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Weihnachtsgeschäft in Neuenrade hat einen großen Gewinner

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Von: Peter von der Beck

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Waldemar und Margot Kuschmiersz von Gaumenreiz sind flexible Einzelhändler. Sie reagieren schnell auf Entwicklungen.
Waldemar und Margot Kuschmiersz von Gaumenreiz sind flexible Einzelhändler. Sie reagieren schnell auf Entwicklungen. © von der Beck, Peter

Trotz den Corona-Einschränkungen und den Verkehrsproblemen auf der Bahnhofstraße sind die Neuenrader Händler durchaus zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft. Ein Laden läuft sogar so gut, dass dieser nun erweitert wird.

Das Weihnachtsgeschäft läuft super für die Inhaber von Gaumenreiz: „Bei uns funktioniert es gut, Wir sind glücklich und sehr zufrieden“, sagt Margot Kuschmiersz und freut sich.

Margot und Waldemar Kuschmiersz haben sich mit ihrem Einzelhandelsgeschäft an der Ersten Straße einen guten Namen erarbeitet. Nicht nur Kunden aus Neuenrade und der näheren Umgebung, sondern auch aus Hemer, Plettenberg und Lüdenscheid kommen ins beschauliche Neuenrade und kaufen fleißig aus dem nicht alltäglichen Sortiment, das von Belgischen Pralinen und Französischer Schokolade über Essige, Öle, italienische Feinkost bis hin zu ausgefallen Bier- und Kaffeesorten reicht. Wein gibt es natürlich auch. Sogar Tischdekoration ist im Gaumenreiz zu haben.

Viele Privat- und Firmenkunden

Nicht nur Privatkunden gehen gerne ins Ladenlokal an der Ersten Straße – das besondere Angebot hat sich auch bei den Firmen herumgesprochen. Deshalb hat das Ehepaar gut zu tun mit der Bestückung von Präsentkörben und der Bereitstellung von Firmenpräsenten. „Dass das so gut läuft, hat uns überrascht“, sagt Margot Kuschmiersz.

Deshalb weiten sie ihr Geschäft aus. In der ersten Etage sind bislang Dekorationsobjekte und persönliche Accessoires zu haben. Für die Erweiterung schließt der Laden im Januar für eine Woche. Dann wird in der 1. Etage umgebaut, um dort anschließend noch mehr Schmuck, Taschen, Schals und Tischwäsche anbieten zu können.

Eine Ausnahme in einer schwierigen Zeit

Das Ehepaar zeigt sich flexibel, reagiert schnell auf Kundenwünsche und Entwicklungen. „Als 2G für Café und Restaurants kam und der Umsatz in diesem Bereich um die Hälfte zurückging, haben wir gleich das Angebot reduziert und wieder umgebaut“, sagt Margot Kuschmiersz. Dass sie in diesen schwierigen Zeiten mit ihrer positiven Geschäftsentwicklung die Ausnahme sind, ist Familie Kuschmiersz bewusst. Je nach Branche hätten Kollegen schlimme Umsatzeinbrüche erlitten, berichten sie.

Die Dauer-Baustelle an der Bahnhofstraße sorgt vor allem bei den dort ansässigen Händlern für Verdruss.
Die Dauer-Baustelle an der Bahnhofstraße sorgt vor allem bei den dort ansässigen Händlern für Verdruss. © von der Beck, Peter

Bei Blumen Dietz ist Inhaberin Maike Dietz mit den Geschäften vor Weihnachten und „unter den gegebenen Umständen im Großen und Ganzen zufrieden“. Ein bisschen gemerkt habe sie am fehlenden Abverkauf bei den Kleinigkeiten, dass die Firmenfeiern nicht stattgefunden haben. Es wurden weniger Wichtelgeschenke verkauft. Dafür hat sie den Eindruck, dass wegen 2G und der Pandemielage die Kundschaft eher die Center in den großen Städten meidet und lieber im Geschäft vor Ort kaufe. „Und es ist nach wie vor so, dass es sich die Leute zuhause schön machen, sich selbst etwas gönnen und nicht nur verschenken“, sagt Dietz. Davon profitiere sie auch. „Wir haben im Moment gut zu tun.“ Vermehrt würden im Ladenlokal Am Stadtgarten Sträuße und Schnittblumen verkauft.

Weihnachtsschmuck und -deko laufen gut

Beim Baumarkt Arens & Hilgert am Hüttenweg ist man mit dem Weihnachtsgeschäft auch nicht unzufrieden. Thomas Oesterling, Gartencenterleiter, sagte auf Nachfrage: „Es ist etwas ruhiger als sonst. Dabei sind wir froh, dass wir überhaupt öffnen dürfen. Im vergangenen Jahr hatten wir ja pandemiebedingt geschlossen.“ Aktuell liefen natürlich Weihnachtsschmuck und Weihnachtsdekoration gut, doch auch Tierfutter gehe nicht schlecht. Da würden auch die Haustiere zu Weihnachten ein bisschen verwöhnt. Zufrieden ist man auch in Sachen Kleidungsverkauf. Was klassische Baumarktartikel anbelangt, so halte sich die Kundschaft traditionell ein wenig zurück. Nach Weihnachten lasse man es meist eher ruhiger angehen in Sachen arbeiten und renovieren.

Nicht ganz so zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft ist Klaus Filter. Er hat zwar nicht die klassischen Produkte für das Weihnachtsgeschäft in seinem Ladenlokal – gleichwohl leidet er noch unter der Baustelle an der Bahnhofstraße, die es zurzeit Kunden schwer macht, überhaupt in sein Geschäfts zu gelangen. Schwierig macht es aktuell der Chipmangel Spülmaschinen oder Kühlgeräte zu ordern. Aber: Das seien auch nicht die klassischen Weihnachtsgeschenke. Blickt er auf das ganze Jahr zurück, so ist er nicht unzufrieden. Doch was die Handwerksparte anbelangt, so bezeichnet er das Jahr als „sehr unruhig“. Teils drastische Kostensteigerungen, anhaltend sehr hohe Preise beim Kupfer und Lieferprobleme bei Zähleranlagen wegen des hohen Bedarfs durch die Flutkatastrophe würden das Geschäft beeinträchtigen.

Fachkräftemangel macht es nicht einfacher

Auch der Fachkräftemangel würden das Wirtschaften nicht einfacher machen. Für das nächste Jahr hofft der Handwerker und Einzelhändler auf ein ruhiges Fahrwasser.

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