Finanzworkshop eröffnet eine ganz neue Welt

+
Anika Häring, Finanzbetreuerin der Volksbank, führte 13 Auszubildende im Hotel Kaisergarten in die Welt der Bänker ein.

Neuenrade - Es waren keine Bankgeheimnisse, die Anika Häring von der Volksbank jetzt im Hotel Kaisergarten verriet. Und sie versprach ihren 13 Zuhörern zu Beginn auch: „Ich werde Euch nicht mit allzu vielen Bänker-Fachbegriffen bombardieren.“ Und doch eröffnete sie den jungen Menschen beim eintägigen Finanzworkshop, den sie gemeinsam mit Jan-Hendrik Waschke leitete, eine ganz neue Welt.

„Viele – vor allen Dingen Jüngere – können schon gar keine Überweisung in Papierform mehr ausfüllen“, wusste Häring aus ihrem Berufsalltag zu berichten. Die 29-Jährige ist studierte Finanzbetreuerin.

Aber auch ihr beruflicher Alltag ist oft gespickt mit Neuheiten, die nicht ganz leicht zu verdauen sind. „Sepa ist ein leidiges Thema für uns Bänker. Da gibt es so viele Winkel und Haken“, verriet sie beispielsweise. Genau das ist auch Grund für den Workshop. Denn Teilnehmer waren ausnahmslos Auszubildende aus Neuenrade und Balve, die nicht im Bankensektor lernen.

Und diese erfuhren nicht nur Wissenwertes für ihren Job. Auch ganz praktische Dinge fürs Privatleben klärten sich plötzlich für die jungen Erwachsenen. „Wisst Ihr eigentlich, was Ihr da unterschreibt, wenn Ihr mit Karte an der Supermarktkasse zahlt und den Kassenbeleg quittiert?“, fragt Häring. Es wusste niemand. Tatsächlich gibt der Einkaufende seiner Bank damit die Erlaubnis, einem Geschäft seinen Namen und seine Anschrift offen zu legen, sollte das Konto nicht mehr ausreichend gedeckt sein.

„Und das passiert gar nicht so selten“, betonte Häring. Einzig in dem Fall, dass der Einkaufende minderjährig sei, schütze vor der Herausgabe der persönlichen Daten. Da Minderjährige ihr Konto gar nicht überziehen dürften, erkläre die Bank in einem solchen Fall dem Geschäftsinhaber, dass er sein Geld nicht bekomme. Der habe dann schlicht Pech gehabt.

Noch mehr Widrigkeiten hält indes ein Kontoauszug bereit. Häring erklärte den Auszubildenden den Unterschied zwischen Wertstellung und Buchungstag. Und auf Nachfrage bestätigte sie, dass Wertstellung und Valuta dasselbe seien.

Und schon ließ Häring ihre Schützlinge für einen Tag eine Gruppenarbeit machen. Es galt Überweisungen und Scheckeinreicher anhand von Beispielen auszufüllen.

Im Laufe des Tages wurde beispielsweise noch das Thema Sparen aufgegriffen. Häring weiß: „Viele Arbeitgeber klären ihre Azubis gar nicht über vermögenswirksame Leistungen auf.“ Diese sind nämlich staatlich gefördert.

Härings Kollege Jan-Hendrik Waschke behandelte am Nachmittag die Themen Altersvorsorge und Riester-Rente sowie Verschuldungs-Prävention.

Sollten am Ende des Tages noch Fragen offen geblieben sein, kein Problem: Anika Häring verteilte noch ihre Visitenkarten und versprach auch künftig jederzeit den jungen Menschen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen – auch wenn diese möglicherweise bei einem anderen Kreditinstitut Kunde seien. „Das kostet auch nichts“, versicherte die 29-Jährige.

Nachdem vor zwei Jahren dieser Finanzworkshop schon einmal durchgeführt worden war, hatten sich dieses Mal 105 junge Menschen aus 47 Unternehmen angemeldet.

Von Michael Koll

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare