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Windenergie: Investoren wollen weitere Anlagen in Neuenrade bauen

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Von: Peter von der Beck

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Perspektive Windenergieanlagen: Vielleicht ergeben sich aufgrund energiepolitischer Entscheidungen und Erfordernisse weitere Möglichkeiten in Neuenrade.
Perspektive Windenergieanlagen: Vielleicht ergeben sich aufgrund energiepolitischer Entscheidungen und Erfordernisse weitere Möglichkeiten in Neuenrade. © von der Beck, Peter

Wer in diesen Tagen Land besitzt, auf dem möglicherweise Windenergieanlagen entstehen könnten, der bekommt zurzeit häufiger Besuch: An der Tür klingeln dann sogenannte „Projektierer“ - mit durchaus lukrativen Angeboten...

„Projektierer“, wie diese Besucher im Jargon der Branche heißen, klingeln derzeit bei Bauern oder auch Waldbesitzer und wollen Flächen einsammeln. Und sie sind auch in Neuenrade unterwegs

Sie bieten den Eigentümern eine Art Vorvertrag an, häufig mit Geldzahlungen verbunden, um sich so die Grundstücke für den Bau der Anlagen zu sichern. Kein Zweifel, es muss ein lukratives Geschäft sein und offenbar macht sich derzeit eine Art Goldgräberstimmung breit, denn der Koalitionsvertrag lässt auf einen massiven Ausbau von Windenergieanlagen auch dort hoffen, wo sich bislang kein Windrad drehen durfte. Geraten wird von diversen Seiten erst einmal nichts voreilig zu unterschreiben, sondern erst prüfen zu lassen.

Im Südosten sind noch Potenziale

Im Südosten Neuenrades sind laut Flächennutzungsplan noch Areale, die sich wohl auch für den Bau von Windrädern eignen sollen. Dass es nun aber in Neuenrade eine Vorrangzone auf dem Kohlberg gibt, spielt in Erwartung möglicher politischer Entscheidungen dabei wohl keine Rolle mehr. Marcus Henninger, Bauamtsleiter bei der Stadt Neuenrade, verwies darauf, dass planungsrechtlich immer noch die Vorrangzone aktuell sei. „Außerhalb der Zone ist normalerweise nichts anderes erlaubt.“ Es sei denn, es gebe einen neuen Status durch politische Entscheidungen, durch eine Klage oder eben eine neue rechtliche Regelung, sagte Henninger. Er habe schon gehört, dass interessierte Personen erklärten, „die Vorrangzone wegklagen“ zu wollen. Das sei andernorts durchaus gelungen, weil irgendwer formale Fehler gemacht habe.

Die Bauern können sich von ihrem Verband beraten lassen. Wenn jemand zum Beispiel einen 20-seitigen Vertrag unterschreiben soll, sei wohl eine gründliche juristische Prüfung angesagt. „Da sollte jemand drübergucken“, sagte die Kreisgeschäftsführerin des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, Nikola Galla. Verträge würden mit einzelnen Landwirten geschlossen, es gebe aber auch Poolverträge mit mehreren Grundeigentümern, die von der Windraderrichtung innerhalb eines Gebiets betroffen seien. An finanziellen Leistungen würden jährliche Mindestzahlungen und Umsatzbeteiligungen angeboten. Das Prozedere sei immer das gleiche: Flächen suchen, sich um Gutachten und Baugenehmigungen kümmern, Betreibergesellschaft gründen, so hieß es von Galla.

Der Bauernverband mischt selbst mit und will Bürgerwindräder

Neben rein privaten Projektierern gibt es auch einen anderen Player auf dem Feld: Ausgerechnet das Tochterunternehmen des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftverbandes – die BB Wind Projektberatungsgesellschaft mbH. Zielsetzung sei es, die Wertschöpfung durch die Windräder in der Region zu halten, mithin Bürgerwindräder zu etablieren. Galla erläuterte, dass BB Wind eben die Landwirte begleite, eine kostenlose Erstberatung anbiete und eben das Konzept mit den Bürgerwindrädern präsentiere. „Bäuerlicher Bürgerwind“ ist der Slogan, mit dem die BB Wind kräftig wirbt und betont: „Nicht verpachten, selber machen.“

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