September 2013 steht dann die Umsetzungsphase an. Thema wird eine Zeitreise sein: „Es soll ein schönes Wochenende und Werbung für Altenaffeln sein, ein Fest für das ganze Dorf“, sagten Friedhelm Becker und Sandra Schmidt vom Planungsgremium. ▪ Annette Kemper

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