Neun Stammzellenspender aus Mika-Spendenaktion

Mika Schnabel spielt wieder Tischtennis. - Foto: Jentzsch

Köln/Neuenrade - Es waren mehr als 2500 Menschen, die sich am 17. März im vergangen Jahr in Neuenrade an der Aktion „Wir helfen Mika – und anderen“ beteiligten und sich typisieren ließen. Eine kleine Blutprobe reichte, um sich als potenzieller Stammzellspender bei der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei registrieren zu lassen. Es galt einen Stammzellenspender zu finden, um dem an Blutkrebs erkrankten 17-jährigen Mika und natürlich auch anderen Erkrankten zu helfen.

Jetzt meldete sich die DKMS und teilte mit, dass dank dieser Registrierungsaktion bis jetzt neun Spender gefunden wurden. „Das ist schon enorm“, sagte DKMS-Mitarbeiterin Silvia Marcello angesichts dieser Quote. Und diese Spender können tatsächlich einem Menschen die Chance auf Überleben ermöglichen. Auch für Mika wurde – wenn auch aus einer anderen Aktion – ein sogenannter genetischer Zwilling gefunden, so dass er transplantiert werden konnte. Mit Erfolg: Dank der Stammzellspende gehe es dem inzwischen 18-jährigen Mika gut, er besuche sogar schon wieder die Schule, teilte die DKMS mit

Einer der 2500 Menschen, die sich im vergangenen Jahr in Neuenrade registrieren ließen, war Sven Clemens. Etwa ein Jahr nach der Registrierungsaktion erfuhr er, dass seine Gewebemerkmale tatsächlich mit denen eines Patienten übereinstimmten. „Es war ein wunderbares Gefühl, jemandem eventuell das Leben retten zu können“, wird der 24-jährige Druck-und Medientechnologe aus Drolshagen zitiert. Für ihn sei auch gleich klar gewesen, dass er das macht. Anfang April spendete Sven dann Stammzellen für einen Mann aus Spanien. Das Prozedere: Es gab für Sven zunächst eine Voruntersuchung in der Entnahmeklinik, dann erhielt er ein Medikament, welches er sich an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter die Haut spritzen musste. Dabei handele es sich um einen körpereigenen hormonähnlichen Stoff, den der Körper auch bei fieberhaften Infekten produziere, der die Produktion der Stammzellen stimuliere und bewirke, dass sich vermehrt Stammzellen im fließenden Blut befänden, heißt es von der DKMS. Diese Stammzellen wiederum könnten dann über ein spezielles Verfahren aus dem Blut gesammelt werden. Sven Clemens hat das bestens überstanden: „Man hatte mir vorher mitgeteilt, dass während der Vorbereitungstage Nebenwirkungen wie Kopf- oder Gliederschmerzen auftreten könnten, aber mir ging es prima. Auch die Spende selbst verlief reibungslos“, wird Sven zitiert. Und für ihn ist klar: „Ich würde jederzeit wieder Stammzellen spenden“. er hoffe, dass sein Patient gesundheitlich auf dem Weg der Besserung ist!“

Auch der Neuenrader Mika hatte Glück: Ein passender Spender konnte für ihn rechtzeitig gefunden werden. Er erhielt die überlebenswichtige Transplantation. Woher der Spender kommt, weiß Mika noch nicht, da eine Spende in den ersten beiden Jahren anonym bleiben muss. Erst danach dürfen sich Spender und Empfänger kennen lernen – wenn beide dies wünschen. „Inzwischen geht es mir wieder gut. Ich kann wieder ganz normal in die Schule gehen und darüber bin ich sehr, sehr froh“, so Mika. „Wenn ich mich an die Registrierungsaktion erinnere – ich war ja selbst vor Ort – an diese vielen Menschen und diese enorme Hilfsbereitschaft, bin ich heute noch überwältigt. Mir hat das damals unheimlich viel Kraft gegeben und dafür bin ich Allen sehr dankbar. Dass durch die Aktion auch neun weiteren Menschen geholfen werden konnte, ist natürlich großartig.“

Nach Angaben der DKMS erkrankt alle 16 Minuten in Deutschland ein Mensch an Blutkrebs, darunter zahlreiche Kinder und Jugendliche. Für viele Patienten sei die Übertragung gesunder Stammzellen die einzige Chance. Sie könnten nur überleben, wenn es – irgendwo auf der Welt – einen Menschen mit nahezu den gleichen Gewebemerkmalen im Blut gibt, der zur Stammzellspende bereit sei. Einen Spender zu finden ist nicht einfach: Im günstigsten Fall liegt die Wahrscheinlichkeit jemanden zu finden bei 1:20 000, bei seltenen Gewebemerkmalen ist es entsprechend schwieriger. Die Suche ist aber auch deshalb nicht einfach, weil viel zu wenig Menschen als potenzielle Stammzellspender zur Verfügung stehen. Denn: Wer sich nicht in eine Spenderdatei aufnehmen lässt, kann nicht gefunden werden.

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