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Weiterer Windpark: PNE AG plant Anlagen zwischen Altenaffeln und Allendorf

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Von: Peter von der Beck

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Windenergieanlagen sind zumindest im Norden Neuenrades unübersehbar. 
Windenergieanlagen sind zumindest im Norden Neuenrades unübersehbar.  © Peter von der Beck

Im Grenzgebiet von Neuenrade, nicht weit entfernt von Altenaffeln, ist ein weiterer Windpark geplant. Im Bereich Garbeck sollen weitere drei Anlagen gebaut werden. Auch der Süden Neuenrades bietet Potenzial – trotz der Konzentrationszone.

Neuenrade – Derweil dürfen die Anlagen auf dem Kohlberg immer noch nicht 24 Stunden laufen. Und bis sich die Windräder auf dem Kohlberg rund um die Uhr drehen, wird es wohl noch eine ganze Weile dauern. Zumindest benötigt der Märkischen Kreis als Genehmigungsbehörde noch einige Zeit.

Denn in dem Verfahren sind noch die Beteiligten zu hören, danach muss der Kreis als Genehmigungsbehörde entscheiden, ob dem Antrag stattgegeben oder ob er abgelehnt wird. „Die Bearbeitungsfrist läuft derzeit bis zum 17. August,“ schreibt Alexander Bange, Sprecher des Märkischen Kreises.

Immerhin: Die Vollständigkeit der Antragsunterlagen habe man der SL Naturenergie am 17. Mai dieses Jahres bescheinigt. Sodann wurden die Behörden, deren Aufgabenbereich durch das Vorhaben berührt werden, von der Unteren Immissionsschutzbehörde des Märkischen Kreises als Genehmigungsbehörde an dem Verfahren beteiligt. Bleibt der Hinweis darauf, dass die SL Naturenergie den Antrag bereits am 19. April eingereicht hatte.

Für das Beteiligungsverfahren gelte gesetzlich grundsätzlich eine Monatsfrist. Jedoch gebe es für einige Beteiligungen fachgesetzlich längere Fristen von zwei Monaten. Das sei bei der Einholung des gemeindlichen Einvernehmens der Fall. „Bei der Stadt Neuenrade läuft die Frist bis zum 20. Juli. Die anderen Behörden haben eine Frist zur Stellungnahme bis spätestens zum 20. Juni gesetzt bekommen.

Nach dem Ende des Beteiligungsverfahrens würden dann eventuell noch Fragen an SL Naturenergie gestellt oder gar Unterlagen nachgefordert. Dann kann gegebenenfalls eine Entscheidung für oder gegen den Betrieb gefällt werden. Die Bearbeitungsfrist jedenfalls läuft bis Mitte August. Dann ist es auch nicht mehr lang bis zum 31. Oktober, an dem die Windenergieanlagen ohnehin rund um die Uhr bis zum 15. Februar laufen dürfen. Klaus Schulze-Langenhorst, Chef der SL Naturenergie, hat kein Verständnis für das Prozedere.

Vor allem, da nicht so viel zu prüfen sei. Angesichts der neuen Gesetzesentwürfe hofft er zumindest für die Zukunft auf bessere Rahmenbedingungen. Diese hätten in Neuenrade alles erleichtert.

Derweil nimmt die Sache mit den Windenergieanlagen zumindest rund um das Gemeindegebiet Fahrt auf: In Balve läuft das Verfahren für drei große Anlagen, die dort ebenfalls von SL Naturenergie gebaut werden. Sie würden bei Genehmigung nördlich von Leveringhausen aufgestellt. An der Gemeindegrenze zu Affeln soll gar ein Windpark mit fünf Anlagen errichtet werden. Der Windpark würde allerdings auf Allendorfer Gebiet liegen. Das nächstgelegene Windrad rückt bis auf unter zwei Kilometer an das Dorf Altenaffeln heran.

Die PNE AG plant diese Anlagen. Es handelt sich hier um einen Windpark-Projektierer mit Sitz in Cuxhaven. 450 Mitarbeiter zählt die Gesellschaft nach eigenen Angaben, die Aktiengesellschaft ist weltweit tätig.

Dass Balver und Allendorfer Windparks aktuell im Neuenrader Fachausschuss auftauchen, hat mit dem gemeindlichen Einvernehmen zu tun. Im Fall von Balve hat die Stadt zumindest laut Vorlage weder Hinweise noch Anregungen. Was den Windpark in Allendorf anbelangt, so verweist man auf einen wohl redaktionellen Fehler im artenschutzrechtlichen Fachbeitrag, weil man eventuell mit den Anlagentypen durcheinander gekommen sei.

Zudem wird man darauf hinweisen, dass die Auswirkungen auf die Landschaftsbildeinheiten (damit werden Landschaften klassifiziert) zu bewerten seien, auch wenn das keine Ausschlusswirkung auf den Windanlagenbau habe, heißt es in der Vorlage.

Werden die neuen Gebiete Realität, wird Neuenrade nicht nur im Norden, sondern auch im Osten von Windrädern eingerahmt. Eventuell auch im Süden. Dort sind – laut Regionalplanentwurf 2020 – Flächen ausgewiesen. Da spielt die Konzentrationszone wohl keine Rolle mehr. Klagen gegen diese Zonen sind wohl möglich.

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