Straßenkinderschicksal auf der Waldorf-Bühne

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Eine große Musicalszene. ▪

NEUENRADE ▪ „Todos Dias“ –„Wie an jedem Tag“ das Leben brasilianischer Straßenkinder aussieht, zeigte die achte Klasse der Waldorfschule am vergangenen Wochenende, aufgearbeitet in einem Musical.

Traditionsgemäß studieren jeweils die achten und zwölften Klassen ein Theaterstück ein, in diesem Jahr hatte sich Theaterpädagogin Susan Kaiser-Geue mit den Achtklässlern auf ein Musical geeinigt. Während zweier Epochen – also acht Wochen – hatten sich die Schüler mit dem Leben ihrer Altersgenossen in Brasilien beschäftigt. Etliche Kinder und Jugendliche kämpfen in Brasilien täglich um ihr Überleben. Schulbesuch, regelmäßige Mahlzeiten oder auch ein Dach über dem Kopf – Fehlanzeige.

Um die Zuschauer an die Thematik heranzuführen wurde in das Musical eine Nachrichtensequenz eingebaut. Darin gab ein Sprecher bekannt, wie der Alltag in Sao Paulos Straßen aussieht: Bettelnde, stehlende, sich prostituierende und Drogen konsumierende Kinder, die aus Heimen fliehen, in denen meist schlechtes Essen, stinkende Schlafräume und Gewalt zur Tagesordnung gehören.

„Joana“, eine der Hauptdarstellerinnen des Musicals, bringt es in einem Lied auf den Punkt: „Reiche Mädchen naschen, arme Mädchen waschen. Reiche Mädchen duften, arme Mädchen schuften.“ Sie sammelt Essen von der Straße, für ihre Mutter und die Geschwister. Auch ihr Freund, „Angelo“, lebt auf der Straße. Er wird von einer Bande angeworben, für den Drogendealer Gunther zu arbeiten. Joana versucht ihn davon abzuhalten, vergeblich. Auch Pater Philippe, der sich um die Straßenkinder kümmert, hat keinen Erfolg. Nachdem eines der Straßenkinder durch die von Angelo gekauften Drogen stirbt, versucht er, sich aus dem Teufelskreis zu befreien, wird aber von der Bande erschossen. Aber auch einen korrupten Polizisten, der von den Drogengeschäften wusste, plagt das schlechte Gewissen. Er „packt aus“, Gunther und seine Gang werden verhaftet und das sichergestellte Geld soll in eine Schule für die Straßenkinder fließen.

In einem bewegenden Schlussbild sangen die Schüler ein Lied über Engel, die nicht himmlisch und perfekt sein müssen, sondern das jeder ein Engel für seinen Nächsten sein könne.

Nach der Aufführung gab es ein Büfett. Gegen eine Spende durfte jeder zugreifen. Das Geld floss zum Teil in die Klassenkasse, zum Teil an den Verein „Impulse für Straßenkinder e.V.“ ▪ Silvia Sauser

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