FWG will neues Hallenbad in Neuenrade

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Ortstermin der Kommunalpolitiker im Hallenbad vor genau einem Jahr.

Neuenrade – Die Freien Wähler wollen ein neues Hallenbad für Neuenrade. Das alte kostet die Stadt viel Geld. Möglicherweise lässt sich mit einem Neubau viel Geld sparen.

Einen Vorstoß für ein neues Hallenbad am Schulkomplex Niederheide macht die Freie Wählergemeinschaft (FWG) Neuenrade. Der Hintergrund: Die Reparaturen und Sanierung des bestehenden Bades gehen ins Geld. 

Die FWG fordert die Stadtverwaltung in einer Anfrage daher auf: 

- die Kosten für Wartung, Reparaturmaßnahmen und Modernisierungen der vergangenen 15 Jahre für das Hallenbad zu ermitteln. „Dabei sollen die Kosten pro Jahr nach Wartung und Reparaturen sowie Modernisierungen aufgegliedert werden, um mögliche Trends erkennen zu können“, sagt Fraktionsvorsitzender Bernhard Peters. 

- die Kosten für ein neues Hallenbad und Finanzierungsmöglichkeiten zu ermitteln. 

- die möglichen Zuschüsse für einen Neu- bzw. Ersatzbau vom Land NRW und vom Bund zu prüfen.

Erster Vorstoß vor einem Jahr

Bei einem Ortstermin des Ausschusses für Schule, Sport, Jugend und Soziales vor genau einem Jahr hatte Ausschussmitglied Michael Hammer – damals für die FWG, vor Kurzem ist er zur FDP gewechselt – „auch auf die Gefahr hin, dass man mich gleich steinigt“ den Gedanken geäußert, über einen Neubau nachzudenken. 

Damals trafen sich die Kommunalpolitiker im Bad, weil dessen Erhaltung sowie Sanierungsarbeiten seit vielen Jahren viel Geld verschlingen. Unter anderem musste die Decke erneuert werden, was allein 50 000 Euro kostete. 

Bad kostet viel Geld

Diesen Vorschlag greift die FWG nun wieder auf: „Das Hallenbad Niederheide ist in die Jahre gekommen. Jahr für Jahr wird für Wartung, Reparaturen und Modernisierung eine beträchtliche Summe aus dem Neuenrader Haushalt aufgewendet“, sagt Peters. Daher hält es die Fraktion für sinnvoll, „ernsthaft über einen Neubau eines Hallenbades auf der Niederheide nachzudenken“. 

Zumal im Zuge eines Neubaus „Anforderungen an Barrierefreiheit für ältere Bürger mit und ohne Einschränkungen berücksichtigt werden“. Ein modernes und barrierefreies Bad biete unter anderem beste Voraussetzungen für therapeutisches Schwimmen. 

Dieser Vorschlag kommt auch mit Blick zu den Nachbarn. Die Stadt Werdohl, die derzeit ein neues Hallenbad in Ütterlingsen baut, hat dafür ein steuerliches Schlupfloch genutzt. 

Ministerium schafft Steuerschlupfloch

Eine Richtlinie des Bundesfinanzministeriums ermöglicht es den Stadtwerken, die den Neubau finanzieren, Gewinne aus anderen Sparte, beispielsweise der Gasversorgung, mit Verlusten aus dem Bäderbetrieb zu verrechnen. 

Voraussetzung dafür ist ein so genannter steuerlicher Querverbund. Diesen hat Werdohl durch den Bau eines Blockheizkraftwerks geschaffen, das bereits das Freibad und später auch das Hallenbad beheizt. 

Gewinne nicht versteuern

Weiterer Vorteil: Die Stadtwerke müssen ihre Gewinne nicht mehr versteuern, weil sie sie mit den Verlusten des Bäderbetriebs verrechnen können. Dieses Modell stößt bei der FWG in Neuenrade auf Interesse. Zumal auch in Neuenrade die Heizungsanlage Bad und Schulkomplex versorgt. Allerdings wird das Hallenbad auf der Niederheide in Neuenrade von der Stadt und nicht von den Stadtwerken betrieben, sodass der städtische Haushalt nach aktuellem Stand – im Gegensatz zum Badbau in Werdohl – stark belastet würde.

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