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Windräder: Die Zukunft der Energieversorgung?

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Von: Peter von der Beck

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Holger Dierks, technischer Betriebsleiter, zeigt den 1O KV-Transformator in der Anlage.
Holger Dierks, technischer Betriebsleiter, zeigt den 1O KV-Transformator in der Anlage. © von der Beck, Peter

Die Befürworter von Windenergieanlagen scheinen optimistisch. Der Wind hat sich zuletzt gedreht, das Thema erneuerbare Energien wird angesichts des Ukraine-Kriegs, drohender Embargos, des politischen Willens der Bundesregierung und nicht zuletzt der Klimaveränderungen enorm befördert.

So trafen sich am Mittwoch wohl ausschließlich Windkraftbefürworter auf dem Kohlberg und besichtigten dort eine der Windkraftanlagen. Natürlich mit E-Autos waren Milan Nitzschke, einer der Geschäftsführer bei SL Naturenergie, SPD-Landtagsmitglied Inge Blask, der Vorsitzende des Landesverbandes Erneuerbare Energien (LEE) Reiner Priggen und die Neuenrader Stadträtin Ulrike Wolfinger mit Willi Wolfinger gekommen. Nitzschke ließ die mittlerweile ein Jahrzehnt dauernde Geschichte der Kohlberg-Windenergieanlagen Revue passieren und zeigte sich zuversichtlich, dass man den anstehenden Prozess „mit höchster Wahrscheinlichkeit gewinnen werde“.

Zudem sehe er überhaupt kein Konfliktpotenzial mehr mit Rotmilanen – im Gegenteil. So berichtete er, dass man im Zuge der Erneuerung einer Anlage in Hagen festgestellt habe, dass ein Rotmilan sogar an die Anlage mit seinem Nest herangerückt sei („der Nabu klagt trotzdem“). Milan (!) Nitzschke berichtete außerdem von einer erheblichen Zunahme dieser Vogelart.

Das Hohelied auf die Windkraft

Das Hohelied auf die Windkraft sang Nitzschke. Man exportiere Windstrom nach Frankreich, weil dort ein Drittel der Atomkraftwerke abgeschaltet sei. Er erklärte auch, dass die Strompreise an der Strombörse immer dann fallen würden, wenn Wind weht.

Ulrike Wolfinger, Willi Wolfinger, SPD-Landtagsmitglied Inge Blask und LEE-Vorsitzender Reiner Priggen hören Geschäftsführer Milan Nitzschke zu.
Ulrike Wolfinger, Willi Wolfinger, SPD-Landtagsmitglied Inge Blask und LEE-Vorsitzender Reiner Priggen hören Geschäftsführer Milan Nitzschke zu. © von der Beck, Peter

Inge Blask ihrerseits berichtete von vielen energieintensiven Betrieben in der Region, die auf Gas angewiesen seien, Angst vor den Preissteigerungen hätten und Alternativen suchten und, dass vor diesem Hintergrund Wasserstoff aus erneuerbaren Energien eine sinnvolle Alternative sei. Man könne mithin auch die Gas-Infrastruktur nutzen. Blask sieht den grünen Wasserstoff auch als Zukunftstechnik.

„Elektrolyseure“ ein Thema

In der Tat befasse man sich auch seitens der Windkraftbetreiber mit dem Thema: „Elektrolyseure“ taucht immer wieder als Fachbegriff für jene Unternehmen auf, die Wasserstoff eben mit Windkraft und Elektrolyse produzierten. Lobbyist Priggen ergänzte zudem, dass gut verfügbare erneuerbare Energien Firmen anlocken würden und auch Abwanderungen verhinderten. Er nannte Tesla, Northvolt und eine Chipfabrik, die sich gerade auch wegen der erneuerbaren Energie angesiedelt hätten. Die schauten in die Zukunft, in der fossile Energien nicht mehr eine Rolle spielten.

Damit das alles funktioniert, gelte es, die Genehmigungsprozesse zu verschlanken. Blask: „Wir schaffen Regionalzentren, in denen nur Windkraftsachen verhandelt werden.“ Genehmigungsverfahren war dabei auch wieder ein Stichwort für Nitzschke, der noch immer auf das OK vom Kreis für den Tagesbetrieb der Kohlberg-Anlagen wartet.

Kritik am Märkischen Kreis

„Wir sehen keinen Grund, warum sich die Anlage tagsüber nicht drehen darf und trotzdem gibt es keine Rückmeldung vom Kreis.“ Nitzschke zeigte dafür kein Verständnis, denn schon bald würden sich die Energiepreise verdoppeln – dabei mache laut Nitzschke jede Anlage den Strompreis günstiger.

Alle Anwesenden waren sich einig, dass sich etwas tun müsse auf Landes- und Kommunalebene. „Die Gemeinden im Sauerland werden Gebiete ausweisen müssen – zum eigenen Nutzen,“ sagte Nitzschke. Auch Konzentrationszonen seien kein Hindernis mehr. Kommunen wie Altena sollten sich schon mal umschauen. Lobbyist Reiner Priggen sagte: „Es kommt sowieso. Wer wartet, für den wird es nur teurer.“

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