Vortrag ermutigt zur Organspende

Prof. Dr. med. Richard Viebahn referierte im Kaisergarten.

Neuenrade - „Organspende – jetzt erst recht!“, unter diesem Motto warb Professor Dr. med. Richard Viebahn vom Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus der Ruhr-Universität Bochum am Freitag dafür, einen Organspendeausweis auszufüllen. Der Mediziner referierte auf auf Einladung des DRK-Ortsverbandes Neuenrade in der Hönnestadt.

Auf der Warteliste für ein neues Organ stünden 12.000 Bundesbürger, sagte er und betonte: „Wir können froh sein, wenn in diesem Jahr 1000 Menschen ihre Organe spenden.“ Diese Zahl könne nicht zufrieden stellen, da eine lange Wartezeit negative Auswirkungen auf die körperlicher und psychischer Verfassung der Patienten habe.

60 Interessierte waren in den Kaisergarten gekommen, wo der Facharzt auch Stellung zum Organspende-Skandal bezog: „Das Fälschen von Patientenakten ist kriminell.“ Mit den bis heute nachwirkenden Verunsicherungen hätte auch das an seinem Klinikum angeschlossene Transplantationszentrum zu kämpfen: „Die Zahl der transplantierten Bauchspeicheldrüsen ist mit 30 im Vergleich zu 2011 gleich geblieben – die Zahl der Nierenspenden ist um 30 Prozent gesunken.“

Anhand von Schaubildern und Grafiken erläuterte Prof. Dr. Viebahn, dass die Prognosen für Patienten, denen ein neues Organ transplantiert wurde, gut seien. „Bundsweit gibt es jedes jahr 6000 neue Dialysekranke“, berichtete er. Die Zahl der Nierentransplantationen steige ständig, die Zahl der Spende nehme weiter ab. Dabei könnten Verwandte ersten Ranges oder Familienangehörige durch eine Lebendspende Leben schenken.

Weiter betonte der Referent: „Erst nach dem bewiesenen Eintreten des Hirntods werden, soweit der Verstorbe seinen Willen vor dem Tod oder aber danach seine Familie dazu die Eingewilligung gegeben hat, die Organe entnommen.“ Das wäre das einzig Gute an dem Spende-Skandal: „Die strengen Richtlinien werden noch mehr eingehalten als vorher.“ Jetzt müsse das „Maß der Ehrlichkeit“ erhöht werden, um verlorenen Vertrauen zurück zu gewinnen.

Dieses Ziel konnte Prof. Dr. Viebahn im Kaisergarten erreichen. Mit seinen Antworten auf die Fragen der Zuhöhrer konnte er diesen Mut machen. Und so mancher, der bis dahin noch keinen Organspendeausweis hatte, wurde am Freitag aktiv – und füllte das Schriftstück aus.

Von Julius Kolossa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare