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Weil Moschee-Neubau stockt: Muslime beten in alter Apotheke

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Von: Peter von der Beck

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Hier, in den ehemaligen Räumen einer Apotheke im Untergeschoss des Hönne Med Centers an der Werdohler Straße, hat der türkisch-islamische Kulturverein vorübergehend Unterschlupf gefunden.
Hier, in den ehemaligen Räumen einer Apotheke im Untergeschoss des Hönne Med Centers an der Werdohler Straße, hat der türkisch-islamische Kulturverein vorübergehend Unterschlupf gefunden. © von der Beck, Peter

Der türkisch-islamische Kulturverein hat nun vorübergehend an der Werdohler Straße ein Domizil gefunden. Dort, in den Räumen einer ehemaligen Apotheke im Hönne-Med-Center haben die Gemeindemitglieder die Möglichkeit zu beten.

Neuenrade – Der Kulturverein musste und wollte auch aus der alten Moschee an der Bahnhofstraße ausziehen, weil die Stadt mit den gekauften Gebäudeensemble eigene Pläne verfolgt (wir berichteten) und die neue Moschee wegen der derzeit schwierigen Rahmenbedingungen in der Baubranche noch nicht fertiggestellt ist. Außerdem war die Miete an die Stadt nicht zu stemmen. „Die Doppelbelastung war zu hoch,“ hieß es dazu von Hamit Yilmaz, Vorstandsmitglied des Vereins und Moschee-Beauftragter. Yilmaz sagte auf Nachfrage: „Wir haben die alte Apotheke vorübergehend angemietet, um dort das Zusammenkommen, wenn auch auf minimaler Ebene, zu gewährleisten. Natürlich sind wir hier sehr eingeschränkt und können uns nicht alle versammeln. Dennoch sind wir Herrn Hilleke (Vermieter) dankbar, für die Möglichkeit.“

Um die ehemalige Apotheke, eigentlich ein größerer Verkaufsraum, überhaupt für Versammlungen einsetzen zu können, war eine Nutzungsänderung nötig. Der Märkische Kreis als zuständige Baubehörde hatte die Nutzungsänderung für den Gebetsraum des Kulturvereins im Ärztehaus in Neuenrade am 12. September genehmigt. Es gibt allerdings Auflagen: „Aus Brandschutzgründen ist die Genehmigung auf ein Jahr (11. September 2023) befristet. Zudem sei nur die Nutzung des Erdgeschosses „für maximal 89 Personen“ erlaubt und nur „innerhalb bestimmter Zeitfenster“.

Der Neubau der Moschee am Schöntaler Weg stockt in der Tat wegen der Teuerungen und Lieferschwierigkeiten in der Baubranche. „Dank eines Darlehens gehen die Arbeiten weiter“, sagt Yilmaz. Die Außenfassade sei zu 70 Prozent fertig gestell, es würden nur noch vier Meter hoch Riemchen angebracht.

Auch die Trockenbauarbeiten seien zur Hälfte erledigt und der Innenputz sei zu 95 Prozent fertig. Ebenfalls zu 75 Prozent erstellt seien die Sanitäranlagen, gleiches gilt für die Elektroinstallation. Frust gab es bei Materialbestellungen. „Die Lieferung der Innentüren wurde viermal verschoben. Jetzt wurden sie für Mitte November (KW45) avisiert. Immerhin: die Dacharbeiten sind auch zu 95 Prozent erledigt.

Geld kann die Gemeinde auch gebrauchen. Dafür will man ein Format nutzen, das schon einmal ordentlich Geld in die Kassen gespült hat. „Wir planen für Ende Oktober wieder online eine Spendenaktion über Youtube“, sagte Yilmaz.

Was nun die Bezugsfertigkeit der neuen Moschee anbelangt, so peilen Yilmaz und Co. das kommende Jahr an. „Wir hoffen, spätestens Ende 2023 umziehen zu können. Oder gegebenenfalls bis dahin zumindest eine Teilgenehmigung für die 1. Etage zu bekommen.“

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