Windkraft auf dem Kohlberg: Arbeiten starten wieder

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Für den Bau der Windenergieanlagen müssen zum Teil die Wege verbreitert werden. Dafür wurde Werdohler Grauwackeschotter aufgebracht und mit einen Spezialfahrzeug verteilt.

Neuenrade/Altena – Ungewöhnliche Betriebsamkeit herrscht derzeit auf dem Kohlberg: Große Lastwagen kurven über die forstwirtschaftlichen Wege, kippen Schotter aus Grauwacke ab, der wiederum von einem Spezialfahrzeug verteilt wird.

Insbesondere im nördlichen Teil sind Spezialisten mit dem Wegebau befasst. Es sind die Vorarbeiten für den Bau der sechs Windräder auf dem Kohlberg, die nun wieder aufgenommen wurden, nachdem die Windkraftgegner im Februar 2017 einen vorläufigen Baustopp erwirkt hatten. 

Jüngst hatte das Verwaltungsgericht in Arnsberg im Hauptsacheverfahren aber entschieden, dass die Baugenehmigung rechtens und das Verfahren in Ordnung ist. Seitdem wird das Vorhaben von der SL Windenergie, ein Tochterunternehmen der SL Naturenergie-Gruppe, zügig vorangetrieben. Wie schnell die vorbereitenden Arbeiten erfolgen, ist auch eine Frage der Witterung, sagte Joachim Schulenburg, Projektierer der SL Windenergie. 

Gegner legen Berufung ein

Allerdings ist dies nicht nur eine Sache der Witterung, sondern auch der Gerichte. So bestätigte die Richterin und Sprecherin des Oberverwaltungsgerichtes in Münster, Dr. Gudrun Dahme, dass beim OVG gleich zwei Verfahren der Projektgegner, der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU) für die Bürgerinitiative „Rettet den Kohlberg“ anhängig seien. Zum einen hätte die LNU am 2. Dezember die Zulassung der Berufung beantragt. Zum anderen gibt es einen weiteren LNU-Antrag zum Beschluss des Gerichtes über die sofortige Vollziehung der Baugenehmigung. Dabei versucht der Kläger eine aufschiebende Wirkung zu erreichen. Sprich: einen Baustopp. 

Die Markierungen zeigen auf, wie breit noch ein Teil der Wege ausgebaut werden müssen.

Zuversichtlich zeigte sich Windkraft-Investor Klaus Schulze Langenhorst. Der hatte nach dem Arnsberger Urteil gesagt, dass er nicht davon ausgehe, dass die Bürgerinitiative/LNU mit der Berufung Erfolg haben werde. Die Zulassungsauflagen des Oberverwaltungsgerichtes seien „ein dickes Brett“. 

Auf dem Kohlberg wird alles vorbereitet

Auf dem Kohlberg wird jedenfalls alles vorbereitet, um mit dem Bau der Windräder beginnen zu können. Nicht überall muss Schotter aufgebracht und die Wege verbreitert werden. An der T-Kreuzung in der Nähe der Jagdhütte und auf den davon abzweigenden Wegen wird gearbeitet. Es ist allerdings keine Dauerbefestigung vorgesehen. „Der Schotter wird zum großen Teil wieder weggenommen“, sagte Projektierer Schulenburg. 

Sind die Wege hergerichtet, geht es an die Fundamente und an die Stellflächen für die Windradalemente, dann schließlich an den Turmbau. Alle Arbeiten der nächsten Zeit seien wetterabhängig. Gebaut werde, so lange es die Witterung zulasse. Von Interesse war auch immer der Stromanschluss. Was diesen anbelangt, so sei der Vertragsabschluss mit Westnetz noch nicht erfolgt, sagte Schulenburg. 

2020 sollen die Anlagen stehen

Bis die Windräder stehen, dauert es – zumindest theoretisch – nicht mehr lange. Projektentwickler Schulenburg: „Ziel ist es, 2020 den Bau der Anlagen abgeschlossen zu haben.“

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