CDU will Kommunales Medizinisches Versorgungszentrum für Neuenrade

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Mark Hantelmann, Bürgermeister Antonius Wiesemann und Daniel Wingen präsentieren den Antrag.

Neuenrade - Die Stadt soll die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Gründung eines kommunalen Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) prüfen. Die Mehrheitsfraktion im Rat der Stadt, die CDU, stellte diesen Antrag.

Mark Hantelmann, Fraktionschef, und Daniel Wingen, stellvertretender Fraktionschef, präsentierten gestern ihre Vorstellungen gemeinsam mit Bürgermeister Antonius Wiesemann. 

Wie Daniel Wingen betonte, sei es nach der Vermittlungsprämie für Hausärzte nun „mit der geplanten Gründung eines MVZ die zweite Stufe der Rakete, die wir zünden müssen“. 

Die CDU-Fraktion sieht bekanntermaßen die noch gute hausärztliche Versorgung erheblich gefährdet, da es „bisher nicht gelungen ist, Nachfolger für die aktuell praktizierenden Hausärzte zu finden, die bereis alle älter als 60 Jahre sind“. 

Kein Interesse an klassischer Einzelpraxis 

Man habe zahlreiche Gespräche mit verschiedenen Ärzten, Medizinstudenten und anderen Interessengruppen nach dem Aufmerksamkeit verursachenden Kopfprämien-Antrag geführt. Dabei habe sich bei der Fraktion der Eindruck verstärkt, dass viele junge Absolventen nicht mehr die klassische Einzelpraxis mit allen daraus resultierenden Chancen und Risiken, sondern eine Anstellung mit festen Arbeitszeiten und Einkommen suchen. Sicherheit und Planbarkeit seien wohl attraktiver als eine Einzelkämpfer-Existenz in der freien Wirtschaft, sagte Hantelmann. Dem will man eben Rechnung tragen. Das Medizinische Versorgungszentrum soll zudem die hausärztliche Versorgung im Fokus haben. 

MVZ wird zur Chefsache

Bürgermeister Antonius Wiesemann will das ganze mit seinem Hauptamt zur Chefsache machen und die Sache schnell angehen. Der Bürgermeister würde sich freuen, wenn dabei auch Neuenrader Ärzte mit ins Boot kämen. „Das wäre optimal“. Wiesemann will, wenn es dann konkreter wird, professionelle Hilfe zur Unterstützung von außen holen. Dann hoffe er, werde das Projekt auf eine zukunftsfähige Basis gestellt. Einig war sich das Führungsteam der Fraktion und Bürgermeister Wiesemann, dass die Schwierigkeit bei diesem Projekt ist, das medizinische Personal anzuwerben. 

So wie es auch Hantelmann und Wingen kurz zuvor gesagt hatten, betonte der Bürgermeister noch mal: „Es geht um die Köpfe. Die Rahmenbedingungen kriegen wir hin“. Zudem hieß es, dass man in der Tat auch in Konkurrenz zu den Krankenhäusern stehe. Der Bürgermeister jedenfalls befürwortet diesen Antrag voll und ganz und will sich, wie in den vergangen Jahren, auch kümmern – auch wenn es nicht in der Gemeindeordnung stehe. „Es ist einfach zu wichtig für die Bürger dieser Stadt“. 

Wingen sieht kaum Zuschussbedarf

Was eine Finanzierung des Projektes anbelangt, so sieht Daniel Wingen nicht, dass bei einem derartigen Kommunalen Medizinischen Versorgungszentrum erheblicher Zuschussbedarf besteht. Die Arztpraxen würden ja auch leben. Die CDU-Fraktion will jedenfalls, sobald entsprechende Daten vorliegen, einen Finanzierungsvorschlag erarbeiten. Zudem, so sagte Bürgermeister Antonius Wiesemann, gebe es ja möglicherweise die Finanzierungsangebote der Kassenärztlichen Vereinigung.

Von Peter von der Beck

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