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Windräder auf dem Kohlberg: Bald Tag und Nacht in Betrieb

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Von: Peter von der Beck

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Die Windenergieanlagen auf dem Kohlberg werden derzeit aufgebaut, die Fertigteile werden per Schwerlastverkehr angeliefert. Die Anlagen können nur unter bestimmten Wetterbedingungen installiert werden.
Die Windenergieanlagen auf dem Kohlberg werden derzeit aufgebaut, die Fertigteile werden per Schwerlastverkehr angeliefert. Die Anlagen können nur unter bestimmten Wetterbedingungen installiert werden. © von der Beck, Peter

Wenn aktuell die Ampel-Koalitionsverhandlungen zwischen SPD, FDP und Bündnisgrünen in Berlin laufen, schaut einer ganz besonders genau hin: Klaus Schulze Langenhorst.

Dem Chef der SL Naturenergie – jene Unternehmensgruppe, welche die Windenergieanlagen auf dem Kohlberg baut und auch in Balve gerne zum Zug kommen möchte – ist sehr daran gelegen, dass die Verfahren für die Realisierung von Großprojekten verkürzt werden. „Es kann nicht sein, dass ein Projekt wie die Kohlberganlagen zehn Jahre dauert“, sagte er im Gespräch mit der Redaktion. Und ein Ende des Verfahrens ist noch nicht in Sicht. Die Hauptverhandlung beim Oberverwaltungsgericht in Münster, ob die Windräder dauerhaft betrieben werden dürfen, steht noch aus.

Gleichwohl darf auf dem Kohlberg fleißig gebaut werden, der gerichtlich verhängte zeitweilige Baustopp ist bekanntlich vor einigen Monaten aufgehoben worden. Schulze Langenhorst verweist darauf, dass am Sonntagabend die vierte Anlage nachts in Betrieb genommen wurde und die ersten Kilowattstunden Strom erzeugt hat. Und ab 1. November werden dann alle fertig gestellten Windräder auch tagsüber laufen und Strom produzieren.

Bislang freiwilliger Verzicht

Der Betrieb am Tag sei dann kein Problem, denn Rotmilane seien Zugvögel und hätten sich vermutlich schon Mitte Oktober gen Süden aufgemacht. Schulze Langenhorst betonte, dass er freiwillig zunächst auf den Tages-Betrieb verzichtet habe, damit eben Rotmilane, aber auch Schwarzstörche und Fledermäuse nicht gefährdet werden. Vor allem dieser Umstand hatte die Richter des Oberverwaltungsgerichtes im Juli zu dem Beschluss kommen lassen, den vorübergehenden Baustopp, den die Windrad-Gegner erwirkt hatten, aufzuheben. Derzeit würden, wenn es das Wetter denn erlaube, auch die fehlenden beiden Windenergieanlagen fünf und sechs fertig gebaut. In der vergangenen Woche habe man wegen der Windverhältnisse allerdings nicht arbeiten können.

Jetzt allerdings könne der Kran für die Fertigstellung umgebaut werden. „Die fehlenden Anlagen sollen zum Jahresende in Betrieb gehen“, so Schulze-Langenhorst. Rund neun Millionen Kilowattstunden pro Rad und pro Jahr würden dann durchschnittlich auf dem Kohlberg produziert. Wind-Baron Schulze Langenhorst geht zudem von einer verstärkten Akzeptanz der Windenergieanlagen aus. Das habe der Baustellentag auf dem Kohlberg gezeigt. Zwischen 300 und 400 Besuchern hätten sich die Anlagen angeschaut. „So richtig kritische Stimmen waren nicht dabei“, sagte Schulze Langenhorst. Die SL Naturenergie wird auch eine Art Bürgerbeteiligung für die Anlagen anbieten. Derzeit werde das Modell, welches man erarbeitet habe, noch von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) geprüft, erklärte Schulze Langenhorst. Nach seiner Kenntnis seien dann Beteiligungen ab 500 bis zu 25 000 Euro möglich.

Modell zur Beteiligung der Bürger

Gestartet werde das Modell bereits Anfang oder Mitte November. „Geprüft wird derzeit noch die Absicherung, weil das Gerichtsverfahren ja eben noch läuft.“ Was die weiteren Windenergie-Projekte anbelangt, so plant Schulze Langenhorst noch einiges. Doch was die Zusammenarbeit mit den Genehmigungsbehörden betrifft, ist er nicht immer so ganz glücklich. Mit dem Balver Vorhaben läuft es nicht so rund: „Wir arbeiten daran.“ So habe der Märkische Kreis eine andere Auffassung über die Vollständigkeit von Unterlagen und dem Umfang von Untersuchungen.

Er habe auch inzwischen den Eindruck, dass im Sauerland schon im Vorfeld daran gearbeitet werde, wie die Realisierung von Windenergieanlagen verhindert werden könnte. „Wir hoffen daher auf Klarheit durch die Politik.“

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