Vierbeinige Fährtensucher in Küntrop

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Cockerspaniel Amigo legt sich bildlich ins Zeug, um die Fährte zu erschnuppern. Der sechsjährige Rüde ist ein veritabler Meister seines Faches.

Neuenrade - Die Nase dicht am Boden saugt Cockerspaniel Amigo aufgeregt den Duft ein und folgt haargenau der zuvor erlaufenen Fährte – dann hat der Hund den Gegenstand erschnuppert, legt sich hin, um anzuzeigen, dass er den Job erfolgreich erledigt hat.

 Vom Herrchen gibts dazu ein Leckerli. Amigo ist ein erfolgreiches Tier. Der sechsjährige Rüde war schon Kreismeister und Teilnehmer beim Fährtenhundwettbewerb auf Bundesebene. Martin Rodzoch, sein Herrchen aus Plettenberg und Cockerspanielzüchter, ist stolz auf die nasalen Fähigkeiten des Hundes. Er, sowie weitere Teilnehmer aus dem Ruhrgebiet waren eine Woche lang auf den Äckern und Wiesen rund um Küntrop unterwegs, um die Tiere zu schulen und die Fährtenprüfung abzulegen.

Die Fährtenhundprüfung ist höchst anspruchsvoll für die Tiere, fordert ihren Geruchssinn extrem heraus. Rodzoch berichtet, dass die Körpertemperatur eines Hundes bei der Suche um drei Grad steigen könne. Die Tiere, ein Terrier, ein Schäferhund und ein Dobermann sind jedenfalls mit Eifer bei der Sache, erschnuppern ihre Fährten gekonnt. Stolz fotografieren die Besitzer ihre Tiere. Aus Oberhausen, Mühlheim und Wesel sind die Hunde mit ihren Herrchen und Frauchen angereist, eine Woche lang trainierten sie in Küntrop. Und gestern war der letzte Tag, den Vier- und Zweibeiner dann auch meisterten.

 Voraussetzung zur Teilnahme ist, dass die Hunde mindestens 18 Monate alt sind und die Begleithundprüfung absolviert haben. Radzoch erläuterte am Freitag, dass die Tiere mit Leckerli und Lob für diese Aufgaben trainiert würden. Das bedeute „positive Verstärkung“, sagte Radzoch mit Augenzwinkern. Es gibt verschiedene Stufen der Fährtenhundprüfung. Die Anforderungen steigen mit Entfernung, Zahl der zu findenden Gegenstände und mit der Zeitverzögerung. Die Hunde orientierten sich bei der Aufgabe nach den sogenannten „Duftglocken“. Wer zum Beispiel über eine Wiese gehe, zertrampele Kleinstlebewesen und Pflanzen, was eben jene für Menschen wohl nicht wahrnehmbare Duftglocken erzeuge. Alle Teilnehmer sind sich einig, dass das ein schöner Sport für die Tiere sei. Radzoch betonte zudem, dass auch Hunde, die unter körperlichen Einschränkungen litten, durch das Fährtensuchen ausgelastet würden. So wirkt der zwölf Jahre alte Schäferhund nach seiner Prüfung durchaus zufrieden und müde.

Die „Fährtenhunde“ haben nichts mit den Tieren zu tun, die zum Beispiel bei Unglücksfällen Menschen suchen und Spuren beim Jagen verfolgen. Diese Tiere würden auf eine andere Methode trainiert. Die Man-Trailer würden ihre Duftmoleküle über die Luft erschnuppern und die Jagdhunde würden eben Blut und andere Dinge erreichen, sagte Radzoch. Ein Lob gab es für die Bauern in Küntrop: Die hatten erlaubt, dass die Hundefreunde mit den Vierbeiner auf ihrem Gelände trainieren. Das sei nicht selbstverständlich.

Von Peter von der Beck

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