Vortrag

Viele Therapie-Möglichkeiten bei Herzschwäche

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Viel Publikum kam zu dem Vortrag.

Neuenrade - Über Herzschwächen referierte der Kardiologe Dr. Christoph Solbach in Neuenrade. Nicht nur Ursachen und Symptome, sondern auch Behandlungs-Möglichkeiten kamen zur Sprache.

Schleichend beginne eine chronische Herzschwäche, erklärte Dr. Christoph Solbach, Direktor der Klinik für Innere Medizin an der Stadtklinik Werdohl, bei einem Vortrag am Mittwochnachmittag in der DRK-Begegnungsstätte. Über Monate und Jahre entwickle sie sich, erklärte er dem Publikum, das so zahlreich erschien, dass nicht jeder einen Platz im Saal bekam.

Eine Herzinsuffizienz bleibe zunächst oft unentdeckt. Die Symptome Luftnot, verminderte Leistungsfähigkeit sowie geschwollene Beine führten häufig dazu, dass Patienten glaubten, es handle sich bloß um altersbedingte Beschwerden. „Aber eine Herzschwäche ist nicht zwingend eine typische Alterserscheinung“, betonte Solbach.

Herzschwächen – ob chronisch oder akut – werde durch die im Volksmund „Zucker“ genannte Krankheit begünstigt. „Das Erkrankungsrisiko ist bei Diabetes drei Mal höher.“

Der ganze Organismus leidet mit

Bei einer Herzschwäche leide der gesamte Organismus mit, da eine Mangeldurchblutung vorherrsche. Begleitende Effekte seien oft eine Störung der Nierenfunktion, Depressionen, Schlafstörungen, ein körperlicher wie geistiger Abbau sowie Eisenmangel.

Dr. Christoph Solbach.

Solbach, seit 1994 als Kardiologe tätig, sagte nicht ohne stolz: „Deutschland ist Weltmeister, was die Häufigkeit an Katheter-Operationen angeht.“ Aber auch auf medikamentöse Behandlungen einer Herzinsuffizienz ging der Arzt ein. Diese steigere die Belastbarkeit bereits nach drei bis sechs Monaten.

Besonders stellte der Facharzt Entresto vor – ein erst 2016 zugelassenes Präparat. Solbachs Meinung nach handele es sich dabei um „einen Durchbruch bei der Medikamentation der Herzschwäche“. Er schwärmte: „So etwas Gutes wird nur alle zehn Jahre einmal erfunden.“

Höhere Lebensqualität, längeres Leben

Dann ging Solbach auf die kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) ein. Dabei erhalten Erkrankte zwei Herzschrittmacher, einen links und einen rechts vom Herzen. Dies steigere die Lebensqualität. Die Patienten würden später sterben.

Bis dahin müssten die derart Behandelten deutlich seltener ins Krankenhaus. Zusätzlich könne bei einer CRT ein Defibrillator eingesetzt werden. Dieser bringe bei Herzkammerflimmern die menschliche Pumpe sprichwörtlich wieder auf Touren – und zwar mittels Elektroschock.

Der Vortrag war eine Kooperation von Deutscher Herzstiftung, AOK Nordwest, Stadtklinik Werdohl und Deutschem Rotem Kreuz.

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