Zertifikat erhalten

Waldorfschule in Neuenrade eine "Schule der Zukunft"

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Gertrud Fabry und die Viertklässler Lorenz, Lukas und Joshua präsentieren das Zertifikat, das am Eingang zu ihrem Schulgebäude prangt.

Neuenrade – An der Waldorfschule freut man sich derzeit über ein Zertifikat der Landesregierung. Es bescheinigt, dass die Einrichtung auf dem Remmelshagen eine „Schule der Zukunft“ ist.

Das Zertifikat muss sich eine Schule verdienen. Ein Einzelprojekt reicht nicht. Denn das Projekt „Schule der Zukunft“ zieht sich über vier Jahre hin. 

„Das Landesprogramm Schule der Zukunft unterstützt Schulen dabei, Bildung für nachhaltige Entwicklung zum Bestandteil ihrer Unterrichts- und Schulentwicklung zu machen. Das Landesprogramm ist eine gemeinsame Initiative des Schulministeriums und des Umweltministeriums“, heißt es in der Veröffentlichung des NRW-Projekts. 

Netzwerk der Schulen

In ihren Bemühungen werden die Schulen durch das Landesprogramm unterstützt. Es gibt das Netzwerk der Schulen untereinander, aber auch Seminare und andere Angebote, wie Gertrud Fabry erläuterte. Sie hat sich an der Neuenrader Waldorfschule federführend um dieses Projekt gekümmert. Der Schule kommt bei ihrer Bewerbung als „Schule der Zukunft“ zugute, dass das Schul- und Unterrichtskonzept ohnehin inhaltlich den Anforderungen entspreche, erläutert Fabry. „Vieles steht bei uns im Lehrplan.“ 

So kann sich in Sachen Nachhaltigkeit und naturnaher Unterricht die Schule durchaus sehenlassen. Da ist zum Beispiel das Imkerprojekt in der dritten Klasse. Hier wird mithilfe eines gläsernen Bienenstocks unter fachlicher Begleitung ein Bienenvolk und die Produktion von Honig präsentiert, erläutert Fabry. Klare Sache, dass am Ende auch Honig geerntet wird. 

Acker wird bestellt und geerntet

Ebenfalls in der dritten Klasse gibt es noch das Ackerbauprojekt, bei dem ein Acker in der Nähe mit allem Drum und Dran bestellt und geerntet werde. Auch hier gibt es die fachliche Begleitung. Knollen oder Getreide werden angebaut. „Je nachdem, welche Fruchtfolge hier vernünftig ist“, sagt Fabry. 

In der 4. Klasse kümmern sich die Schüler reihum um die Schulschafe und erleben dabei „ein Schafjahr“. Sogar die Geburt der Lämmer bekommen die Kinder mit. 

Gartenbauunterricht in den Klassen sechs bis acht

In den Klassen sechs bis acht gibt es dann Gartenbauunterricht, Beete werden gepflegt, Gemüse geerntet. Zudem stehen Forstpraktika mit „Entfichtungsmaßnahmen“ an Bachläufen im Lehrplan. 

Trigonometrie wird anschaulich durch die Vermessung des Schulgeländes unterrichtet und aus den ermittelten Werten schließlich ein Geländemodell gefertigt. Und in der Oberstufe kümmert man sich um das Thema Ökologie. So wird unter anderem die Wasserqualität von nahen Fließgewässern untersucht. 

Holz aus dem schuleigenen Wald

Fabry verweist auch auf den schuleigenen Wald. Dessen Birkenholz wird genutzt. „Daraus werden Kochlöffel und Pfannenwender gefertigt“, erläutert die Lehrerin. Auch im Handarbeitskurs wird auf Nachhaltigkeit geachtet. Rucksäcke aus alten Jeans zu fertigen, ist dabei nur ein Teil des Projektes. 

Nachhaltigkeit, Müllvermeidung, Recycling, sparsame Lichtsysteme in der Schule, Glasfaseranschluss oder auch international anerkannte Zertifikate wie Cambridge oder Delf, runden das Schulangebot ab. Es gehe eben auch darum, die Schüler für das Leben draußen fit zu machen, findet Fabry. 

Nachhaltigkeit der rote Faden

Nachhaltigkeit – das soll auch Projektziel sein – zieht sich dabei wie ein roter Faden durch sämtliche Schulaktivitäten. Für die Zukunft überlege man sich, an der Schule Solarstrom zu nutzen. „Und selbstverständlich soll der geplante Erweiterungsbau unter Nachhaltigkeitsaspekten errichtet werden“, sagt Fabry abschließend. 

Für all das gab es nun das Landeszertifikat. Verantwortliche und Schüler freut das.

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