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Widerstand gegen Abholzungen: Baumfreunde planen Unterschriftenaktion

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Von: Peter von der Beck

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In einem Ladenlokal an der Ersten Straßen trafen sich die Baumfreunde.
In einem Ladenlokal an der Ersten Straßen trafen sich die Baumfreunde. © von der Beck, Peter

Die Baumfreunde in Neuenrade eint die Liebe zur Natur, das Misstrauen gegenüber jenen, die Bäume fällen, sie wollen Dinge wie alte Häuser erhalten und bewahren.

Sie eint aber durchaus auch Angst vor der Zukunft, die Sorge um den Klimawandel. Das zumindest scheint die Menschen zu motivieren, die am Freitagnachmittag an der Ersten Straße zusammenkamen, um die Gruppierung Baumfreunde zu gründen.

Politisch sehr erfahrene Kräfte der Neuenrader Bündnisgrünen, wie Uli Naumann, Christiane Vollmer und Ralf Biehl waren dabei, Anwohner aus dem Umfeld der Burgschule, Pfadfinder, aber auch Menschen, wie Janine Lohmann, die aufstehen und protestieren, wenn sie es für erforderlich halten. Das ist ganz im Sinne des Bündnisgrünen Ralf Biehl. Es gelte „die Automatismen der Bürokraten“ zu hinterfragen. Das laufe hier „genauso bescheuert wie in der Großstadt Dortmund“. „Hier ist es noch analog, woanders schon digital“, sagte Biehl griffig.

Appell: „Große Schnauze hilft“

Es gelte, hier Bäume zu erhalten, des Klimas wegen. Sein Appell an die jungen Leute: „Widerspruch, hinterfragen. Die große Schnauze hilft.“ So ging es um das Abholzen der Straßenbäume durch Straßen.NRW, hier ist man misstrauisch und kann den Kahlschlag nicht nachvollziehen. „Es gibt irgendwie keinen demokratischen Unterbau, um das Vorgehen dort zu kontrollieren“, sagte Christiane Vollmer.

Großen Raum nahm allerdings die geplante Erweiterung der Burgschule wegen der Offenen Ganztagsschule ein. Hier befürchten die Baumfreunde, dass uralte Bäume dort möglicherweise weichen sollen. Anwohner hatten sich schon deshalb an die Verwaltung gewandt und Bedenken geäußert. Die Baumfreunde fühlen sich hier schlecht informiert, auch was die Planungen anbelangt. Man wisse nicht, was die politische Vorgabe an die Planer sei, ob denn die Planungen baumerhaltend seien – oder eben nicht. Schützenswert seien die großen alten Bäume, die zum Beispiel Käuzchen als Heimstatt dienten. Doch nicht nur um die Bäume macht man sich sorgen, auch die alte Villa war Thema, ebenso auch der eventuelle Abriss der beiden Häuser an der Ersten Straße.

Verwaltungsspitze soll Auskunft geben

Die Runde war sich einig, kurzfristig eine Unterschriftenaktion zum Erhalt der Bäume zu initiieren, Adressen auszutauschen und auch möglichst kurzfristig Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) und Bauamtsleiter Marcus Henninger einzuladen – auf dass sie über die Erweiterungspläne der Schule und eventuelle Abholzungen berichten.

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