Wechselbad der Gefühle

Klaus Peter Sasse zeigte Emotionen. - Fotos: Jentzsch

NEUENRADE - So emotional hat man den Bürgermeister selten erlebt, wenn es sich um einen sachlichen Anlass handelt. Vor eineinhalb Jahren habe er morgens Angst gehabt, in die Tageszeitung zu schauen und von der nächsten Schließung eines Einzelhandelsgeschäfts in Neuenrade zu lesen. Jetzt sei die Aufbruchstimmung in der Hönnestadt greifbar, was beim Stadtoberhaupt sichtlich Spuren hinterlässt – positive.

Über ihre Eindrücke bezüglich der wirtschaftlichen Entwicklung und vieles mehr sprachen am Donnerstagabend während einer allgemeinen Informationsveranstaltung der CDU Klaus Peter Sasse und Antonius Wiesemann, in seiner Funktion als Vorsitzender des Bau- und Planungsausschusses.

Aufhänger der Veranstaltung war eine Situation, die Wiesemann kürzlich erlebte. Er sei auf das historische Karussell angesprochen worden. Die Frau hätte davon bisher nichts gehört – trotz mehrfacher Berichterstattung in der Presse. Als Schlüsselerlebnis bezeichnete Wiesemann das Erlebte und entschied, nochmals über die geplanten Projekte in einem öffentlichen Rahmen zu informieren.

Der Ausschussvorsitzende stellte unter anderem das Bauvorhaben am Stadtgarten vor, wo auch das durch einen privaten Sponsor finanzierte, historische Karussell platziert werden soll. Die dort befindlichen Linden, die sich ohnehin im letzten Abschnitt ihres Lebens befänden, werden zum Teil gefällt. „Was zu erhalten ist, soll erhalten bleiben“, fügte er hinzu. Mehr Parkplätze im Bereich der dort ansässigen DRK-Begegnungsstätte, das Karussell, sprich: das komplette Erscheinungsbild in diesem Bereich soll freundlicher werden, einen Treffpunkt für Jung und Alt bilden. Eine punktuelle Begrünung entlang der Hauptstraße, eine neue Beleuchtung und Ampelanlagen, eine Steigerung der Sicherheit und des Wohlbefindens der Fußgänger stünden auf der Agenda.

Die Maßnahmen sollen in den Sommerferien beginnen. Zuerst werde die Nordseite der Ersten Straße in Angriff genommen, die Südseite käme dann 2014 dran, erklärten die Redner.

Klaus Peter Sasse sollte anschließend über das Geschäftsleben berichten und nahm das Karussell als Aufhänger. Er stellt sich vor, dass die Kinder in den Geschäften, bei den Gastronomen, den Dienstleistern und selbst bei Arens & Hilgert Karussell-Chips bekommen können, die die Unternehmer zuvor für „kleines Geld“ erwerben sollen. Alle sollen ihre Freude an dem Karussell haben – nicht nur die Kinder. Deshalb soll sich die Belästigung zum Beispiel durch Lärm in Grenzen halten. Für den Betrieb möchte Sasse eine Karussell-Crew anwerben und ruft Freiwillige auf, sich zu melden.

Mit Blick auf die gesamte wirtschaftliche Entwicklung sei er in den letzten Monaten durch ein Wechselbad der Gefühle gegangen, gab Sasse zu. Schließungen von Aldi, Schlecker und weiteren Einzelhandelsgeschäften hätten in ihm eine Gefühl der Machtlosigkeit verbreitet. Dann wären nach und nach Keimzellen für neues Geschäftsleben entstanden. Den Vorwurf, das Mühlendorf würde die Erste Straße ruinieren, lässt Sasse nicht gelten. Das habe andere Gründe.

In jüngster Vergangenheit habe Sasse festgestellt, dass sich die negative Stimmung nun drehe. Die Menschen würden feststellen, dass sich etwas bewegt. Für eine Kleinstadt mit weniger als 10.000 Einwohnern würde Neuenrade in Zukunft blendend dastehen. Sämtliche Dinge des täglichen Bedarfs stünden dann zur Verfügung, auf engstem Raum und mit genügend Parkplätzen versorgt. „Weiter so“, rief er alle Neuenrader zum Abschluss auf, weiterhin an das Positive zu glauben und sich in den Entwicklungsprozess miteinzubringen.

Von Markus Jentzsch

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