Volksbank MK bemängelt Wettbewerbsverzerrung

Es wurde ein Jahresüberschuss von 2,5 Millionen Euro erzielt.

NEUENRADE ▪ Die Vertreter der Volksbank im Märkischen Kreis stimmten am Mittwoch im Rahmen der Vertreterversammlung in Neuenrade dem Jahresabschluss der Bank zu. An die Mitglieder wird aufgrund des erfolgreichen Geschäftsjahres 2009 eine Dividende in Höhe von fünf Prozent ausgezahlt.

Rund 180 Vertreter aus dem südlichen Märkischen Kreis und Marienheide nahmen an der Versammlung im Hotel Kaisergarten teil. Dort informierten sie der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Uwe Jabs sowie Vorstandssprecher Karl-Michael Dommes über das vergangene Fusionsjahr. „Unsere Ziele für das Jahr 2009 haben wir vielfach übertreffen können“, so Dommes über das Geschäftsjahr, das von zwei Fusionen und einem turbulenten wirtschaftlichen Umfeld geprägt war.

Viel kritisierte Kreditklemme

Die Bilanzsumme habe um 7,4 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro zugenommen. Die Kundeneinlagen stiegen um 7,7 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Vor dem Hintergrund der viel kritisierten Kreditklemme übermittelte Dommes eine positive Nachricht: „Unsere enge Verbundenheit mit dem regionalen Mittelstand und unsere konsequente Geschäftspolitik hat zu einer Ausweitung des Kreditgeschäftes um drei Prozent auf 918 Millionen Euro geführt. Außerdem konnten wir ein Rekordvolumen von 32,8 Millionen Euro zusätzlich an öffentlichen Förderkrediten vermitteln. Bei uns gibt es keine Kreditklemme.“

Dividende von fünf Prozent

Derartige Entwicklungen zeigten sich in der Gewinn- und Verlustrechnung zum Ende des vergangenen Jahres: Bereinigt um die außerordentlichen Aufwendungen, im Wesentlichen aus den Fusionen, wurde ein Jahresüberschuss von 2,5 Millionen Euro erzielt. Aus dem Jahresüberschuss wird nun eine Dividende von fünf Prozent an die über 36 000 Mitglieder der Volksbank im Märkischen Kreis ausgeschüttet. Zusätzlich werden die Rücklagen gestärkt. „Unsere Eigenkapitalausstattung ist gut, die Volksbank steht auf einem starken Fundament“, so Dommes an die Vertreter.

Staatlichen Rettungspakete

Trotz des guten Ergebnisses, das auch für das laufende Jahr 2010 ähnlich stark erwartet wird, gibt es für den Vorstand der Bank Anlass zum Unmut: Die bereits im Vorjahr bemängelte Wettbewerbsverzerrung durch die staatlichen Rettungspakete für große Banken gipfele nun in einer geplanten Bankenabgabe, gegen die sich die Genossenschaftsbank erneut zu wehren versucht: „Wir haben die Finanzkrise weder mit ausgelöst noch in irgendeiner Form zur aktuellen Situation beigetragen. Es ist für uns nicht hinnehmbar, dass auch wir zu dieser Abgabe herangezogenwerden sollen“, stellte Dommes die Position der Genossenschaftsbanken heraus.

Offener Brief an die Bundeskanzlerin

Neben den Aktivitäten des Bundesverbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken wird die Volksbank MK nun selbst aktiv: „Wir haben einen offenen Brief an die Bundeskanzlerin dazu auf den Weg gebracht und werden weiterhin das Gespräch mit den Mitgliedern des Bundestages unserer Region suchen“, so Dommes.

Gremium wie geplant verkleinert

Die Vertreter honorierten das Ergebnis und die Entwicklungen mit ihrem Votum: Dem Jahresabschluss sowie der Gewinnverwendung erteilten sie einstimmig ihre Zustimmung, Vorstand und Aufsichtsrat wurden entlastet. Letzteres Gremium hat sich nach der Vertreterversammlung wie geplant verkleinert: Mit Dr. August-Wilhelm Otten und Knut Menshen schieden zwei Mitglieder alters- beziehungsweise berufsbedingt aus dem Aufsichtsrat aus.

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