Finanzielle Entlastung

Windel-Anträge sind Thema im Hauptausschuss

+
Im Neuenrader Rathaus werden die Windel-Anträge am Mittwoch im Hauptausschuss beraten.

Neuenrade - Familien mit Kleinkindern und inkontinente Erwachsene sollen in Neuenrade bei der Müllentsorgung finanziell entlastet werden. Am Mittwoch wird das Thema im Hauptausschuss beraten.

Beim gewichtsbasierten Müllentsorgungssystem konnte in Neuenrade hier früher durch eine günstige Windeltonne Abhilfe geschaffen werden. Indes: Das Wiegesystem ist nicht mehr zulässig. Neuenrade führte das volumenbasierte System ein, wie in den Nachbarkommunen.

Zunächst stellte die CDU-Fraktion einen Antrag, pro Kleinkind oder Inkontinenzpatient einen Pauschalzuschuss in Höhe von 25 Euro pro Jahr zu zahlen. Die FWG schob einen Antrag nach, schloss sich grundsätzlich dem CDU-Ansinnen an, will aber offenbar eine differenzierte Lösung auf breiter Datenbasis.

Indes – es zeichnet sich ab, dass eine Lösung nicht so einfach ist: Zumindest zeigen das die Daten der Verwaltung, die hier erhoben wurden. Eine umfassende Tabelle mit verschiedenen Fallbeispielen wurde erstellt, um den Kostenvergleich volumen- und gewichtsbasierte Lösung zu haben.

Das Verhalten der Menschen unterscheidet sich

Essenz ist demnach, dass es der Verwaltung schwer fällt, eine Vergleichbarkeit herzustellen. Zu unterschiedlich ist offenbar das Verhalten der Menschen. So schwankten bei den Windeltonnen die Jahreswerte bei den Familien zwischen 1,75 Tonnen und neun Kilogramm.

Und die neue Datenbasis scheint auch nicht wasserfest zu sein. Wie zum Beispiel das Volumen, das Windeln einnehmen, berechnet werden kann, ist nicht klar. Da gibt es laut Verwaltung wohl Listen mit Vergleichswerten aus Bayern...

Zudem: Ein nicht unerheblicher Aufwand bei der Verwaltung der Anspruchsberechtigten müsste auch noch berücksichtigt werden.

Ein zentraler Windelcontainer könnte die Lösung sein

Ob vor diesem Hintergrund ein zentraler Windelcontainer am Bringhof nicht die praktikabelste Möglichkeit wäre, bestätigt Marcus Henninger Bauamtsleiter und technischer Vorstand bei den Stadtwerken: „Ein Windel-Container am Bringhof, den die Stadt bezahlt und in welchem Eltern sozusagen im Vorbeifahren den Windelmüll entsorgen könnten, wäre die einfachste Lösung.“

Aber, so gab Henninger zu bedenken, damit wären nicht-mobile Senioren mit Inkontinenz-Problemen benachteiligt. Da sind nun eben die Kommunalpolitiker gefragt.

Das Gebühren-Aufkommen hat sich kaum geändert

Bleibt noch der Hinweis, dass das Müllgebühren-Aufkommen mit dem aus Wiege-Zeiten abgerechneten Gebühren vergleichbar ist.

Die aktuelle Hochrechnung für das Gebühren-Aufkommen betrage wohl 1,102 Millionen Euro, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Das Gebührenaufkommen in den Vorjahren (2014 bis 2016) lag mit durchschnittlich 1,106 Millionen Euro etwas darunter.

Von Peter von der Beck

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare