Wenn das Alibi platzt

Der „Meisterboxer“ kommt in die Heimatstadt von Friedrich Breitenbach –  ab diesem Zeitpunkt nahm das Verwirrspiel erst richtig seinen Lauf.

NEUENRADE ▪ „Der Meisterboxer“ sorgte am Samstagabend für einen voll besetzten Saal im Kaisergarten. Die Bühnenmäuse von der Theaterbühne des CVJM Lüdenscheid-West brachten das Neuenrader Publikum in dem Schwank in drei Akten immer wieder zum Lachen. Mit dem Auftritt im großen Saal des Neuenrader Kaisergartens beendeten die Bühnenmäuse auch ihre Spielsaison 2009/2010. Für das Ensemble war es die 26. Aufführung seit der Premiere am 30. Oktober des vergangenen Jahres.

Mit viel Spielwitz und beeindruckender schauspielerischer Leistung brachten die Darsteller dem Publikum die Geschichte des „Meisterboxers“ nah, den sie bereits 1994 schon einmal im Programm hatten. In dem Schwank, den Otto Schwarz und Carl Mathern geschrieben haben und der von Reinhard Meyer überarbeitet wurde, ging es um den Meisterboxer Friedrich Breitenbach. Den Erfolg seines Namensvetters machte sich der Wurstfabrikant zunutze und spielte seiner Frau vor, er wäre der große Boxer. Dabei ging es ihm nur um ein Alibi, um mit seinem Freund Antonius Wipperling durch die Restaurants zu ziehen – Adelheid hat ihn nämlich auf Schonkost gesetzt, und um diese zu umgehen kam ihm die geniale wie auch gefährliche Idee mit dem berühmten Namensvetter. Diese Täuschung wurde allerdings gefährlich, als der Meisterboxer tatsächlich in der Heimatstadt von Friedrich Breitenbach zum Kampf antreten sollte und sich auch noch in die Tochter des Wurstfabrikanten verliebt. Die Verwirrungen werden von Sohn Fritz vervollständigt, der mit Coletta Corolani, einer Tänzerin, lieber die Nächte durchtanzt, anstatt sich dem Studium zu widmen. Diese vorhersehbaren, dann aber doch immer wieder überraschenden Entwicklungen in dem Schwank begeisterten das Neuenrader Publikum.

Die Bühnenmäuse haben sich seit ihrer Gründung 1984 als Schauspielgruppe einen Namen über die Grenzen Lüdenscheids hinaus gemacht. Die Theatergruppe spielt ihre Stücke fast immer in ihrer Heimatstadt Lüdenscheid und so durften sich die Neuenrader Theaterfreunde über das Gastspiel des Ensembles besonders freuen. Für die letzte Aufführung des „Meisterboxers“ hatte sich auch eine Gruppe aus Hagen mit einem Reisebus auf den Weg nach Neuenrade gemacht, um die Aufführung zu sehen.

Beeindruckend ist auch das soziale Engagement der Bühnenmäuse. Sie unterstützen ein internationales Projekt des CVJM in Sierra Leone. Der Erlös aus der Bühnenarbeit wird zu 100 Prozent in das Projekt eingebracht, das unter anderem jungen Menschen eine Perspektive für ihr Leben geben soll, indem Ausbildungen gefördert werden. ▪ paul

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