Viele Unfälle: Neuenrade ein gefährliches Pflaster für Motorradfahrer

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Tragisches Ende einer Motorradtour: Der Fahrer starb, nachdem er im September 2018 in der Höllmecke mit einem Auto zusammengestoßen war.

Neuenrade - Die aktuelle Unfallstatistik der Polizei offenbart einige Besonderheiten für Neuenrade: So ist die Zahl der Verkehrsunfälle mit Motorrädern – gemessen an der Einwohnerzahl und im Vergleich zu Werdohl – überproportional hoch.

Im vergangenen Jahr gab es bei einem Kradunfall in der Höllmecke sogar einen Toten. 14 Unfälle mit Kradbeteiligung gab es im vergangenen Jahr auf Neuenrader Stadtgebiet. Das sind fast dreimal so viele wie in Werdohl. 

Polizeisprecher Marcel Dilling sagte zu den Gründen, dass erfahrungsgemäß „mehr Motorradfahrer durch das landschaftlich schöne“ Neuenrade und Umgebung fahren würden. Mehr Motorräder – mehr Unfälle, so die Formel. Welche Unfallursachen es dann im Einzelfall gibt, sei nicht immer zu eruieren. In der Regel sei es häufig nicht angepasste Geschwindigkeit, zuweilen gebe es aber auch mehrere Ursachen. 

Unfallschwerpunkt B229 / Kuschert 

Dass die Serpentinen wie Höllmecke, Werdohler Straße oder Kohlberg besonders unfallträchtig seien, bestätigte Dilling nicht: „In Neuenrade gibt es einen offiziellen Unfallschwerpunkt: B 229, Nähe Kuschert.“ 

Besonderheiten gibt es auch bei dem Alter der Beteiligten: Dieses hält es sich mit Werdohl die Waage. Gemessen an der Einwohnerzahl sieht die Statistik für Neuenrade etwas besser aus. Auf Neuenrader Stadtgebiet waren bei 39 Unfällen nur 14 Mal Senioren beteiligt, in Werdohl 25 Mal. Unter dem Strich steigt aber die Zahl der Unfälle mit Beteiligung von Senioren im Bereich der Polizeiwache Werdohl (Neuenrade und Werdohl). Und es gibt zudem einen „Anstieg der Verunglücktenzahlen“, heißt es. 

Häufig überhöhte Geschwindigkeit

Ganz klarer Spitzenreiter bei den Unfallursachen ist die Geschwindigkeit. Hier hat das relativ kleine Neuenrade 21 Unfälle zu verzeichnen, die auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen sind – bei 34 Geschwindigkeitsunfällen insgesamt. Was Drogen als Unfallursache anbelangt, so wurden bei sechs Fällen im Wachbezirk vier in Neuenrade verursacht, bei 13 alkoholbedingten Unfällen wurden vier in Neuenrade registriert. 

Ansonsten gibt es in Neuenrade rückläufige Zahlen: Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle in Neuenrade lag bei 334, immerhin knapp fünf Prozent weniger als im Jahr zuvor. Es gab zudem wenige Verletzte, dafür aber etwas mehr schwerwiegende Unfälle (8) mit Sachschaden. Schlecht sieht es nach wie vor bei der Anzahl der Unfallfluchten aus. Die blieb mit 63 Fällen nahezu konstant und macht einen prozentualen Anteil von rund 19 Prozent an der Gesamtzahl der Unfälle auf Neuenrader Stadtgebiet aus. 

Erfreulich ist die Statistik in einer Hinsicht: Es gab keinen einzigen Schulwegunfall. Unfälle mit Beteiligung von Kindern gab es vier, die Kinder wurden dabei jedoch nur leicht verletzt.

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