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Vier Jahre Arbeit bis zur Premiere: Nachwuchsmusiker komponiert sein erstes Werk

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Von: Markus Wilczek

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Fabian Gieshoff bei der Arbeit: Für das Konzert des Märkischen Kreisjugendorchesters komponierte er das Werk „Dragon of Anwick“.
Fabian Gieshoff bei der Arbeit: Für das Konzert des Märkischen Kreisjugendorchesters komponierte er das Werk „Dragon of Anwick“. © Privat

Rund vier Jahre dauerte es von der Idee bis zur Uraufführung. Die viele Arbeit, die Fabian Gieshoff, Schlagzeuger des Musikvereins Affeln, in diesem Zeitraum in das Projekt investierte, hat sich aber gelohnt.

Denn die Premiere des Musikstücks „Dragon of Anwick“ kam beim Publikum bestens an.

2018 hatte Gieshoff damit begonnen, ein Musikstück zu schreiben, das jetzt vom Märkischen Kreisjugendorchester (KJO) gespielt wurde. Erstmals aufgeführt wurde das Solostück, eine Komposition in drei Sätzen für sein Instrument Marimbafon und Piano, Ende Oktober beim Konzert des KJO in Neuenrade.

Mit 16 Jahren begonnen

Im Alter von 16 Jahren hatte Fabian Gieshoff mit der Arbeit an „Dragon of Anwick“ losgelegt. Inspiriert hatte ihn damals das Musikstück „Concertino for Marimba and Winds“ von Alfred Reed, welches der Affelner Musikverein auf einem seiner Frühlingskonzerte aufgeführt hatte. „Das hatte mir so sehr gefallen, dass ich mir dachte: Sowas möchte ich auch gerne einmal schreiben!“

Gieshoff hatte bereits vorher einige Kompositionen geschrieben, diese allerdings nur im Digitalbereich. So fing er ohne wirkliche Erfahrung einfach mal an, sich an die Komposition eines sinfonischen Blasorchesterstücks zu begeben. Ziel war es zu diesem Zeitpunkt nie, dieses Werk auch einmal mit einem Orchester aufzuführen. „Vorerst war auch nur ein Satz geplant. Weitere Sätze kamen mir hier noch nicht in den Sinn“, erinnert sich Gieshoff.

KJO-Komponist Martin Theile begeistert

Mit der Fertigstellung des ersten Satzes kam dann aber doch der Wunsch nach einer Veröffentlichung auf. Martin Theile, Dirigent des Kreisjugendorchesters, war 2019 sofort begeistert, als Fabian Gieshoff mit dieser Idee auf ihn zukam. Allerdings schlug Theile vor, nicht nur das Marimbafon, sondern auch das Piano als Solo hinzuzufügen, da 2020 Prof. Walter Ratzek als Solist beim KJO gastieren sollte. Der Nachwuchskomponist machte sich sogleich an die Arbeit und schrieb sein Stück entsprechend um.

„Als der erste Teil fertig war, wollte ich einen noch etwas ,brutaleren’ Teil dabei haben“, erinnert sich Gieshoff. Sogleich begann er, einen zweiten Teil zu schreiben. Danach sollte aber wirklich Schluss sein...

Corona verhindert die Aufführung zunächst

Was folgte, war der Ausbruch der Corona-Pandemie und die Absage des für 2020 geplanten Konzertes mit Ratzek. Die Pandemiezeit einfach nur absitzen wollte Fabian Gieshoff nicht, also nutzte er die Zwangspause, um auch noch einen dritten Satz zu schreiben. „Teil drei ist der, der meinen Charakter am besten widerspiegelt“, sagt Gieshoff. Zusammen mit den ersten beiden Teilen bekomme man so über die vier Jahre hinweg auch einen guten Eindruck über seine Fortschritte beim Komponieren.

Wie es sich sich für einen Künstler gehört, ist Gieshoff selbst nicht ganz zufrieden mit seinem Werk. Heute würde er „generell alle drei Teile“ anders schreiben. „Die Teile sollten mehr Charakter, mehr Harmonie, Spannung und komplexere Melodien enthalten“, sagt Gieshoff. Diese Aussage lässt erahnen, dass „Dragon of Anwick“ wohl nicht seine letzte Komposition bleiben wird...

Dragon of Anwick: Um „Drake Stones“ ranken sich viele Sagen

Auf den Namen „Dragon of Anwick“ für das von ihm komponierte Musikstück ist Fabian Gieshoff durch den gleichnamigen Ort in England gekommen. Vor der Kirche in Anwick liegen zwei „Drake Stones“, um die sich viele Legenden ranken. In Wahrheit handelt es sich vermutlich lediglich um Geröll, doch es wird vermutet, dass diese Steine als Teil eines heidnischen Kultplatzes dort platziert wurden und möglicherweise eine besondere Bedeutung hatten. So heißt es in einer Sage, dass unter diesen Steinen der Schatz des Drachen vergraben liegt. Die Bewohner von Anwick möchten verhindern, dass dieser Drache seinen Schatz zurückholen wird. Durch diesen Mythos inspiriert, entstand der Name „Dragon of Anwick“ für diese dreiteilige Komposition, die jüngst Uraufführung hatte.

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