Proteste von Bürgerinitiative bei Informationsveranstaltung zum Thema Windenergie

Windpark: Arbeiten könnten nächste Woche beginnen

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Zu der Protest- und Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative „Rettet den Kohlberg“, hatten sich mehr als 50 Windpark-Gegner vor dem Kaisergarten versammelt.

Neuenrade - „Der Märkische Kreis hat unserem Antrag auf sofortige Vollziehung stattgegeben“, sagte Klaus Schulze Langenhorst, Geschäftsführer des Unternehmens SL Windenergie, am Dienstagnachmittag. 

Noch in diesem Monat sollen die Rodungsarbeiten für den Windpark auf dem Kohlberg beginnen. Das Pressegespräch mit dem Geschäftsführer fand am Rande einer Informationsveranstaltung zum Thema Windenergie und dem geplanten Windpark auf dem Kohlberg statt.

Wilfried Bracht, stellvertretender Vorsitzender der Bürgerinitiative „Rettet den Kohlberg“, reagierte auf diese Meldung gefasst. „Wir haben damit gerechnet“, erklärte er. Gemeinsam mit ihrem Rechtsanwalt habe die Bürgerinitiative bereits die weiteren rechtlichen Schritte besprochen. Die Windpark-Gegner hoffen nun, den Bau durch eine einstweilige Anordnung zu verhindern. 

Verfahren abwarten

Ansonsten gelte es das laufende Klageverfahren gegen den Bau der Windenergieanlagen abzuwarten. Falls das Verwaltungsgericht Arnsberg zu Gunsten der Kläger entscheide, müssten die Windräder wieder abgebaut werden. 

Natürlich habe die Bürgerinitiative auch den Fall einer Niederlage einkalkuliert. „Wenn es dazu kommt, akzeptieren wird die Entscheidung des Gerichtes natürlich.“ Die Windpark-Gegner seien immerhin gute Demokraten. 

Zu einer Protest- und Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative vor dem Kaisergarten waren mehr als 50 Windpark-Gegner erschienen. Bracht betitelte die Aktion als „letzten Protest“. Alles Weitere werde das Gericht klären. 

Wilfried Bracht (links), stellvertretender Vorsitzender der Bürgerinitiative „Rettet den Kohlberg“, lehnte den Dialog mit Klaus Schulze Langenhorst, Geschäftsführer des Windpark-Projektierers SL Windenergie, und Lars Schnatbaum-Laumann (rechts) von der EnergieAgentur.NRW ab.

Zu der Informationsveranstaltung im Kaisergarten, an der unter anderem das Unternehmen SL Windenergie und die EnergieAgentur.NRW beteiligt waren, hatte er eine klare Meinung: „Das ist eine Schauveranstaltung.“ Mit objektiven Informationen habe dies nichts zu tun. 

Im Gegensatz zu den Windpark-Gegnern nahmen zahlreiche andere Bürger das Angebot im Kaisergarten wahr. Sie nutzten die Möglichkeit, um mit den Mitarbeitern von SL Windenergie, mehreren Windenergie-Experten und einem Umweltgutachter ins Gespräch zu kommen und sich über den geplanten Windpark auf dem Kohlberg zu informieren. Auch Bürgermeister Antonius Wiesemann war vor Ort und verschaffte sich an den verschiedenen Infoständen einen Überblick. 

Proteste vor dem Kaisergarten

Währenddessen sammelten sich vor dem Kaisergarten die Mitglieder der Bürgerinitiative zu der Protest-Veranstaltung. Sie würden vor allem ein Zeichen gegen den geplanten Bau der Windenergieanlagen setzen wollen und ihre Argumente gegen das Vorhaben auf dem Kohlberg aufführen. 

Hierfür waren vorab Luftballons mit dem Schriftzug „Rettet den Kohlberg! Stoppt SL Windenergie!“ und rote Info-Zettel an die Protestler verteilt worden.

Infoveranstaltung zum Windpark von Protesten begleitet

In einer Ansprache ließ Wilfried Bracht noch einmal den gesamten Genehmigungsprozess aus seiner Sicht Revue passieren. Dabei kritisierte er unter anderem Ratsmitglieder der Stadt Neuenrade, den Kreis, die Rot-Grüne Landesregierung mit ihrem Umweltminister Johannes Remmel und auch die Fehler, die aus seiner Sicht bei dem gesamten Genehmigungsprozess gemacht wurden. 

Auch Detlef Stägert, Vorsitzender der Freien Wählergemeinschaft, richtete einige Worte an die Anwesenden. Er sei nicht grundsätzlich gegen Windenergie allerdings müssten die Anlagen auch an den richtigen Stellen gebaut werden. 

Stimmung eskaliert

Die Stimmung bei den Anwesenden kochte hoch, als der Geschäftsführer von SL Windenergie, Pressesprecherin Aline Wenderoth
und Lars Schnatbaum-Laumann, von der EnergieAgentur.NRW, aus dem Saal des Kaisergartens kamen. 

Windkraft-Projektierer Schulze Langenhorst lud die Protestler ein, in den Kaisergarten zu kommen und den Dialog zu suchen. Die Antwort der Anwesenden war allerdings mehr als deutlich. „Wir wollen euch hier nicht“, schallte es aus den Reihen der Windpark-Gegner. 

Schon im Vorfeld hatten die Verantwortlichen von SL Windenergie der Bürgerinitiative angeboten, in den Dialog zu kommen. „Das hat die Bürgerinitiative allerdings abgelehnt“, berichtete Schulze Langenhorst. 

Seine Firma habe bereits mehrere Windenergieanlagen in Betrieb und habe mit vielen Bürgerinitiativen zu tun gehabt, aber so ein andauernder und vehementer Prozess sei doch eher selten. „Die Stimmung hat sich während des Genehmigungsprozesses enorm hochgeschaukelt.“ 

"Kämpfen für Bürgerrechte"

Besonders die fehlende Sachlichkeit in den Argumentationen der Windpark-Gegner störe ihn. Dass Schulze Langenhorst den Protest der Bürgerinitiative in gewisser Maßen als einzigartig wahrnahm, freute Wilfried Bracht sichtlich. „Wir kämpfen hier für Bürgerrechte.“ 

Außerdem würde sich die Initiative für den Artenschutz des Kohlbergs einsetzen, im Gegensatz zur Kreisverwaltung, der Stadt Neuenrade oder dem Landes-Umweltminister Johannes Remmel. Dabei sei dies doch auch deren Aufgabe, bekräftigte der Windpark-Gegner und äußerte seinen Missmut.

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