Windkraftanlagen: "Das Projekt wird realisiert"

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Sechs Windkraftanlagen sollen auf dem Kohlberg gebaut werden - die Baugenehmigung steht noch aus.

Neuenrade - Er ist sicher, dass die Genehmigung kommt: „Wir werden bauen“. Klaus Schulze-Langenhorst ist Chef der SL Windenergie. Das Unternehmen plant sechs Windkraftanlagen auf dem Kohlberg zu bauen.

 Der Bauantrag ist eingereicht, die Fachleute des Märkischen Kreis prüfen ihn derzeit. Und sollte die Genehmigung versagt werden, „dann wird geklagt“. Wenn nicht der Versagungsgrund so schwerwiegend sei, dass einer Klage nicht stattgegeben würde. Das jedoch scheint dem Geschäftsführer unwahrscheinlich zu sein. Zudem verweist er auf die Möglichkeit nachzubessern, sodass am Ende doch die Genehmigung stehe.

Das Unternehmen habe viel Arbeit und Geld in das Neuenrader Projekt investiert. Seit vier Jahren sind Mitarbeiter des Unternehmens damit befasst, den Bau auf dem Kohlberg zu planen. Der Geschäftsführer lässt auf Nachfrage durchblicken, dass man mit einer halben Million Euro Vorkosten wohl nicht auskomme. Und nun ist Endspurt, Schulze-Langenhorst will bauen, sobald die Genehmigung da ist. Sein Unternehmen ordnet er als mittelständisch ein, derzeit habe man 85 Anlagen in Betrieb.

Wenn nun die Genehmigung in diesem Jahr käme, wäre es vorteilhaft für das Projekt, denn wer ab Januar Strom anbiete, werde gefördert, wenn er am wenigsten fordert, heißt es auf einschlägigen Windkraftbetreiberseiten im Internet. Man muss sich also einem Wettbewerb stellen.

Und natürlich will SL Windenergie Geld verdienen. Basis seien dabei aktuell die Einspeisevergütung für 20 Jahre, der Vorteil der aktuell niedrigen Zinsen und das EEG-Gesetz. Zudem werde eine Bürgerbeteiligung für die Menschen aus der Region Neuenrade, Altena, Balve angeboten. Die Verzinsung bei der Beteiligung soll bei fünf bis sechs Prozent liegen. Das sei die Zielmarke. „Das Projekt wird,“ so sagte der Projektierer im Gespräch, „sicher realisiert“.

 Es sei auch ein windreicher Standort dort auf der Bergspitze. „Die Wirtschaftlichkeit ist gegeben“. Das finanzielle Volumen für die Sechs Anlagen beziffert der Geschäftsführer auf 36 Millionen Euro, 15 Prozent Eigenkapital seien vonnöten und bei einem örtlichen Kreditinstitut sei die Finanzierung angefragt.

 Schulze-Langenhorst verwies zudem noch auf die zeitliche Begrenzung des Projektes hin. Die Anlagen seien zudem auf einen Betrieb von maximal 30 Jahren ausgelegt und dann seien sie „auch wieder weg“, sagte Schulze-Langenhorst. Vertraglich werde das natürlich festgeschrieben, inklusive Bürgschaft dazu.

Der Mittelständler skizziert in einer Presseinformation noch einmal die Zahlen für das Projekt Kohlberg. So sollen dort sechs Anlagen des Herstellers Enercon mit einer Nabenhöhe von 149 Metern (Rotordurchmesser 115 Meter) gebaut werden. Die Nennleistung pro Anlage beträgt 3000 Kilowattstunden (kwh). Den Energie-Ertrag aus dem Windpark beziffert das Unternehmen mit 60 Millionen Kilowattstunden jährlich. Mit dieser Leistung könnten 17 000 Dreipersonenhaushalte pro Jahr versorgt werden. Und die Kohlendioxideinsparung betrage rund 45 000 Tonnen/Jahr.

Die jüngsten Aufregungen um das Baugenehmigungsverfahren, bei dem in die Kritik geraten war, dass bei der Unterredung eine Taskforce des Umweltministeriums, sowie ein Rechtsbeistand von SL Windenergie dabei gewesen sei, kann der Geschäftsführer nicht nachvollziehen. Bei Projekten dieser Größenordnung könne man das gar nicht ohne juristische Begleitung machen. Und was sei verkehrt daran, wenn alle an einem Tisch versammelt seien. Schulze-Langenhorst sagte, dass man eine rechtssichere Genehmigung benötige – das sei das Entscheidende. Zudem betonte er, dass man jederzeit für einen vernünftigen sachlichen Dialog zu haben sei.

Peter von der Beck

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