Das Beste daraus machen

Weihnachten im Corona-Jahr: So feiern Familien aus Neuenrade

Weihnachten wird im Corona-Jahr 2020 in vielen Familien anders verlaufen, gelten doch strenge Einschränkungen. Die Schultes, die in Affeln leben, wollen es sich dennoch schön machen.
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Weihnachten wird im Corona-Jahr 2020 in vielen Familien anders verlaufen, gelten doch strenge Einschränkungen. Die Schultes, die in Affeln leben, wollen es sich dennoch schön machen.

Weihnachten findet in diesem Jahr coronabedingt in vielen Familien unter ganz anderen Bedingungen statt: Feiern im engsten Familienkreis, Verzicht auf große Zusammenkünfte und vielfach auch kein Besuch in der Kirche. Wie Familien aus der Hönnestadt die Weihnachtstage im Corona-Jahr verbringen, erzählen sie im Gespräch mit der SV-Redaktion.

Affeln – „In diesem Jahr ist Weihnachten anders,“ sagt Alexandra Jeßegus, die mit ihrer Familie in Affeln lebt. „Schon die Adventszeit war ruhiger als sonst. Das habe ich eigentlich als positiv empfunden.“ Vermisst habe sie die Einkaufsbummel und die Besuche auf den Weihnachtsmärkten der Region. An den Weihnachtstagen verzichten Alexandra, ihr Mann Kai und die drei Kinder Luis, Xenia und Lionas auf den sonst obligatorischen Besuch der Weihnachtsmesse und des Krippenspiels: „Wir möchten ruhigen Gewissens mit der Familie feiern.“ Daher wird der Besuch der Großeltern auf zwei Tage verteilt. Auch den Kurztrip nach Weihnachten, den die Familie sonst unternimmt, wird es 2020 nicht geben. Jedoch betont Alexandra Jeßegus: „Das Wichtigste für uns ist, dass wir die Zeit mit der Familie verbringen können!“

Weihnachten wird im Corona-Jahr 2020 in vielen Familien anders verlaufen, gelten doch strenge Einschränkungen. Die Familie Jeßegus, die ebenfalls in Affeln lebt, will es trotzdem genießen.

Familie Funke aus Affeln, also Mutter Alexandra und Vater Lars sowie die Kinder Colin, Luis und Noah, feiert Heiligabend allein daheim. Normalerweise verbringt die Familie den 24. Dezember mit vielen Verwandten bei den Urgroßeltern und feiert gleichzeitig auch den Geburtstag des Urgroßvaters. Da dies in Zeiten von Corona jedoch nicht möglich ist, bleiben die Funkes wehmütig in Affeln.

Es fehlt der übliche Trubel

„Wir alle sind traurig, dass wir an Weihnachten den Rest der Familie nicht sehen und zusammen feiern können“, sagt Alexandra Funke, die darüber hinaus „den üblichen Weihnachtstrubel, das Weihnachtsshopping und die Weihnachtsmärkte“ vermisst. Ihrem ältesten Sohn Colin fehle besonders das Zusammensein mit Freunden. Auch der Affelner Weihnachtsmarkt ist ein jährliches Highlight die Familie, auf das die Funkes 2020 verzichten mussten. Dennoch bleiben sie optimistisch: „Das Wichtigste ist, dass wir gesund sind und dass die Familie zusammenhält.“

Auch Familie Schulte aus Affeln möchte „das Beste aus dem Weihnachtsfest“ machen. „Wir versuchen, uns nicht von der schwierigen Zeit runterziehen zu lassen“, sagt Sophia Schulte, die älteste Tochter. Gefeiert wird das Weihnachtsfest nur mit den engsten Familienmitgliedern, die im alltäglichen Leben sowieso regelmäßig Kontakt haben. Der Besuch der Christmette soll erfolgen. Auf die große Familienfeier an einem der Feiertage müssen die Schultes ebenfalls nicht verzichten. Denn sie haben sich verabredet, online eine Videokonferenz durchzuführen, um sich so wenigstens digital und damit ganz viel Abstand sehen zu können. „So können wir zusammen auf Weihnachten 2020 anstoßen“, sagt die Studentin.

Positive Dinge auf das Fest projizieren

Die Familie, bestehend aus Vater Ulrich, Mutter Martina und den erwachsenen Kindern Sophia, Florian und Lukas, wolle die positiven Dinge, die sie bereits im ersten Lockdown im Frühjahr für sich entdeckt haben, auf das Fest projizieren. „Wir haben uns angewöhnt regelmäßig an den Wochenenden Doppelkopf, Phase 10 und Rummicub zu spielen“, erzählt Sophia, „dafür haben wir sonst nie Zeit gefunden oder es war nie die ganze Familie da.“ Auch wenn die jungen Erwachsenen in diesem Jahr auf gewisse Weihnachtstraditionen, wie vielleicht ein Bier beim Dorfwirt oder ein Trip nach Allendorf, verzichten müssen, lassen sich die Schultes nicht entmutigen: „Corona hat uns auf eine Art wieder zusammenwachsen lassen, denn gerade diese enge Familienzeit ist doch das, was Weihnachten ausmacht!“

Aus Vorsicht nicht in die Kirche

Familie Metz aus Neuenrade mit den Kindern Sofia, Julian und Elias verzichtet auf den Besuch der Weihnachtsmesse, um für den Besuch bei den Großeltern am 1. Weihnachtstag kein Risiko einzugehen. „Dafür verzichten wir gerne auf den Besuch in der Kirche, auch wenn der für uns sonst immer dazugehört. Aber wir möchten einfach kein Risiko für unsere Familie eingehen“, sagt Mutter Melanie Metz. Den Heiligen Abend feiert die Familie gemütlich daheim.

Freuen sich trotz Corona auf Weihnachten: Die Kinder der Familie Funke, Colin, Luis und Noah, zusammen Hund Akira.

Zu Besuch bei Familie Koch in Blintrop, Mutter Christine, Vater Mario und Abby, die Zwillinge Ben und Ole sowie die kleine Nora, kommen über Weihnachten für einige Tage immer die Großeltern und die Tante aus Sachsen. 2020 allerdings nicht. Das bedauern vor allem die vier Kinder der Kochs. Durch die Einschränkungen in der Gastronomie, wo nur der Außer-Haus-Verkauf möglich ist, hat dafür aber Vater Mario, der in der Hotelbranche tätig ist, mehr Zeit, um mit dem Nachwuchs zu spielen. „Weihnachten wird 2020 ein etwas anderes, aber gemütliches Fest mit der Familie“, ist Christine Koch dennoch voller Weihnachtsvorfreude.

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