Windpark: „Keine Fehler bei der Genehmigung“

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Diplom-Biologe Johannes Fritz hat das Umweltgutachten für den Kohlberg erstellt.

Neuenrade - „Wir wollen die Bürger möglichst neutral informieren“, betonte Klaus Schulze Langenhorst, Geschäftsführer des Unternehmens SL Windenergie. Am Dienstag fand im Kaisergarten die Infoveranstaltung zum Thema Windenergie und zum geplanten Windpark auf dem Kohlberg statt.

Anwesend war auch der Diplom-Biologe Johannes Fritz, der den Kohlberg während des Genehmigungsprozesses mehrfach begutachtet hatte. In einem Pressegespräch reagierte Schulze Langenhorst auf die Bedenken der Bürgerinitiative „Rettet den Kohlberg“. Vielfach sei von den Windpark-Gegner nicht mit „Sachlichkeit argumentiert worden“.

So sei beispielsweise oft die Entfernung der geplanten Anlagen zum Kohlberghaus falsch beziffert worden. „Das Haus ist mehr als 700 Meter von der Stelle entfernt.“ Oftmals seien aber weitaus niedrigere Entfernungen von den Mitgliedern der Bürgerinitiative verbreitet worden. 

Die Aussage, dass der Infraschall die Bewohner des Kohlberghauses belaste, wies er deutlich zurück. Mehrere Studien würden das belegen. „Viele Alltagsgeräte, wie zum Beispiel ein Kühlschrank, erzeugen im Kohlberghaus mehr Infraschall als die Windräder. Die Vorwürfe der Bürgerinitiative entbehren jeder Grundlage. Einrichtungen wie das Kohlberghaus haben den höchsten Schutzanspruch.“

Keine Einwände zum Thema Artenschutz

Auch die Bedenken zum Thema Artenschutz griff Schulze Langenhorst auf. Das Umweltgutachten habe belegt, dass es diesbezüglich keine Einwände gäbe. Der Diplom-Biologe Johannes Fritz vom Unternehmen Ecoda hatte das Gutachten erstellt. Seit 2013 sei er immer wieder – meist mit einem weiteren Mitarbeiter – vor Ort gewesen. 

Da er bei seiner Arbeit auch Zwergfledermäuse und Uhus entdeckte, sei die ursprünglichen Fläche mit Baupotenzial um ein großes Stück verringert worden. Mehrfach habe er seine Erkenntnisse mit den Fachbehörden ausgetauscht. Seine Arbeit diene dazu, dem Artenschutz gerecht zu werden.

Klaus Schulze Langenhorst, Geschäftsführer von SL Windenergie

Auch bei den geplanten Rodungsarbeiten sei er eingebunden: „Wir untersuchen vorher, ob wir in den Bäumen Fledermäuse oder andere Tiere finden.“ Diese müssten zu ihrem Schutz umgesiedelt werden. Rotmilane habe der Gutachter im untersuchten Gebiet nicht gefunden. Mehrfach sei er auch Hinweisen von Bürgern nachgegangen. Die gemeldeten Horste gehörten allerdings zu anderen Arten. 
 
Klaus Schulze Langenhorst ist der Meinung, dass der gesamte Genehmigungsprozess nach den geltenden Richtlinien gelaufen sei. „Ich bin mir sicher, dass es keine Mängel im gesamten Verfahren gibt.“ Auch deswegen werde er mit dem Bau vor Ende eines Klageverfahrens beginnen. 

SL Windenergie ist Bürgerinitiative entgegengekommen

Sein Unternehmen sei der Bürgerinitiative entgegengekommen. So habe er beispielsweise angeboten, die Anlagen so zu errichten, dass es keinerlei Verschattung gibt. Die Windpark-Gegner seien darauf aber nicht eingegangen. „Es geht ihnen nicht um Kompromisse, sondern darum, den gesamten Windpark zu verhindern.“ Manche Bedenken der Windpark-Gegner könne er nachvollziehen. „Natürlich“ würden die Anlagen nicht schön aussehen, so Schulze Langenhorst wörtlich. 

Trotzdem könne von einer Industrialisierung des Kohlbergs in keiner Weise gesprochen werden. Ungefähr zwei Hektar Wald müssten für den gesamten Park gerodet werden. Die Leistung der Windräder sei enorm: 20 000 Haushalte könnten mit dem erzeugten Strom versorgt werden. Dies müssten die Gegner auch einmal anerkennen. 

Vielfach sei mit Ängsten gearbeitet worden. „Die Diskussion wurde emotionalisiert.“ Den Widerstand gegen den geplanten Windpark auf dem Kohlberg erlebe er in gewisser Weise als selten stark. Schulze Langenhorst findet Erklärungen dafür im Auftreten der Anführer der Initiative, der langen Dauer des Genehmigungsprozesses und der Tatsache, dass bisher erst wenige Windenergieanlagen in der Gegend stehen würden. „In Regionen, wo viele der Anlagen stehen, gibt es viel weniger Widerstand.“

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