Keine Reaktion des Trägervereinsvorstandes

Waldorfschule Neuenrade: Trennung vom Führungsteam

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Die Waldorfschule Neuenrade.

Neuenrade - Paukenschlag an der Freien Waldorfschule Neuenrade. Das bis dato erfolgreiche Führungsteam, Silvia van Loosen und Claudia Malcus, verlässt nach Entscheidung des Vorstandes des Trägervereins die Schule zum Schuljahresende.

Es gibt ein Schreiben an die Redaktion mit dem Absender „Eltern der Freien Waldorfschule“. Darin wird Frust zum Vorgehen des Trägervereinsvorstandes offenbar: In einem Elternbrief habe der Vorstand die Schulgemeinde über die „brisante Entscheidung“ informiert, „ohne konkrete Lösungen für die Neubesetzung der Stellen“ zu nennen. 

Schüler, Eltern und Lehrer seien schockiert und stellten sich nun die Frage „nach den Gründen für diese Entscheidung und haben größte Sorgen in Bezug auf die Zukunft der Schule“. Der Brief ist anonym, als Absender sind nicht näher bezeichnete „Eltern der Freien Waldorfschule Neuenrade“ genannt. Beigefügt wurde lediglich der Elternbrief, der auf den 10. Mai datiert ist.

In dem eineinhalbseitigen Elternbrief geht es zunächst um die zurückliegenden erfolgreichen Jahre, die gute Entwicklung der Schule mit steigenden Schülerzahlen. Die Motivation, an der Zukunft der Schule mitzuarbeiten, sei wieder deutlich gestiegen, die Schüler-Lehrer-Relation sei angepasst worden – ohne Qualitätsverluste, die Betriebsausgaben seien auf den Prüfstand gekommen und neu justiert worden. Alles laufe super mit der Schule. Aber: Auch was die Verwaltung der Schule anbelangt, sei es nötig, Veränderungen anzustoßen. Und diese „wesentlichen Umstrukturierungen im Verwaltungsbereich“ hätten zur Folge, dass Frau van Loosen und Frau Malcus die Schule zum Schuljahresende verlassen würden.

 Es sei keine einfache Entscheidung gewesen. Nach vielen langen Gesprächen mit dem Förderverein, der operativen Schulleitung und der Schulleitungskonferenz würden diese auch die Entscheidung mittragen. Die Übernahme und Verteilung der Aufgabe sei weitestgehend abgeschlossen. Im Schulbüro gebe es weiterhin Ansprechpartner für die jeweiligen Anliegen. Allen sei natürlich bewusst, dass der Weggang der Beiden zu nicht unerheblichen Einschnitten führen werde. Aber beide Frauen und die jeweiligen Gremien sorgten dafür, dass es keine Reibungsverluste geben werde.

Man bedauere den Schritt außerordentlich und hoffe, dass van Loosen und Malcus weiterhin der Schule verbunden sein würden, schreibt der Vorstand des Trägervereins der Freien Waldorfschule Neuenrade abschließend. In der Tat: Sowohl von Loosen als auch Malcus sind nach wie vor an der Schule und kümmern sich um alle Belange. Zu den Hintergründen, die mit diesen „wesentlichen Umstrukturierungen im Verwaltungsbereich“ zusammenhängen, wollten sich beide nicht äußern, da dadurch arbeitsrechtliche Formalien und Belange berührt sein könnten. Malcus, deren Herz an der Schule hänge und die im Februar über die Entscheidung informiert wurde, verwies darauf, dass alles seinen Gang gehen werde, dass das 20-jährige Bestehen im November gefeiert werde und dass die Schule natürlich nicht in Gefahr sei. Noch vor den Sommerferien soll es zudem einen Info-Abend für alle Eltern geben, sagte Malcus. Sie betonte auch, dass man den Gremien ruhig vertrauen sollte.

Auf Nachfrage gab es am Dienstag bis zum späten Nachmittag keine Reaktion des Trägervereinsvorstandes. Auch vom Förderverein erfolgte keine Rückmeldung.

Von Peter von der Beck

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