1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Neuenrade

Volkstrauertag: Bürgermeister blickt nach Polen

Erstellt:

Von: Udo Schnücker

Kommentare

null
Die Kranzniederlegung am Friedensstein ist ein fester Bestandteil der Veranstaltung am Volkstrauertag. © Schnücker

Neuenrade – Mit der Kranzniederlegung am Friedensstein auf dem Wall und der anschließenden Gedenkstunde in der Aula der Hönnequellschule haben gestern Mitglieder aus Rat und Verwaltung, der Schützengesellschaft, der Feuerwehr, der Reservistenkameradschaft, der Vereine sowie Neuenrader Bürger den Volkstrauertag begangen. Am Friedensstein wurden Kränze von der Stadt und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge niedergelegt. Auch in den Neuenrader Ortsteilen Affeln, Altenaffeln und Küntrop fanden Gedenkstunden statt.

Die Veranstaltung in der Aula der Hönnequellschule war von einem Programm geprägt, das dem Gedenken an die Opfer der Weltkriege gerecht wurde. Bürgermeister Antonius Wiesemann erinnerte an den Beginn des Zweiten Weltkrieges vor 80 Jahren, der mit dem Überfall auf das benachbarte Polen begann. Im Laufe der folgenden Jahre waren es mehr als 55 Millionen Menschen, die ihr Leben durch Kriegshandlungen verloren, darunter in nie gekanntem Ausmaß auch die Zivilbevölkerung. Zu den Opfern zählten ebenfalls die in Konzentrationslagern ermordeten Menschen.

Wiesemann richtete in seiner Gedenkrede den Blick nach Polen. Vielen Deutschen sei nicht bewusst, was nach dem Kriegsausbruch und in den folgenden Jahren durch die deutsche Besatzung geschehen und unvorstellbar sei. „Das menschenverachtende Agieren ist eine Folge der Nazi-Rassenideologie“, sagte der Bürgermeister. Damals seien die Polen als Sklavenvolk gehalten worden. Die Schreckensherrschaft sei durch Willkür, Terror, Gewalt, Massaker und der Verschleppung von Zwangsarbeitern sichtbar geworden. Er erinnerte an die Vernichtungslager wie Auschwitz, Majdanek, und Treblinka. Das Eingeständnis der eigenen Schuld und Verantwortung gegenüber dem polnischen Staat bezeichnete er „als ausgesprochen schmerzlichen Prozess“.

null
Der Shalom-Chor und das Streichquartett der Musikschule Lennetal untermalten die Gedenkstunde musikalisch. © Schnücker

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Unter dem Motto „Gemeinsam für den Frieden“ werden Jugendbegegnungsstätten und Sommerworkcamps angeboten. Dazu zählt auch die Arbeit von Neuenrader Jugendlichen, die seit Jahren zur Pflege der holländischen Kriegsgräber in Ysselsteyn beitragen. Ein mit Bildern unterstützter Beitrag stimmte ebenso nachdenklich wie das Engagement der 9. Klasse der Hönnequellschule, die sich mit dem Besuch der KZ-Gedenkstätte in Grafeneck beschäftigte. Der Bürgermeister dankte beiden Initiativen und ihren Leitern Sabine Protzer und Lehrer Berwanger.

Die Gedenkstunde wurde musikalisch umrahmt vom Streichquartett der Musikschule Lennetal und dem Neuenrader Shalomchor.

Auch interessant

Kommentare