1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Neuenrade

Weniger Kunden, weniger Kursleiter: So steht es um die VHS Lennetal

Erstellt:

Von: Carla Witt

Kommentare

Die VHS Lennetal ist in einem Gebäude mit der Musikschule untergebracht. Vier ehemalige hauptamtliche Mitarbeiter erheben Vorwürfe gegen die VHS-Leitung.
Das Gebäude der VHS Lennetal, hier das Hauptgebäude in Werdohl. © Witt

Dass die Volkshochschule Probleme damit hat, neue Dozenten zu finden, geht aus dem Jahresbericht hervor. Dieser wurde jetzt im Kaisergarten in Neuenrade vorgestellt. Außerdem gab es Zahlen zum Geschäftsjahr.

Neuenrade/Lennetal – „Insgesamt wird auch im Jahr 2022 die Corona-Pandemie die Aktivitäten der VHS Lennetal beeinträchtigen. Es bestehen keine Risiken, die den Fortbestand der VHS Lennetal gefährden könnten“, zu dieser Gesamtaussage im Jahresabschluss 2021 kommen VHS-Leiter Holger Sellien und Verbandsvorsteher Antonius Wiesemann.

Während der Verbandsversammlung am Dienstag im Kaisergarten in Neuenrade genehmigten die Mitglieder des Gremiums den Jahresbericht einstimmig – und erteilten dem Verbandsvorsteher Entlastung.

Diplom-Ökonom, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Michael Neuhaus von Becker + Partner ging kurz auf den Jahresbericht ein. Er erklärte, dass der VHS-Haushalt ein Volumen von 1 132 878,91 Euro aufweise.

Das Unternehmen Becker + Partner sei seit Juni 2021 für die Finanzbuchführung verantwortlich und habe Vorschläge zur Verschlankung und Verbesserung des Rechnungswesens gemacht. In der Folge sei von NKF (Neues kommunales Finanzmanagement) auf Eigenbetriebsrecht umgestellt worden. Auch sei die Digitalisierung im Rechnungswesen vorangetrieben worden.

Wortmeldungen zu den Jahresberichten gab es ebenso wenig wie Informationen zu möglichen Stellen-Neubesetzungen oder der internen Umstrukturierung von Arbeitsfeldern. Nachdem die hauptamtliche pädagogische Mitarbeiterin Maike Förster der VHS im März den Rücken gekehrt und zuvor Mobbing-Vorwürfe erhoben hatte, ist diese Stelle vakant.

Allerdings schloss sich unmittelbar an den kurzen öffentlichen Teil eine nicht-öffentliche Sitzung an. Daraus gebe es aber nichts zu berichten, erklärte Verbandsvorsteher Wiesemann am Mittwoch auf Nachfrage.

Dass die Volkshochschule auch Probleme damit hat, neue Dozenten zu finden, geht aus dem Jahresbericht hervor. Dort heißt es: „Das mittelfristige Risiko des demografischen Wandels auf Seiten der Kunden und Kursleitungen wird zusätzlich fortlaufend erhöht durch das pandemiebedingte Wegbrechen großer Teile der freiberuflichen Kursleitungen.

Die Gewinnung von zusätzlichen qualifizierten, freiberuflichen Kursleitungen bleibt weiterhin im Fokus der VHS-Arbeit und gestaltet sich, unter anderem vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels in vielen Fachbereichen, dauerhaft schwierig.“ Alle Fachbereiche der VHS hätten nach zahlreichen Veranstaltungsabsagen zunehmend Schwierigkeiten, die bisher tätigen Kursleitungen zu einer weiteren Programmplanung zu bewegen.

Auch der beschleunigte Prozess der Digitalisierung habe bisher nicht zu einer Entlastung der Situation geführt, heißt es weiter: „Trotz eines breiten und stetig weiter ausgebauten Angebots von digitalen Lernangeboten bewegt sich das Interesse der Teilnehmenden auf niedrigem Niveau. Dieses Interesse gilt es weiter zu wecken.“

Eine Chance könne die Ausweitung von Marketingaktivitäten im digitalen Kontext sein – aber: „Erforderlich wären zusätzliche personelle und technische Ressourcen.“

Auch interessant

Kommentare