Service vor Ort noch bis Ende Juli

Volksbank-Filiale in Affeln macht dicht: „Schließung ist nicht leicht gefallen“

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Die Volksbank an der Hauptstraße in Affeln. Bisher hab es hier eine Servicefiliale mit Personal. Diese wird Ende Juli geschlossen und in einen Selbstbedienungsstandort umgewandelt.

Affeln – Die Volksbank in Südwestfalen dünnt ihr Netz der kleineren Servicefilialen aus. Deshalb wird aus dem Standort an der Hauptstraße in Affeln Ende Juli ein Selbstbedienungsstandort mit Geldautomaten und Kontoauszugsdruckern.

Auch Schließfächer wird es dann an diesem Standort nicht mehr geben. Die bisher dort eingesetzten Mitarbeiter wechseln in die Hauptstelle nach Neuenrade. Die Volksbank begründet die Maßnahme am Mittwoch in einer Pressemitteilung im Nachgang der Vertreterversammlung mit einem veränderten Kundenverhalten. 

Neben Affeln betrifft diese Maßnahme in der Region auch die Servicefilialen in Plettenberg-Eiringhausen und Balve-Garbeck. „Die Filialen in Affeln, Garbeck und Eiringhausen standen schon vor sieben Jahren bei uns auf dem Zettel“, sagt Vorstandssprecher Karl-Michael Dommes. 

Allein zwischen 2013 und 2017 habe sich die Zahl der Kundenbesuche dort um 45 Prozent reduziert. „Und die Zahlen haben sich weiter verschlechtert. Dabei haben wir nicht weniger Kunden, aber die Kunden erledigen ihre Bankgeschäfte heute anders“, sagt der Volksbank-Chef mit Blick auf die wohl größte Veränderungen. 

59 Prozent nutzen Online-Banking

„Seitdem es Smartphones gibt, hat jeder seine Volksbank-Filiale in der Jackentasche.“ Er verweist darauf, dass inzwischen 59 Prozent der Menschen in Deutschland Online-Banking für die „normalen“ Geldgeschäfte nutzen und zugleich im vergangenen Jahr erstmals mehr Zahlungsgeschäfte per Karte statt bar abgewickelt worden seien. 

Das schlage sich auch in Südwestfalen nieder. Noch dazu sei angesichts der Niedrigzinsphase der Wunsch nach Geldanlage-Beratungen massiv zurückgegangen. Im Gegenzug sei die Zahl derer, die ihre Konten online führen, den Service per Telefon, Chat oder E-Mail in Anspruch nehmen, stark gestiegen. Zukünftig wolle man in einem neu zu schaffenden Kunden-Dialog-Center neben dem Telefon- und Chat-Service auch Video-Beratungen anbieten. 

„Kleinere Filialen wie Affeln, die oftmals nur mit einem Mitarbeiter besetzt sind und die im Schnitt nur von zwei oder drei Kunden pro Stunde aufgesucht werden, können unter diesen Gesichtspunkten nicht mehr kostendeckend geführt werden“, teilt Dommes mit. 

Deshalb wandelt das Geldinstitut zum 29. Juli elf der bisher 39 Filialen in SB-Standorte um. „Wir werden die nächsten Wochen dazu nutzen, um mit den Kunden zu besprechen, wie sie ihre Bankgeschäfte in Zukunft am besten erledigen, wie man Geld am Automaten abhebt und dass man auch eine Überweisung per Telefon aufgeben kann. Und ein Telefon hat jeder zu Hause. Dabei landet man auch nicht in einem Callcenter in Cuxhaven oder Mecklenburg-Vorpommern, sondern im Kundencenter in Plettenberg“, stellt Dommes klar. 

Und die Mitarbeiter dort seien geschult und „können eine Menge und vieles für die Kunden regeln“. Um in den Dörfern auch künftig an Bargeld zu kommen, bietet die Volksbank auch einen Bring-Service an. „Wer beispielsweise aus Alters- oder Krankheitsgründen keine Möglichkeit hat, einen unserer Geldautomaten zu erreichen, kann diesen Service in Anspruch nehmen“, so Dommes. 

Geld nach Hause liefern lassen

Jedes Volksbank-Mitglied könne sich, nach vorheriger Terminvereinbarung, ein Mal pro Monat Bargeld von 200 bis 2000 Euro nach Hause liefern zu lassen. Im Zuge der Umstrukturierung kommt es laut Dommes zu keinen betriebsbedingten Kündigungen. „Ganz im Gegenteil. Durch die personelle Unterstützung bauen wir das qualifizierte Beratungsangebot an den nun 28 personenbesetzten Standorten für unsere Kunden noch weiter aus. 

In Ein-Personen-Filialen war dies in dieser Form bisher kaum möglich“, sagt der Vorstandssprecher. Allerdings, und das betonte Dommes auf Nachfrage, werde man in den nächsten Jahren nicht alle altersbedingt aufhörenden Mitarbeiter ersetzen. 

„Wir brauchen in den nächsten Jahren weniger Mitarbeiter, die nett und freundlich einen 100 Euro-Schein wechseln, sondern eher Informatiker und Immobilienkaufleute“, so Dommes zu dem sich verändernden Bankgeschäft. 

Was mit den drei Filialen im heimischen Raum zukünftig passiert, ließ der Vorstandssprecher offen. In Garbeck werde man in jedem Fall den SB-Bereich vergrößern und für die übrige Fläche eine andere Nutzung suchen. Auch der Umbau in Wohnungen oder eine andere geschäftliche Nutzung seien denkbar. 

"Brauchen die Kräfte woanders"

„Auf Anhieb haben die Schließungen keinen großen Spareffekt. Aber wir brauchen die Kraft für andere Themen wie Plattformen für Baufinanzierungen“, so Dommes, der abschließend noch einmal betonte, dass ihm die Schließung einer 129 Jahre alten Filiale in Affeln alles anders als leicht gefallen sei. 

„Aber die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache“, so Dommes, der das Thema in zwei Sitzungen mit dem 21-köpfigen Aufsichtsrat und dem Vorstand kontrovers diskutiert habe. Letztlich habe man sich bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen für die Schließungen entschieden und dies bei der Vertreterversammlung in Meinerzhagen verkündet.

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