Renaissance des Wochenmarktes

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Wochenmarkt Neuenrade: Bei Hans Joachim Redix gibt es vor allem Kartoffeln aus eigenem Anbau. Redix gehört zu den dienstältesten Händler auf dem Neuenrader Wochenmarkt.

Neuenrade - Der Neuenrader Wochenmarkt ist gut besucht: Rentnerpaare gehen von Stand zu Stand, doch auch ein Mittdreißiger mit einer langen Einkaufsliste besorgt sich reichlich Gemüse.

Andere wiederum stehen am Fischstand und warten darauf, dass sie an die Reihe kommen. Eine Frau kauft sich am Klamotten-Stand einen Pullover. Es herrscht durchaus reger Betrieb, von Trubel zu sprechen wäre allerdings übertrieben. Klare Sache natürlich, dass alle Marktbesucher wegen der Pandemie und den aktuell steigenden Infektionszahlen Masken tragen. Die Markthändler, die Neuenrade treu sind, freut es natürlich, dass sich nun offenbar mehr Leute den Marktbesuch gönnen. 

Einkauf unter freiem Himmel

Hans-Joachim Redix, „dienstältester Händler“ und mit seinem Angebot an Kartoffeln, Zwiebeln, Eiern und sogar Honig von Anfang an dabei, hegt dabei die Vermutung, dass die Leute lieber an der frischen Luft auf dem Markt einkaufen, als in stickigen Supermärkten. „Die Leute genießen das Einkaufen unter freiem Himmel. Hier haben sie ein besseres Gefühl als im Supermarkt.“ Zudem sei der Neuenrader Markt mit seinem Angebot vielfältig. Er komme gerne in die Hönnestadt. Die Atmosphäre sei gut. „Das Publikum ist nett und freundlich“. Da hat er, der unter anderem die Märkte in Holzwickede oder Witten besucht, schon anderes erlebt. „Es gibt Plätze, da kommen nur Stieselköppe.“ 

Kunden erfreuen sich an der Vielfalt

Gut zu tun hat auch Münür Yildiz mit seinem gewaltigen Angebot an Obst und Gemüse. Er ist schon sehr lange dabei, kommt gerne und freut sich über eine große Stammkundschaft. Kristin Scholl mit ihren beiden Kindern kauft auch bei ihm. Sie würde noch öfter den Markt besuchen, wenn es ihre Zeit erlauben würde. „Die Auswahl ist da. Man kann alles kriegen an Obst und Gemüse.“ Volle Tüten hat sie jedenfalls und sie nutzt mit ihren Kindern die Gelegenheit, frischen Gemüseabfall für die Kaninchen mitzunehmen. Ein Mitarbeiter packt die Tüte voll. 

Günstig für Händler

Auch Kleidung wird an einem Stand angeboten: Winter- und Herbstsachen gibt es natürlich. Es ist ein ausgefeiltes System, das Inhaberin Christa Lucka hat. Ein aufgeklappter Anhänger und etliche Ständer bieten ein genauso großes Angebot wie eine Boutique. Lucka ist eine erfahrene Händlerin und kennt die Branche. Sie hat selbst schon Ladenlokale gehabt, viele Märkte besucht und ist nach krankheitsbedingtem Ausfall nun wieder in Neuenrade. Sie findet gut, dass die Kosten für Händler in Neuenrade überschaubar seien – das sei ein nicht unwichtiger Aspekt. Es sei ein nicht einfacher Job als Händler; der Auf- und Abbau nehme Zeit und Kraft in Anspruch. Gegen 12 Uhr ist der Markt noch immer gut besucht: Die Schlange beim Fischhändler ist etwas länger geworden, beim Metzger stehen Kunden, beim Gemüsehändler kauft eine Frau einen dicken Kürbis und beim Tee- und Gewürzhändler lassen sich Frauen mit vollen Einkaufstaschen beraten. Neue Rentnerpärchen sind derweil schon im Anmarsch. Peter von der Beck

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