Viele Eltern helfen mit

Waldorfschule plant Neubau für Millionensumme

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Eine Kick-off-Veranstaltung hat am Samstag auf dem Remmelshagen stattgefunden. In drei Gruppen aufgeteilt wurden alle Beteiligten informiert.

Neuenrade - Die Waldorfschule in Neuenrade plant den Bau eines neuen Gebäudes. Etwa 1000 Quadratmeter mehr werden dadurch künftig zur Verfügung stehen. Viel mehr Schüler sollen jedoch nicht aufgenommen werden.

„Die Finanzierung steht. Der erste Spatenstich für unser Neubauprojekt wird voraussichtlich im Oktober erfolgen“, erklärt Klaus Giljohann, der kaufmännische Geschäftsführer der Waldorfschule Neuenrade. Circa 2,5 Millionen Euro sollen in ein weiteres Gebäude auf dem Schulgelände am Remmelshagen, neben dem alten Haupthaus, investiert werden.

„Dadurch werden uns nach etwa einem Jahr Bauzeit etwa 1000 Quadratmeter zusätzliche Fläche zur Verfügung stehen“, erklärt Giljohann. Vor 13 Jahren sei das bisher letzte Gebäude auf dem Remmelshagen entstanden. „Als wir damals hier angefangen haben, war man von 240 Schülern ausgegangen“, blickt der Geschäftsführer zurück. Inzwischen besuchen bereits 285 Kinder und Jugendliche die Schule.

Viel mehr sollen es auch zukünftig nicht werden: „Der Neubau wird der Qualität der Lehre zugutekommen. Wir bauen nicht, um weitere Schüler aufnehmen zu können“, weist Giljohann auf eine „Obergrenze von 300 Schülern“ hin. Überlegungen, die Waldorfschule zweizügig zu führen, stünden mit dem Neubau nicht in Zusammenhang: „Das müsste man sich auch sehr gut überlegen. Durch diese Größe würde sich der familiäre Charakter der Schule verändern“, unterstreicht Klaus Giljohann. Und auch die beengten Zufahrtsmöglichkeiten zum Remmelshagen dürfe man nicht aus den Augen verlieren.

Am Samstag hatten die Verantwortlichen der Waldorfschule zu einer Kick-off-Veranstaltung auf den Remmelshagen eingeladen, um alle Beteiligten – aufgeteilt in drei Gruppen – zu informieren: Eltern, Lehrer und Schüler, die Vorstände des Träger- und des Fördervereins („Sie haben eine gemeinsame Vision entwickelt“) und den Baukreis, in dem Architekten, Handwerksmeister und Lehrer integriert sind. Letzterer soll den Baufortschritt begleiten und Empfehlungen aussprechen.

Das Besondere an dem Gremium: „Wir sind extrem gut aufgestellt, da sowohl die beteiligten Architekten als auch zahlreiche Handwerksmeister Eltern unserer Schüler sind“, erklärt Klaus Giljohann. Die Ausführung des Neubaus werde von der Planungsgruppe für Architektur, Städtebau und Denkmalpflege (PASD) mit Hauptsitz in Hagen übernommen, in diesem Unternehmen sei die Mutter eines Schülers tätig. Ähnliches gelte auch für Linus Wortmann vom Kollektiv Kaldewey + Wortmann aus Lüdenscheid, der für das Controlling zuständig sein werde.

Die Lage des neuen Gebäudes (blau) ist auf diesem Plan eingezeichnet. Quadratisch wird es allerdings nicht.

Und auch darüber hinaus setzt Giljohann auf die Zusammenarbeit mit bekannten Partnern. „Die heimische Sparkasse und die Volksbank begleiten uns bei diesem Projekt. Das ist nicht selbstverständlich“, freut sich der kaufmännische Leiter der Waldorfschule über die guten Beziehungen vor Ort. Und die sollen auch im Rahmen des Bauprojektes gepflegt werden: „Wir möchten mit Betrieben aus Neuenrade und der Umgebung zusammenarbeiten. Das ist uns möglich, da wir als privater Bauherr auf eine europaweite Ausschreibung verzichten können.“

Ganz wichtig sei den Verantwortlichen, dass sich alle Planungen am Bedarf der Schüler orientieren. „Denn um die geht es hier“, sagt Giljohann, und berichtet, dass einige Klassen bereits im Unterricht nach Wünschen und Verbesserungsvorschlägen im schulischen Umfeld gefragt worden seien; weitere Schülerbefragungen sollen folgen. Apropos Wünsche: Bereits jetzt stehe fest, dass in dem Neubau eine Mensa integriert wird. Dort solle demnächst ein eigener Koch für die Schüler tätig werden.

„Und unter anderem auch Gemüse, Obst und Kräuter verarbeiten, dass wir selbst hier auf dem Remmelshagen anbauen. Somit könnten wir unseren Schülern den Nahrungskreislauf anschaulich verdeutlichen“, berichtet der kaufmännische Leiter auch von den Planungen, am Neubau eine Streuobstwiese anzulegen. Dementsprechend solle nach der Fertigstellung des Neubaus Hauswirtschaftsunterricht am Remmelshagen erteilt werden.

Im Bereich Gartenbau werde ebenfalls Platz benötigt: Der Bauwagen, der bisher im Einsatz ist, eigene sich auf Dauer nicht für Unterrichtszwecke. Eine Stiefelwaschanlage, die nach der Gartenbauarbeit zum Einsatz kommen und den Reinigungskräften die Arbeit in den Schulgebäuden erleichtern könnte, steht ebenfalls auf der Wunschliste.

Selbstverständlich sei für die Waldorfschule auch das Engagement in Sachen Klimaschutz: Giljohann spricht in diesem Zusammenhang von einer Fotovoltaikanlage zur Eigenstromversorgung auf dem Dach des Neubaus und von einer Brauchwasser-Zisterne.

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