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Weitere Leader-Millionen: Die ersten Weichen sind gestellt

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Von: Julius Kolossa

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Vertreter von Vereinen und der Kommunen Neuenrade, Balve, Arnsberg und Sundern kamen zur Auftaktveranstaltung für die neue Leader-Förderperiode ab 2023 zusammen.
Vertreter von Vereinen und der Kommunen Neuenrade, Balve, Arnsberg und Sundern kamen zur Auftaktveranstaltung für die neue Leader-Förderperiode ab 2023 zusammen. © Kolossa, Julius

60 Projekte wurden bewilligt, fast 3,7 Millionen Euro an Fördermitteln sind in die heimische Leaderregion Sorpesee geflossen. So soll es in der neuen Förderperiode ab 2023 möglichst weitergehen.

„Hinter uns liegen sieben erfolgreiche Jahre, in denen wir als Leader-Region 60 Projekte mit einem Gesamtvolumen an Fördergeldern in Höhe von 3,67 Millionen Euro auf den Weg gebracht haben – unser Konto ist nun leer, sodass wir gemeinsam neue Perspektiven für die Zukunft entwickeln sollten.“

Mit diesen Worten begrüßte Ex-Landrat Thomas Gemke als Vorsitzender des Leadervereins für die heimische Förderregion Sorpesee die 66 Personen, die am Montagabend in Arnsberg-Holzen an der Auftaktveranstaltung zur Leader-Neubewerbung für die Jahre 2023 bis 2027 und zur Überarbeitung der regionalen Entwicklungsstrategie teilnahmen.

Handlungsfelder werden benannt

Die Anwesenden machten sich in der Holzener Schützenhalle daran, die Handlungsfelder für die nächste Förderperiode zu benennen. Es waren Mitglieder von Sportvereinen, die den größten Teil der Teilnehmer ausmachten. Dies zeigte sich bei einer Abfrage. Außerdem setzte sich das Teilnehmerfeld aus Mitgliedern anderer Dorfvereine, aber auch Entscheidungsträgern der vier Leader-Städte Arnsberg, Sundern, Neuenrade und Balve zusammen. Interessierte Bürger, obwohl eingeladen, nahmen nicht teil.

Was ist Leader?

Leader ist die Abkürzung von „Liaison entre actions de développement de l’ Économie Rurale“ (Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft). Es handelt sich um ein Maßnahmenprogramm der Europäischen Union, mit dem seit 1991 modellhaft innovative Aktionen im ländlichen Raum gefördert werden. Lokale Arbeitsgruppen erarbeiten vor Ort Entwicklungskonzepte. Ziel: Die ländlichen Regionen Europas auf dem Weg zu einer eigenständigen Entwicklung unterstützen.

Mit dieser Auftaktveranstaltung sollten die ersten Weichen für weitere erfolgreiche Leader-Projekte gestellt werden. „Es lohnt sich“, sagte dazu Dr. Birgitta Plass, Mitglied der Lokalen Aktionsgruppe, die die Auftaktveranstaltung moderierte. „Bisher wurden in der laufenden Förderperiode 35 von 60 bewilligten Projekten abgeschlossen. Durchschnittlich 55 000 Euro flossen in jedes Projekt, die 42 Mal von privater und 18 Mal von öffentlicher Seite getragen werden.“ Zu den realisierten Projekten gehören beispielsweise der Generationentreffpunkt in Altenaffeln, der Reitsimulator in Wocklum und die Gestaltung der Küntroper Motte. Diese für Neuenrade und Balve beispielhaften Projekte zeugten von einer großen Vielfalt, so Plass.

Stadt Neuenrade will eigene Ideen einbringen

Groß war auch die Beteiligung dieser beiden Städte an der Veranstaltung. Für Neuenrades Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) war dieser Termin eine gute Gelegenheit, eigene Ideen mit einzubringen. „Es geht darum, die Jugend mit attraktiven Ideen vor Ort zu halten, und die Ortsteile besser an die Kernstadt mit dem öffentlichen Nahverkehr und einem Radwegenetz anzubinden“, sagte er im Gespräch mit der Redaktion. Für Sandra Horny vom Stadtmarketingverein steht die Nachhaltigkeit im Mittelpunkt: „Taschen und Beutel können einen Beitrag dazu leisten, aber auch entsprechende Ausstattung unserer Stadtbücherei.“

Im Gespräch über Leader: (von links) Ex-Bürgermeister Klaus Peter Sasse, Antonius Wiesemann und Ex-Landrat Thomas Gemke, jetzt Vorsitzender des Leader-Vereins.
Im Gespräch über Leader: (von links) Ex-Bürgermeister Klaus Peter Sasse, Antonius Wiesemann und Ex-Landrat Thomas Gemke, jetzt Vorsitzender des Leader-Vereins. © Kolossa, Julius

Aus Balve nahmen drei Ortsvorsteher teil. Pia Spiekermann aus Eisborn liegt ihr Mehr-Generationen-Zentrum im großen Dorfpark am Herzen. „Diese Umsetzung wird nicht mehr vom Dorfentwicklungskonzept abgedeckt, sodass wir auf Leader-Gelder setzen.“ Weitere Ideen würden mit der Dorfgemeinschaft ausgearbeitet. Matthias Streiter aus Balve möchte mit Leader-Finanzmitteln die Hönne in der Kernstadt in großen Teilen erlebbarer machen. „Attraktiver soll der Aufenthalt hier sein – ansprechend aber auch das Quartier an der Hönne, das nach dem Ende des Schuljahres 2021/2022 aus der dann nicht mehr benötigten Hauptschule entsteht.“ Für Beckums Ortsvorsteher Georg Wortmann dagegen geht es zunächst darum, dass von den Leader-Verantwortlichen erst in der vergangenen Woche noch für diese Förderperiode zugesagte Projekt zur Umgestaltung der Dorfmitte mit Grünem Klassenzimmer in die Tat umzusetzen. „Damit haben wir genug zu tun“, stellte er dar, dass die Gelder dafür jetzt bei der Bezirksregierung in Arnsberg beantragt wurden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 75 000 Euro. Die Arbeiten zur Belebung der Ortsmitte müssen bis spätestens Ende 2022 abgeschlossen sein.

Neue Förderperiode startet 2023

Denn für die Jahre ab 2023 hofft die Leaderregion Sorpesee – sollte die Bewerbung erfolgreich sein – erneut auf Millionen an Fördermitteln.

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